„Seit dem Launch im August 2011 wurden über Seedmatch bereits 21 junge Unternehmen erfolgreich finanziert und über zwei Millionen Euro für Startups zusammengetragen.“ – Im Gespräch mit Peter Schmiedgen

Seedmatch

Klaus-Martin Meyer: Herr Schmiedgen, Sie verantworten bei Seedmatch den Bereich Corporate Communications. Könnten Sie bitte sich und Ihre Firma kurz vorstellen?

Peter Schmiedgen: Seedmatch betreibt als Pionier die größte und dynamischste Crowdfunding-Plattform für Startups in Deutschland. Gründer haben die Möglichkeit, das für die Umsetzung ihres Unternehmenskonzeptes notwendige Kapital von derzeit bis zu 100.000 Euro einzusammeln und eine Vielzahl an Unterstützern zu gewinnen. Privatpersonen beteiligen sich dazu bereits ab 250 Euro online an jungen Unternehmen.

Seit dem Launch im August 2011 wurden über Seedmatch bereits 21 junge Unternehmen erfolgreich finanziert und über zwei Millionen Euro für Startups zusammengetragen. Startups präsentieren ihre Konzepte mittlerweile über 8.800 potentiellen Investoren und profitieren von der wertvollen Aufmerksamkeit. Daraus entsteht eine Dynamik, die für den maximalen Finanzierungserfolg grundlegend ist und enorme Reichweite schafft.

Klaus-Martin Meyer: Seedmatch ist in Deutschland First Mover beim Crowdfunding. Bisher haben Sie – wenn ich das richtig beobachtet habe – alle Firmen auf ihrem Marktplatz erfolgreich gefunded. Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht dieser Punkt bei den Firmen, die sich an Sie wenden?

Peter Schmiedgen: Richtig, das ist einer der Punkte, die unsere Plattform bisher auszeichnen. Den Gründern ist aber auch wichtig, dass sie sich bei Seedmatch der größten Community vorstellen und von uns in der Kommunikation vor, während und nach dem Crowdfunding aktiv unterstützt werden. Wir helfen dabei, die Investmentstory auf den Punkt zu bringen.

Jedes erfolgreich finanzierte Startup erhält zudem seinen eigenen, geschlossenen Investor Relations Bereich bei Seedmatch. Die Gründer können die aktuellen Entwicklungen kommunizieren, wichtige Unterlagen wie die Quartalsberichte und Jahresabschlüsse zentral ablegen und sich mit ihren Investoren austauschen. Gleichzeitig haben die Investoren einen direkten Draht zu den Gründern und können selbst Fragen stellen, Feedback geben oder Kontakte vermitteln. Durch diesen Austausch von Know-how und Netzwerken verbindet Seedmatch Crowdfunding mit Crowdsourcing, wovon beide Seiten langfristig profitieren.

Klaus-Martin Meyer: Für Ihren langfristigen Erfolg wird es wichtig sein, dass die finanzierten Unternehmen erfolgreich am Markt agieren. Wie streng ist Ihre Auswahl?

Peter Schmiedgen: Seedmatch legt seinen Fokus auf First Mover und Game Changer – Unternehmen, die zukunftsweisende Technologien und nachhaltige Produkt- und Serviceinnovationen im B2C-Bereich entwickeln und anbieten. Auch spannende B2B-Ansätze stehen im Fokus, vorausgesetzt, der Kundennutzen ist einfach nachvollziehbar.

Startups, die über Seedmatch finanziert werden möchten, müssen weiterhin eine Vielzahl von Kriterien erfüllen: Die Alleinstellungsmerkmale (USPs) und ein hoher Kundennutzen müssen für jeden ersichtlich sein und klar herausstechen. Das Geschäftsmodell muss tragfähig und skalierbar sein und ein überdurchschnittliches Wachstumspotential vorweisen. Das Produkt sollte teilweise oder besser fertig entwickelt sein.

Für den Erfolg des Crowdfunding ist weiterhin entscheidend, dass die präsentierte Innovation mit einer spannenden Investmentstory verbunden ist. Diese sollte das Potential haben, eine Vielzahl von Menschen zu begeistern, so dass das Startup einen Benefit durch die Multiplikatorwirkung der Crowd erhält. Letztlich wird im Schnitt ein Startup aus 30 Bewerbungen von uns für ein Funding zugelassen.

Klaus-Martin Meyer: Die Bafin hat sich dieser Tage auch offiziell zum Thema Crowdfunding geäußert. Inwiefern erleichtert Ihnen dies das Geschäft. Ist die Beantragung einer Bafin-Lizenz für Seedmatch ein Thema, um in Zukunft ggf. auch größere Fundings und andere Asset-Klassen zu realisieren?

Peter Schmiedgen: Der Artikel erleichtert die Kommunikation nur insofern, dass nun zusätzlich eine Bestätigung seitens der BaFin vorliegt, dass wir alles richtig gemacht haben. Dies haben unsere rechtlichen Gutachten aber auch bereits von Anfang an besagt. Fundings über 100.000 Euro sind definitiv ein Thema bei Seedmatch und wir arbeiten gerade daran, diese vorzubereiten.

Klaus-Martin Meyer: Abschließend würde mich ein Ausblick interessieren. Wie wird sich aus Ihrer Sicht das Crowdfunding im Allgemeinen und die Landschaft der Marktplätze in Deutschland mittelfristig entwickeln. In diesem Zusammenhang würde mich auch die Frage nach einem Sekundärmarkt interessieren.

Peter Schmiedgen: Crowdfunding für Startups ist hierzulande noch relativ neu, d.h. erst seit dem Launch von Seedmatch im August 2011 überhaupt am Markt. Das ganze Thema steckt also mitten im Entwicklungsprozess und es gibt sicherlich noch viel ungenutztes Potential. In den letzten Monaten haben zudem immer mehr Plattformen ihren Start angekündigt, der Markt ist also in Bewegung und wir werden noch eine ganze Reihe von Entwicklungen sehen, die wir mit Seedmatch maßgeblich vorantreiben. Es wird sicherlich in naher Zukunft auch einen Sekundärmarkt geben. Die Zeit wird zeigen, welche Anbieter und Marktplätze neben Seedmatch langfristig Erfolg haben.

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