Crowdfunding – Bei Prämien und Rabatten gibt es noch Potential

Bei den meisten Crowdfundings zur Startup-Finanzierung hier in Deutschland wird das Potential eines akquisitorisches Elements bisher in der Regel nicht voll ausgeschöpft. Gemeint sind Prämien und Rabatte für die Investoren.

Wer immer ein Funding startet, sollte sich einmal gründlich auf Kickstarter.com umsehen und sich inspirieren lassen, wie man Prämien gestalten könnte. Auch lohnt es sich, das aktuelle Funding von Ludufactur bei Companisto einmal anzusehen. Da sind lobenswerte Ansätze zu sehen (das betrifft auch die Staffelung). Aus eigener Erfahrung bei der Beteiligung an Finanzierungen über Crowdcube kann ich sagen, dass die Prämie durchaus einen Einfluss hatte auf die Höhe des Investments.

Zwar wird bei allen Fundings auf Seedmatch ganz unten auf der Vorstellungsseite eine Rubrik “Rabatte für Investoren” geführt. Die Angebote haben aber zuweilen eher einen Alibi-Character. Einige Angebote scheinen darüber hinaus durchaus von Geiz geprägt zu sein. Besonders negativ finde ich das Beispiel von Rankseller, die einen kleinen Rabatt von 10 Prozent bieten, aber nur auf die ersten zehn Advertorials. Darüber hinaus muss der Investor warten, bis die Rabattfunktionalität technisch umgesetzt wird. Hier wäre es sicher besser gewesen, mit einem Stufensystem zu arbeiten. Der gebotene Alibi-Rabatt würde beim kleinsten Investment noch Sinn machen, sollte aber schon bei einem 500-Euro-Invest gesteigert werden. Schließlich sind die Investoren auch Multiplikatoren, die ein Eigeninteresse daran haben, Werbung für “ihr” Startup zu machen.

Sehr viel besser ist da der Ansatz von Front Row Society, die 30 Prozent Rabatt auf alle Produkte gewähren und dies für die Dauer des Investments. Wer darüber hinaus noch eine Boutique vermittelt, die die Produkte der Front Row Society listet, bekommt ein Produkt geschenkt. Das sind Geld werte Anreize zu investieren.

Jedes Startup sollte sich in Erinnerung rufen, dass es sich bei den Finanzmitteln, die die Crowd zur Verfügung stellt, um Risiko-Kapital handeln. Das Risiko eines Totalverlustes kann also durch Rabatte zumindest psychologisch heruntergerechnet werden. Außderdem ist man durch die Prämien praktisch vom Start weg “dividendenfähig”.

Startups, die ein Funding planen, sollten sich aus meiner Sicht – wie erwähnt – einmal von den kreativen Projektfundings auf Kickstarter inspirieren lassen, aber auch bei den Crowdinvesting-Pitches auf crowdcube (aktuelle Beispiel von Burgers and Stuff: free milkshake with every order – for life). Ein besonders attraktives Beispiel kommt übrigens aus der Schweiz und kann hier im Blog nachgelesen werden. Die Rede ist vom der Aktienemission der Schweizer Uhrenfirma PHILIPPE DUBOIS & FILS SA.

Die Prämien sind übrigens auch deshalb wichtig, weil die Investoren in vielen Fällen auch potentielle Stammkunden sind. Und je überzeugter diese Stammkunden dann von den Produkten sind, umso wahrscheinlicher ist es auch, das diese bei Folgefundings noch einmal mit von der Partie sind.

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