„Bei Companisto gibt es keine Mindestinvestitionssumme, so dass wirklich jeder, der möchte und volljährig ist, in vielversprechende Unternehmen investieren kann.“ – Im Gespräch mit Tamo Zwinge

Klaus-Martin Meyer: Herr Zwinge, Sie sind einer der beiden Gründer bei der Companisto GmbH. Können Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Tamo Zwinge: Mein Name ist Tamo Zwinge, ich bin Rechtsanwalt und zusammen mit David Rhotert Gründer von Companisto. Companisto ist eine Crowdinvesting-Plattform, auf der Startups in der Frühphase und Mikroinvestoren – wir nennen sie Companisten – zusammenfinden. Bei Companisto gibt es keine Mindestinvestitionssumme, so dass wirklich jeder, der möchte und volljährig ist, in vielversprechende Unternehmen investieren kann. Companisto ist Anfang Juni 2012 an den Start gegangen. Seitdem wurden bereits über 245.000,00 Euro durch mehr als 1.000 Companisten investiert.
Klaus-Martin Meyer: Aktuell gibt es ja nicht nur viele Firmen, die ein Crowdinvesting suchen, sondern auch eine Anzahl von Crowdinvesting-Marktplätzen. Wie positionieren Sie sich in diesem Umfeld?

Die Companisto-Vorteile und Innovationen im Überblick:

– Keine Mindestbeteiligungssumme: Jeder kann mitmachen
– Companisten profitieren neben der Gewinnbeteiligung vor allem auch dann, wenn das Startup verkauft wird (Exiterlöse)
– Längere Vertragslaufzeiten zum Schutz der Investoren: Gewinnbeteiligungen werden damit erstmals aussichtsreich
– Companisto ist VC-kompatibel: Im Gegensatz zu allen anderen Anbietern ist das Companisto Crowdinvesting gezielt auf die Erfordernisse von Großinvestoren abgestimmt worden

Bei Companisto gibt es keine hohe Mindestinvestitionssumme. Investments sind bereits ab 5,00 Euro möglich. Dies zahlt sich auch unmittelbar für Startups aus, denn je größer die Fanbase ist, desto erfolgreicher ist ein Unternehmen. Durch das Companisto-Modell entsteht dem Startup dabei kein Verwaltungsaufwand. Es macht insoweit keinen Unterschied ob sich 200 oder 2.000 Companisten beteiligen. Denn das Startup hat mit Companisto in jedem Fall nur einen einzigen Vertragspartner.
Das Startup gewinnt die „wahren“ Multiplikatoren. Companisto ermöglicht auch jungen, webaffinen, gut vernetzten Menschen die Beteiligung an Startups. Gerade diese Menschen, bestens mit sozialen Netzwerken vertraut, sind die idealen Multiplikatoren. Durch ihr starkes Kommunikationsverhalten leisten sie einen wertvollen Beitrag für den Erfolg des Startups. Durch die hohen Mindestinvestitionssummen anderer Anbieter war diese Zielgruppe bislang gänzlich von einem Investment in Startups ausgeschlossen – ganz zum Nachteil der Startups.
Das Beteiligungsmodel von Companisto wurde gezielt mit Venture-Capital-Gesellschaften abgestimmt, sodass Anschlussfinanzierungen durch VC-Gesellschaften oder Business Angels nach einem Crowdinvesting auf Companisto nichts im Wege steht.
Der entscheidende Unterschied zu allen anderen Crowdinvesting-Modellen ist, dass das Startup bei Companisto nur einen einzigen Vertrag abschließt; es hat mit Companisto nur einen Vertragspartner. Die Mikroinvestoren haben dagegen ausschließlich Verträge mit Companisto. Diese vertragliche Bündelung der Mikroinvestoren durch Companisto hat gewaltige Vorteile für Startups.
Durch die Bündelung der Investoren hat das finanzierte Unternehmen keinen Verwaltungsaufwand. So muss vom Startup beispielsweise nur eine Steuererklärung am Ende des Jahres gemacht werden, da mit Companisto nur eine stille Beteiligung besteht. Bei anderen Anbietern muss das Startup hingegen jedes Jahr bis zu zweihundert Steuererklärungen machen, weil das Startup mit jedem Mikroinvestor einen einzelnen Beteiligungsvertrag abschließen muss.
Das „VC-kompatible“ Companisto-Beteiligungsmodell spricht für sich: Das Startup hat mit Companisto nur einen einzigen Vertragspartner und erhält sich so eine schlanke und übersichtliche Beteiligungsstruktur – dies ist eine Grundvoraussetzung für jede Anschlussfinanzierung durch VC-Gesellschaften.
Gleichzeitig gewinnt das Startup durch das Companisto-Bündelungsmodell eine sehr große Anzahl von wertvollen Unterstützern.

Klaus-Martin Meyer: Befürchten Sie nicht, dass – dadurch, dass die stille Beteiligung an dem kapitalsuchenden Unternehmen durch die Companisto Venture Capital GmbH eingegangen wird und nicht direkt durch den Companisten – Companisto eher den Charakter eines Fonds bekommt? Oder anders ausgedrückt, erschwert dieses indirekte Konstrukt nicht den Kontakt zwischen Investor und der Firma, in die investiert wurde?

Tamo Zwinge: Ganz im Gegenteil: die Companisten tauschen sich rege mit den Startups aus. Unsere Plattform ist bewusst so angelegt, dass es keine Barrieren zwischen Startups und Companisten gibt. Die Companisten können in den Kommentarsektionen Anregungen geben und sich einbringen – und sie machen davon dankenswerterweise auch Gebrauch, denn das bringt die Startups natürlich weiter.

Klarzustellen ist, dass jeder Companist allein in das von ihm ausgewählte Unternehmen investiert. Nur an diesen Unternehmen ist er beteiligt. Dies ist auch der Unterschied zu einem Fonds, der gerade keine Investition in einzelne Unternehmen erlaubt. Companisto ist daher gerade nicht mit einem Fonds zu vergleichen.

Überdies haben wir, um das Insolvenzrisiko auszuschließen, zwei getrennte Gesellschaften gegründet: Die Companisto GmbH und die Companisto Venture Capital GmbH. Die Companisto Venture Capital GmbH bündelt die Beteiligungen der Companisten. Diese Gesellschaft betreibt kein operatives Geschäft und geht keinerlei Verbindlichkeiten ein. Sie hat daher kein Insolvenzrisiko.
Das operative Geschäft wird von der Companisto GmbH durchgeführt. Diese ist vollständig von der Companisto Venture Capital GmbH getrennt. Selbst wenn die Companisto GmbH insolvent werden würde, so wären die Beteiligungen der Companisten hiervon nicht betroffen, denn diese liegen bei der Companisto Venture Capital GmbH.
Durch diese Trennung werden die Companisten optimal vor einem Insolvenzrisiko geschützt.

Klaus-Martin Meyer: Ihr Konstrukt könnte den Vorteil haben, dass es administrativ einfacher ist, einen Zweitmarkt für bestehende Anteile zu organisieren. Wie sehen Sie diesen Punkt?

Tamo Zwinge: Grundsätzlich ist das Bündelungsmodell von Companisto ein ganz wichtiger Faktor für die Unternehmen, denn diese wollen auch nach einem Crowdinvesting attraktiv für Anschlussfinanzierungen durch Großinvestoren bleiben. Dies ist natürlich ebenso wichtig für die Investoren, denn auch diese wünschen sich eine erfolgreiche Entwicklung. Dazu bedarf es oftmals Wachstumskapital im Rahmen einer Anschlussfinanzierung. Wir konzentrieren uns derzeit darauf, möglichst viele vielversprechende Unternehmen zu finanzieren, denn in Deutschland geht leider immer noch sehr viel Innovationspotential verloren.

Klaus-Martin Meyer: Wichtig für den langfristigen Erfolg wird es sein, dass Firmen wie doxter oder ePortrait in Zukunft z.B. mit einem Exit glänzen können. Wie wollen Sie sicherstellen, dass Sie solche erfolgreichen Firmen anlocken?

Tamo Zwinge: Das stimmt, Exits sind selbstverständlich wünschenswert. Die Startups wissen, dass Companisto die Plattform ist, bei der ein Exit am wahrscheinlichsten gelingt, da unser Beteiligungsmodell gezielt auf Anschlussfinanzierungen abgestimmt wurde.

Anschlussfinanzierungen wiederum sind wichtig in der Wachstumsphase des Startups, die Exits erst ermöglicht. Wie wahrscheinlich ein Exit ist, hängt somit einerseits von den Ideen und der Umsetzung eines Startups, andererseits von der Crowdinvesting-Plattform selbst ab. Denn nur Plattformen, deren Beteiligungsmodell attraktiv für Großinvestoren ist, werden für die Startups Folgefinanzierungen und Exits realisieren können.

Natürlich beginnt alles bei der sorgfältigen Auswahl und der anschließenden Prüfung der Startups an. Wir haben einen sehr detaillierten Kriterienkatalog entwickelt, ich war mehrere Jahre Rechtsanwalt in der internationalen Großkanzlei CMS Hasche Sigle im Bereich Gesellschaftsrecht, Unternehmenstransaktionen und Private Clients. Startups, die über Companisto crowdfinanziert werden, erlangen dank des Verzichts auf die Mindestinvestitionssumme und der damit einhergehenden Größe der Crowd und auch infolge unserer Pressearbeit sehr schnell einen erheblichen Bekanntheitsgrad und eine große und aktive Unterstützerbasis. Das wiederum lässt Großinvestoren auf die Startups aufmerksam werden, denn je mehr Unterstützer ein Unternehmen hat, umso größer die Erfolgsaussichten. Mit im Durchschnitt über 400 Personen beteiligen sich bei Companisto mehr als doppelt so viele Investoren wie bei anderen Anbietern. Das ist insofern interessant, weil Unternehmen Crowdinvesting nicht nur des Kapitals wegens durchführen – mindestens ebenso wichtig sind die Multiplikatoren.

Dabei entsteht den Unternehmen bei Companisto nicht mal ein Verwaltungsaufwand, da sie nicht wie bei allen anderen Anbietern gezwungen sind, mit jedem einzelnen Investor einen eigenen Gesellschaftsvertrag abzuschließen. Kurz gesagt, Companisto steht für deutlich mehr Multiplikatoren ganz ohne Verwaltungsaufwand.

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