„Die Zeiten ändern sich aber, und wir wollen mit der Plattform reagieren und jetzt Solarprojekte 2.0 realisieren.“ – Interview mit Peer Piske (crowdEner.gy)

Klaus-Martin Meyer: Herr Dr. Piske, Sie sind einer der Gründer von crowdEner.gy. Könnten Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Peer Piske: Wir sind seit 2004 in der PV-Branche und gehören im Bereich Projektentwicklung und Projektfinanzierung damit zu den Pionieren. Wir haben zahlreiche der größten Anlagen der Welt entwickelt finanziert, und gebaut. Die Zeiten ändern sich aber, und wir wollen mit der Plattform reagieren und jetzt Solarprojekte 2.0 realisieren.

Klaus-Martin Meyer: Wie kam Ihnen die Idee, Solarprojekte via Crowdfunding  zu finanzieren?

Peer Piske: Wir sind schon immer mit Beteiligungsanfragen aus dem Freundeskreis überhäuft worden, konnten diese in der Vergangenheit aber nie bedienen. Die Plattform erlaubt uns das jetzt und zudem können wir unser Know-How Bürgern zur Verfügung stellen, die sich bisher mit dem Thema nicht beschäftigt haben.

Klaus-Martin Meyer: Ist bei Solaranlagen das Risiko eher geringer als bei der Startup-Finanzierung, wo Crowdinvestoren aktuell bevorzugt aktiv sind?

Peer Piske: Was gibt es bei Solarinvestitionen zu beachten? Auf jeden Fall, das EEG garantiert eine Vergütung für 20 Jahre und das technische Risiko ist gering. Das kann man eigentlich gar nicht vergleichen. Beachten muss man selbstverständlich die Qualität der Materialien, da gibt es immer noch grosse Unterschiede. Aber das Internet steht ja für Information und Transparenz.

Klaus-Martin Meyer: Wenn ich das Konzept richtig verstanden habe, ist crowdEner.gy sowohl ein Marktplatz für Crowdinvestments als auch ein Initiator von Solarprojekten? Kann es da zu Interessenkonflikten kommen?

Peer Piske: Nein, wir verstehen uns als Marktplatz. Wir co-initiieren nur die ersten Projekte, um den Interessenten zu zeigen wie es geht und selber die Prozesse zu lernen, damit wir sie den zukünftigen Initiatoren weitergeben können.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss interessiert mich ein Ausblick in die Zukunft. Wie wird sich der Solarmarkt in den kommenden fünf Jahren entwickeln und welchen Schwung kann der Crowdinvestment-Ansatz in die Branche bringen?

Peer Piske: Wir werden viele dezentrale Energielösungen sehen, die alle Finanzierung benötigen. Die Energiewende ist vor allem ein Kommunikationsproblem. In diesem Punkt stimme ich überein mit unserem
Umweltminister. Sie kann nur funktionieren, wenn sich auch derjenige beteiligen kann, der sich keine eigene Solaranlage leisten kann. Dafür wird crowdEner.gy sorgen.

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