„Nur wer trommelt, wird eine Crowd sammeln, die hörbar ist!“ – Im Gespräch mit Konrad Lauten (Inkubato)

Klaus-Martin Meyer: Konrad, Du bist der Geschäftsführer der Inkubato UG. Könntest Du dich und Inkubato bitte kurz vorstellen?

Konrad Lauten: Mit Inkubato ist es seit 2010 möglich, Projekte vorzufinanzieren, bekannt zu machen und eine Community für zukünftige Projekte aufzubauen.
Ich habe besonders aus dem kulturellen Bereich viele Erfahrungen für Projektentwicklungen und Finanzierungen in Gruppen gemacht. Als das Web soweit war, die technischen Voraussetzungen für eine Umsetzung der bisher manuell gesammelten Projekt und Beträge zu bieten, habe ich mit einem Partner Inkubato entwickelt und online gestellt.

Klaus-Martin Meyer: Mich interessieren vor allem die kritischen Erfolgsfaktoren für kreative Crowdfunding-Projekte. Was sind aus Deiner Sicht die zentralen Vorraussetzungen für den Erfolg eines Projektes?

Konrad Lauten: Ohne eine schon bestehende Crowd und einer Kommunikationsstruktur, auf die zurückgegriffen wird, ist kein Funding möglich. Der besonders in Deutschland verbreitete Ansatz, ein Projekt vorzustellen und dann abzuwarten ist auch nach vielen Versuchen damit nie von Erfolg gekrönt worden. Nur wer trommelt, wird eine Crowd sammeln, die hörbar ist!

Klaus-Martin Meyer: Was sind dem gegenüber klare Gründe für ein Scheitern?

Konrad Lauten: Wer ein Projekt vorstellen, ein Video erstellen und sich sinnvolle Prämien einfallen lassen kann, hat den wichtigsten, aber eben auch nur den ersten Schritt zur Finanzierung getan. Oft werden Projekte von den Künstlern oder Entwicklern vorgestellt, die aber leider nicht die gleiche Ader für Verkauf und Vertrieb wie die Produzenten und Werber haben. Deshalb ist die Benennung der Position eines Fan Relation Managers o.ä. immer notwendig, wie klein ein Projekt auch ist.

Klaus-Martin Meyer: Was ist Deine Meinung zu dem Verstecken von erfolglosen Projekten, wie kickstarter es praktiziert? Macht das Sinn?

Konrad Lauten: Wir haben öfter Nachfragen von erfolglosen Projekten nach Löschung ihres Projektes. Dem kamen wir bisher nicht nach, da wir es immer für sinnvoll erachten, aus vergangenen Projekten zu lernen. Auch ist die dabei schon angesprochene Crowd immer bereit, neue Projekte zumindest weiter zu teilen.

Klaus-Martin Meyer: Abschließend interessiert mich noch, ob erfolgreiche Projekte wie aktuell mit der „Rettung der Berliner Weißen“ meßbar neue User anziehen, die dann auch andere Projekte unterstützen?

Konrad Lauten: Die Zahl der zufälligen Projektunterstützer, die sozusagen über die Plattform spazieren und andere Projekt mitnehmen, ist nach wie vor sehr gering. Die meisten Pledges kommen von direkt gelandeten Interessenten!
Allerdings gibt es einige Interessenten an einem eigenen Projekt. Bleibt abzuwarten, ob die auch den gleich Impact wie Projekte, die von solchen Dauer-Twitter-Nutzern wie andreasdotorg oder timpritlove verbreitet werden, hat.

Update: Konrad Lauten ist auch im Bereich CF-Consulting aktiv

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