Interview mit Petr Nemec zum Crowdfunding von BluePatent

Klaus-Martin Meyer: Petr, Du bist einer der Gründer von BluePatent. Könntest Du dich un BluePatent bitte kurz vorstellen?

Petr Nemec: Ich habe Kommunikationswissenschaften studiert und mich danach erst im Bereich Online-Marketing und Suchmaschinenoptimierung selbstständig gemacht. Seit 2009 arbeite ich mit anderen Gründern am Aufbau der BluePatent GmbH, deren Geschäftsführer ich bin. Wir betreiben eine Internetplattform, über die wir Fragen aus dem Patentbereich an ein globales Experten-Netzwerk auslagern. Gegenstand einer solchen Recherche kann beispielsweise die Frage nach der Gültigkeit eines Patents oder nach dem Wert eines Patentportfolios sein. Professionelle Rechercheure, Wissenschaftler und technische Experten liefern mit ihrer Expertise relevante Dokumente und Informationen.

Klaus-Martin Meyer: Ihr seit in besonder Weise Crowd affin. Welche Erfahrungen habt ihr in Bezug auf Euer Kernprodukt bisher mit Hilfe Eures Crowdansatzes sammeln können. Warum profitieren die Auftraggeber?

Petr Nemec: Wir haben bereits erste Recherchefälle mit Hilfe der Crowd erfolgreich gelöst und festgestellt, dass wir durch den Crowdansatz tatsächlich an eine Vielzahl von Dokumente hoher Qualität kommen können. Die Auftraggeber profitieren von der Breite der Recherche – durch die Beteiligung vieler Rechercheure werden zahlreiche unterschiedliche Ansätze verfolgt und verschiedenste Quellen herangezogen. Das Expertenwissen der Rechercheure fließt oftmals direkt ein. Es werden Dokumente aufgedeckt, die bei einer „normalen“ Recherche niemals gefunden worden wären.

Klaus-Martin Meyer: Kannst Du konkrete Hinweise geben, wie die Crowdinvestoren nicht-monetär positiv zur Etablierung des Geschäftsmodells beigetragen haben?

Petr Nemec: Da gibt es zahlreiche Beispiele. Aktuell gibt es beispielsweise mehrere Crowdinvestoren, die uns beim Ausbau unseres Kundenstammes helfen. Wir haben auch schon Controlling und Beratung in Marketing- und Strategiefragen von unseren Investoren erhalten.

Klaus-Martin Meyer: Seedmatch hat BluePatent als Beispiel angeführt, dass eine größere Anzahl von Crowdinvestoren kein Hinderniss sein muss, neue Venture Capital-Geber ins Boot zu holen. War die Anzahl der stillen Gesellschafter überhaupt ein Thema oder gar ein Problem?

Petr Nemec: Ein Thema war es schon. Und es gab auch Skepsis bei manchen potentiellen Investoren und Beratern. Aber wir haben ja dennoch eine Beteiligung auf die Beine gestellt. Klassische Investoren werden sich in Zukunft einfach ein Stück weit auf die Situation einstellen müssen, dass zahlreiche innovative Unternehmen ihre erste Finanzierung über neue Modelle einwerben. Man wird sicher Wege finden, wie beides in Einklang zu bringen ist.

Klaus-Martin Meyer: In welchen Bereichen wünscht Du dir, dass die Crowdinvestoren sich in Zukunft für BluePatent engagieren?

Petr Nemec: Wir sind mit dem momentanen Modell ganz zufrieden: Kundenkontakte aufbauen ist ja eine längerfristige Sache, da werden wir nicht gleich morgen konkrete Ergebnisse sehen. Und wir sind natürlich stark auf Aufmerksamkeit angewiesen, auch um den Ausbau der Rechercheurs-Crowd voranzutreiben. Insofern: Spread the Word…

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