Was fehlt der Crowdfunding-Idee mittelfristig?

Aktuell scheint das Crowdfunding in Deutschland einen signifikanten Schwung zu bekommen. Die Zahl der Fundings nimmt quantitativ zu und die Geschwindigkeit bis zur Vollendung der Fundings nimmt ebenfalls zu. Auch inhaltlich wird das Angebot interessanter, was zusätzlich neue Investoren anziehen sollte. Dies wiederum wird auch dazu führen, dass sich immer mehr Firmen für diese Art der Kapitalakquise interessieren werden.

U.a. mit Bergfürst stehen weitere Plattformen vor dem Start, die neue Ansätze innerhalb der Branche etablieren wollen, die das ganze Thema weiter nach vorne bringen.
Die Innovationsfähigkeit der Crowd-Fundinganbieter allein wird mittelfristig aber nicht ausreichen, soll die Schwarmfinanzierung langfristig etabliert werden.

Mittelfristig braucht es ganz sicher zweier Vorraussetzungen, damit hinreichend viele Investoren angelockt werden können:

1.) Erfolgsstorys
2.) ein Sekundärmarkt

Im Hinblick auf Punkt zwei sind sicher die kommende Plattform Bergfürst (de.bergfuerst.com) und Companisto (www.companisto.de) besonders gut gerüstet. Dies liegt bei Bergfürst an der angebotenen Form der Beteiligung (Aktien) und bei Companisto an der pfiffigen Form der stillen Beteiligung, die faktisch von der Gesellschaft eingegangen wird und nicht von Companisto. Dies sollte einen Handel der “Anteile” zwischen den Companistos sicherlich vereinfachen. Bei den Plattformen Innovestment (www.innovestment.de) und Seedmatch (www.seedmatch.de), auf denen konventionelle stille Beteiligungen dargeboten werden, ist die Möglichkeit der Entwicklung eines Sekundärmarktes latent schwieriger, weil dort stets die Gesellschaften, bei denen sich die Crowdinvestoren engagiert haben, involviert werden müssen. Dennoch sollte auch hier der Punkt lösbar sein.

Viel wichtiger als Punkt zwei ist jedoch Punkt eins. Wenn das Thema Crowdfunding eine richtige Dynamik entwickeln soll, dann braucht es Erfolgsstorys. So wie einst die Emission der Telekom den deutschen Aktienmarkt beflügelte, so dürften durch einen Börsengang oder einen Exit versilberte Crowdfunding-Anteile, die ihre ehemaligen Besitzer reicher machen, die neue Form der Kapitalanlage sehr viel populärer machen als jeder Pressebericht.

Natürlich brauchen Erfolgsstorys Zeit und erste Ansätze sind durchaus zu sehen. Im UK holt sich Red Advertising Ltd. ein zweites Mal Geld und in Deutschland gelang es BluePatent Geld von einem VC zu akquirieren. Da bei BluePatent allerdings keine Angaben zu den Konditionen machte, kann man die an sich gute Nachricht zwar als Etappenziel aber noch nicht als Erfolgsstory – die auch motiviert – werten.

Echte Erfolgsstorys sind aber immens wichtig, weil es ganz sicher in den kommenden Monaten und Jahren auch Totalverluste geben wird, die die Laune und die Investitionsbereitschaft verhageln werden!

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