„LHINKER besteht aus einem sechsköpfigen Team von Individualisten, von denen jeder ein Spezialist auf seinem Fachgebiet ist.“ – Im Gespräch mit Patrick Schikowski

Lhinker

Klaus-Martin Meyer: Patrick, Du bist bei Lhinker für Business Development zuständig, könntest Du dich und Deine Firma bitte kurz vorstellen?

Patrick Schikowski: Im Anschluss an meine Ausbildung zum Versicherungskaufmann und nach einem abgebrochenen Studium der Wirtschaftswissenschaften arbeitete ich fünf Jahre für eine Wertpapierhandelsbank mit Spezialisierung auf den Derivatehandel. Meine Tätigkeit führte mich vom retail über das institutionelle Business zum Projektmanagement für die Implementierung und Platzierung neuer Produkte wie z.B. das hauseigene Asset Management und den Auf- und Ausbau einer Online-Research-Plattform.

Meine Expertise zur Finanzierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen stammt aus der Zeit im mittleren Management einer deutschen Factoring-Bank, wo ich das operative Geschäft verantwortete und die Produktentwicklung unterstützte.

2011 gründete ich LHINKER – Crowdfunding für Startups und Projekte. LHINKER besteht aus einem sechsköpfigen Team von Individualisten, von denen jeder ein Spezialist auf seinem Fachgebiet ist. Hier verantworte ich persönlich den Bereich Business Development.

Als junge Visionäre verfolgen wir gemeinsam das gleiche Ziel. Wir möchten Teil der noch jungen Revolution „Crowdfunding“ sein und durch unseren Beitrag nachhaltig das Spiel verändern.

Klaus-Martin Meyer: Bis jetzt gibe es über Lhinker noch nicht viele Informationen. Aufgrund Eurer „Coming Soon“-Seite im Web kann man jedoch herausinterpretieren, dass auf Lhinker sowohl die Startup- als auch die Projektfinanzierung möglich sein wird?

Patrick Schikowski: In der Tat. Mit dem Launch von LHINKER wird der Fokus anfangs auf der Finanzierung von Startups und Projekten liegen. Seit November 2011 arbeiten wir an der Entwicklung der ersten Crowdfunding Multiplattform. Bevor wir jedoch mit der Projektierung begonnen hatten, versuchte ich mir die kurzfristige Marktentwicklung für 2012 vorzustellen. Ich vermutete bereits im vergangenen Jahr, das ein regelrechter Hype entstehen würde und eine Vielzahl von Copycats, die unterschiedlichsten Nischen besetzen könnten. Da es zu diesem Zeitpunkt bereits eine Handvoll Plattformen gab, entwickelte ich ein Grobkonzept für den ersten Crowdfunding Hybriden, der durch das „H“ in LHINKER repräsentiert wird. Unsere Mission ist es eine internationale Crowdfunding Multiplattform ins Leben zu rufen die, die facettenreiche Crowdfundingwelt auf einer zentralen Anlaufstelle im Web vereint. Ziel ist es, globale Reichweite zu erzielen und so einen hohen Synergieeffekt zu erwirken.

Klaus-Martin Meyer: Aktuell gehen bzw. gehen weitere Crowdfunding-Plattformen an den Start. Gibt es für die vielen Plattformen überhaupt hinreichend viel Liquidität?

Patrick Schikowski: Da LHINKER international ausgerichtet ist, gehen wir sehr stark davon aus, dass durchaus genug Liquidität vorhanden ist, selbst für eine Vielzahl von Plattformen.

Klaus-Martin Meyer: Wie zieht Ihr Investoren und Kapital suchende Startups an?

Patrick Schikowski: So wie wir es in Marketing an der Uni bereits im Grundstudium gelernt haben, mit einem gesunden Marketing-Mix;-)

Klaus-Martin Meyer: Mit Hilfe welcher Angebotsmerkmale wollt Ihr Euch vom Wettbewerb anderer Plattformen differenzieren?

Patrick Schikowski: Um LHINKER vor der Copycat zu bewahren, möchte ich heute noch nicht auf unsere Angebotsmerkmale und Wettbewerbsdifferenzierung eingehen. Wir hoffen auf Dein Verständnis und selbstverständlich werden wir unserer Bringschuld nach dem Launch nachkommen.

Klaus-Martin Meyer: Welche Art von Startup würdet Ihr am liebsten über Eure Plattform finanzieren?

Patrick Schikowski: Wir haben keine Vorlieben und genau das ist unter anderem ein Punkt, der uns von anderen Plattformen unterscheidet. Das Ergebnis unserer Markt- & Wettbewerbsanalyse hat gezeigt, dass einige Plattformen sehr stark ausselektieren, was wir natürlich sehr schade finden. Die Einen wollen nur die Ideen, die auf Anhieb vielversprechend aussehen und sich marketingtechnisch leicht platzieren lassen. Andere wiederum suchen „The Next Big Thing“ und konzentrieren sich z.B. auf die Anbindungen innovativer Tech-Startups. Unserer Meinung nach macht dieser Ansatz wieder einen Schritt zurück und zwar deutlich in Richtung Bankenlandschaft. Für unseren Geschmack zu konservativ, einfach zu statisch. Bitte an dieser Stelle nicht falsch verstehen, aber genau aus diesem Grund ist Crowdfunding entstanden, oder? Selbstverständlich werden unsere Startups und Projekte vor einem Pitch auf Herz und Nieren geprüft, jedoch nehmen wir uns nicht das Recht zu filtern. Wir möchten jeder Idee die Möglichkeit geben, sich nach Auswahl einer Kategorie aus einer bunten Palette, der Crowd vorzustellen. Auf unserer Plattform entscheidet die Crowd welche Ideen Marktreif sind und finanziert werden. Eine Selektion sollte unserer Auffassung nach, ausschließlich auf natürlichem Wege stattfinden, denn genau das macht das Finanzierungsmodell Crowdfunding so einzigartig und dynamisch.

Klaus-Martin Meyer: Wie sieht auf der anderen Seite ein idealer Crowdinvestor aus?

Patrick Schikowski: Lieber Klaus-Martin, gerne kann ich Dir sagen, wie er nicht aussehen sollte. Ein Investor bzw. „Crowdinvestor“ sollte nicht blind auf die Bewertung eines Businessanalysten, der Plattform oder der Masse vertrauen. Warum? Kein Analyst dieser Welt kann die Zukunft bewerten. Das beste Beispiel ist der noch recht junge IPO von Facebook und hier geht es nicht einmal um ein Startup. Ich möchte zum Ausdruck bringen, das ein Investor eigenverantwortlich den Businessplan des Startups seiner Wahl studieren sollte. Aber hiermit nicht genug. Er sollte sich bewusst sein, dass er seine gesamte Investition verlieren kann. Meiner Meinung nach ist es unverzichtbar, sich unter anderem mit dem Gründerteam, dem Markt, dem Wettbewerb, der Chance und dem Risiko auseinander zu setzen, anstatt auf Renditeprognosen zu spekulieren.

 

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