Interview mit Thorsten Witt zum Start von sciencestarter.de

Klaus-Martin Meyer: Thorsten, Du wirst auf wissenschaft-im-dialog.de als Ansprechpartner für die im November startende Crowdfundingplattform sciencestarter.de benannt. Könntest Du dich und sciencestarter.de bitte kurz vorstellen?

Thorsten Witt: Sehr gerne. Ich habe Politikwissenschaft und Soziologie studiert und bin seit Anfang 2010 bei Wissenschaft im Dialog, zunächst als studentischer Mitarbeiter, seit Juli letzten Jahres als Projektleiter. Ich leite hier unter anderem unsere Veranstaltungsreihe der Scicamps, bei der wir das Format der Barcamps auf den Wissenschaftsbereich anwenden. Mit sciencestarter.de kommt jetzt ein neues Projekt hinzu, Crowdfunding für die Wissenschaft, eine spannende Sache.

Klaus-Martin Meyer: Für die Insider ist es sicher auch interessant zu erfahren, wie die Zusammenarbeit mit Startnext zustande kam?

Thorsten Witt: Wie wir recht schnell festgestellt haben, ist die technische Umsetzung, die Realisierung und das Betreiben einer Crowdfunding-Plattform ziemlich komplex und mit vielen Prozessen verbunden, die im Hintergrund ablaufen. Da der Prozess des Fundings auch mit Geldflüssen verbunden ist, die über die Plattform ablaufen, ist auch die Sicherheit ein extrem wichtiger Aspekt. Also haben wir jemanden gesucht, der Erfahrung in diesem Bereich hat und sind dabei auf Startnext aufmerksam geworden. Nicht nur, weil uns die Plattform und der Ansatz von Startnext sehr gut gefällt, sondern auch, weil es Deutschlands größte Crowdfunding-Community ist und einen großen Bekanntheitsgrad und Reputation hat.

Klaus-Martin Meyer: Wie kann man sich ein Funding auf siencestarter.de vorstellen. Wie kommen Offerten auf die Plattform und wie werden gleichzeitig hinreichend viele Unterstützer angelockt?

Thorsten Witt: Das wird ganz ähnlich wie bei anderen Crowdfunding-Plattformen ablaufen. Projekte können auf sciencestarter.de eingestellt werden. Bevor sie in die Start- und Finanzierungsphase kommen, werden sie von uns inhaltlich geprüft. Wir wollen damit sicherstellen, dass die Projekte gängigen wissenschaftlichen Qualitätsstandards entsprechen, wobei wir uns bei der Überprüfung an den Kriterien der guten wissenschaftlichen Praxis der DFG orientieren.

Was die Unterstützer angeht, so denken wir, dass zum einen der Bekanntheitsgrad der Plattform und die Verbindung zu Startnext für eine große Community sorgen werden. Natürlich kommt es aber auch ganz stark auf die Kreativität der Projektstarter an. Sie müssen möglichen Unterstützern deutlich machen, dass Wissenschaft spannend ist, auch unterhaltsam sein kann, gleichzeitig aber auch wichtig ist und unser Leben entscheidend beeinflusst. Wenn die Projekte das anschaulich machen und verdeutlichen können, dann werden auch die potentiellen Unterstützer angesprochen.

Klaus-Martin Meyer: Wissenschaft findet ja oft an Schnittstellen zwischen staatlichen Stellen und der Privatwirtschaft statt. Wie genau verortet sich da sciencestarter.de?

Thorsten Witt: Generell steht sciencestarter.de allen Bereichen offen und wir hoffen, dass sich eine große Bandbreite an Feldern und Themen auf der Plattform wiederfinden werden. Wo genau sciencestarter.de dann verortet wird, wird dann letztlich die Crowd entscheiden.

Klaus-Martin Meyer: Soll die Plattform die Öffentlichkeit auch näher an die Forschung heran bringen über das Finanzielle hinaus?

Thorsten Witt: Absolut! Für uns bei Wissenschaft im Dialog ist das, neben der Finanzierung von Projekten, das eigentliche Ziel der Plattform, schließlich ist der Dialog und gerade auch der Austausch zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft ja das Hauptanliegen unserer Initiative. Wir gehen aber noch einen Schritt weiter: Wir stärken mit sciencestarter.de nicht nur den Austausch – durch das Crowdfunding kann die Öffentlichkeit erstmals auch unmittelbar und direkt Einfluss auf Wissenschaft und Forschung nehmen, indem sie entscheidet, was unterstützt wird und was nicht.

Klaus-Martin Meyer: Zum Schluss interessiert uns auch ein kleiner Ausblick, welche Art von Erfolgsstories wir in den kommenden Monaten und Jahren erwarten können?

Thorsten Witt: Schwierige Frage…wir hoffen natürlich, mit der Plattform einen Lernprozess in Gang treten zu können. Wissenschaft soll mit sciencestarter.de zugänglicher, greifbarer, erlebbarer werden. Mit der Plattform ermöglichen wir eine neue Art des Dialogs, des Austauschs und des Netzwerkens zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Wenn dies aufgegriffen wird, Projekte unterstützt werden und sich die Plattform langfristig als fester Bestandteil der Wissenschaftskommunikation und –finanzierung etabliert, ist das für uns ein großer Erfolg.

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