Crowdfunding als Marketing-Instrument – Best Practice

Neben der Akquisition von Finanzmitteln sehen so mache der Kapital suchenden Firmen auch den Marketing-Aspekt einer Crowdinvestment-Runde als ein wichtiges Argument an. So nannte z.B. PaperC bei seinem Funding den Aufmerksamkeitswert eines Fundings als einen zentralen Grund für die Entscheidung zu einer Crowdfinazierung (PaperC hatte zuvor bereits größere Fundings von Business Angels erhalten). Das Potential dieses Aspekts wird noch nicht bei allen Startup-Finanzierungen in vollem Umfang ausgeschöpft. Hier sollten die Startups durchaus konsequenter sein, aber auch die Marktplätze sollten ihre Reichweite nutzen, um das Thema zu stimulieren.

Bei den Projektvorstellungen beim Crowdfunding-Marktplatz Companisto gibt es einen Punkt “Wie könnten Companisten Startup xy unterstützen?”, einen Punkt, den – wenn ich es richtig sehe – die anderen Marktplätze durchaus ergänzen sollten, um den Marketing-Aspekt gewissermaßen zu institutionalisieren.

Am besten umgesetzt wurde die Einbeziehung der Crowd in das Marketing des Startups aus meiner Sicht bisher bei ePortrait. Die Wunschliste von ePortrait im Rahmen des Funding-Pitches sah folgendermaßen aus:
“Als Startup freuen wir uns natürlich jederzeit über Unterstützung. Wer uns helfen möchte, kann Folgendes tun:

– Macht Eure Passfotos bei ePortrait
– Erzählt Freunden und Bekannten von ePortrait
– Sprecht Eure Krankenkasse auf unser Angebot an
– Liked uns auf Facebook und ladet interessierte Freunde und Bekannte ein.
– Erwähnt ePortrait in Euren sozialen Netzwerken und Blogs
– Testet die neue Version von ePortrait (voraussichtlich Dez. 2012)
– Unterstützt uns mit Medienkontakten
– Sagt uns, wo es unbedingt eine Online-Fotokabine geben sollte
– Sendet uns Feedback und Ideen, gerade wenn ihr Euch mit Softwareentwicklung, Fotografie und Bildverarbeitung auskennt

Alle Companisten, die gesetzlich krankenversichert sind, können gerne Ihre Krankenkasse auf unsere Online-Fotokabine hinweisen und berichten, dass andere Kassen diese bereits einsetzen. Eine E-Mail-Vorlage gibt es hier.”

Neben den Wünschen wurde also z.B. gleich eine Mailvorlage mitgeliefert, die auch ich schon versendet habe. Wie aus dem Kommentarbereich auf Companisto hervorgeht, war auch der eine oder andere der still Beteiligten mit Mailings an seine Krankenkasse aktiv. Ein Investor hat nach eigenen Angaben sogar zum Telefonhörer gegriffen!

Das einzige was meiner Meinung nach fehlt, ist auch noch die Bitte ePortrait nicht nur in den Blogs zu erwähnen, sondern auch von den privaten Webseiten der Investoren zu verlinken, was im SEO-Zeitalter noch wichtig werden könnte.

Ich will eingestehen, dass das Geschäftsmodell von ePortrait besonders gut geeignet ist, dass die Crowd marketing-technisch mithilft. Dennoch ist es aus meiner Sicht offensichtlich, dass lange nicht alle Startups in Bezug auf die Stimmulierung des Marketings durch die eigene Finanzcommunity ihre Hausaufgaben ausführlich genug machen. Über eine Wunschliste hinaus, kann sicher auch eine wiederholte Ansprache der Investoren nicht schaden. So hat ePortrait z.B. aktuell (Stand: 30.09.2012) nicht einmal halb so viele Facebook-Freunde wie Investoren. Warum nicht in weiteren Emails an die Investoren noch einmal die Link zur Facebook-Seite mitschicken und noch einmal um Likes bitten?

Fazit: Allen Startups, die den Weg eines Crowdfundings gehen, empfehle ich, einmal die Companisto-Seite von ePortrait anzusehen. Den Marktplätzen empfehle ich ganz dezidiert, dem Vorbild von Companisto zu folgen und eine entsprechende Unterstützer-Rubrik zu ergänzen, so das die Startup gezwungen werden, zumindest den Versuch zu unternehmen, die Marketing-Hilfe der Crowd in Anspruch zu nehmen.

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