„Als wir SugarShape im Februar 2012 bei Seedmatch vorstellten, erregte dies eine große Aufmerksamkeit“ – Im Gespräch mit Sabrina Schönborn (SugarShape)

SugarShape

Klaus-Martin Meyer: Sabrina, Du bist eine der beiden Gründerinnen von SugarShape. Könntest Du dich und deine Company bitte kurz vorstellen?

Sabrina Schönborn: Im Januar 2012 haben meine Schwester Laura und ich SugarShape gegründet, um endlich Schluss mit Kompromissen beim BH-Kauf zu machen! Wir waren selbst sehr frustriert darüber, dass wir keine schönen Dessous und Bademoden in außergewöhnlicheren Größen finden konnten. Besonders für schlanke Frauen mit einer größeren Oberweite bietet der Markt kaum Auswahl.
Auf SugarShape.de kreieren wir nun gemeinsam mit unseren Kundinnen unsere Kollektionen. Die Community kann per Online-Voting über Formen, Farben und Features abstimmen und auch eigene Ideen und Designs einreichen. Da mehr als 80% der Frauen die falsche BH-Größe tragen, haben wir ein neues Größensystem entwickelt, welches ganz ohne verwirrende Buchstaben auskommt. Außerdem können unsere BHs durch austauschbare Schmuckanhänger individualisiert werden.

Klaus-Martin Meyer: Ihr habt im Zusammenhang mit Eurem Crowdfunding einige Publicity gehabt, die man sicher bei einer Kreditaufnahme bei der Hausbank nicht gehabt hätte. Ist diese Publicity positiv zu bewerten?

Sabrina Schönborn: Als wir SugarShape im Februar 2012 bei Seedmatch vorstellten, erregte dies eine große Aufmerksamkeit, einerseits wegen der attraktiven Themenmischung, andererseits auch, weil wir das erste weibliche Gründerteam waren, welches über Crowdinvesting finanziert wurde. So konnten wir einen neuen Funding-Rekord aufstellen und in weniger als 4 Stunden 100.000 Euro Startkapital einsammeln. Darüber wurde dann, besonders in den Fachmedien, viel berichtet, auch wegen der guten Pressearbeit von Seedmatch. Da der Launch unseres Online Shops in der selben Woche wie das Funding stattfand, passte es zeitlich sehr gut. Allerdings wirkt sich die Präsenz in Fachmedien zum Thema Gründung und Finanzen nicht unmittelbar auf den Umsatz in unserem Shop aus, da dort die Überschneidung mit unserer Zielgruppe doch sehr gering ist. Da jedoch Mouth-to-Mouth-Marketing bei uns eine große Rolle spielt, ist jede Person, die für unser Thema sensibilisiert wird, ein Gewinn. Tatsächlich werden viele unserer Neu-Kundinnen von Männern auf SugarShape aufmerksam gemacht. Aber auch für die Publikumsmedien ist das Crowdfunding ein willkommener Aufhänger, um unsere Geschichte zu erzählen. Und solche Beiträge bringen dann natürlich auch direkten Umsatz, wie wir gerade sehen konnten, nachdem RTL, SAT.1 und NDR über SugarShape berichtet haben.

Klaus-Martin Meyer: SugarShape hat selber einen Community-Ansatz. Gibt es da Überschneidungen zwischen Mitgliedern und InvestorInnen? Kann man etwas dazu sagen, ob Investoren auch gern auf SugarShape einkaufen? Sind die Investoren vielleicht auch gute Kunden und eifrige Kommunikatoren?

Sabrina Schönborn: Da unser Funding so rasend schnell ging, waren viele Interessenten – darunter auch Frauen – leider zu spät dran. Um einen Anteil zu ergattern, musste man sich damals schon genau die Uhr stellen und sich bereits mit dem Abläufen vertraut gemacht haben. So waren unter unseren Mikroinvestoren dann schließlich hauptsächlich Männer, die in SugarShape eher ein interessantes Investment sehen als die Lösung ihres Problems.
Trotzdem verbreiten einige Investoren fleißig unsere SugarShape News über ihre Social Media Kanäle und verteilen Flyer im Bekanntenkreis, was uns natürlich sehr freut.

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