„Wir haben als erstes Unternehmen in Europa eine Schwarmfinanzierung mittels dem rechtlichen Vehikel von Genussscheinen durchgeführt.“ – Im Gespräch mit Konstantin v. Keyserlingk (Munich Distillers)

Munich Distillers

Klaus-Martin Meyer: Herr von Keyserlingk, Sie sind einer von drei Gründern bei Munich Distillers. Könnten Sie sich und Ihre Distillerie bitte kurz vorstellen?

Konstantin v. Keyserlingk: Die Munich Distillers sind eine innerstädtische Destillerie im Herzen von München und wir haben es uns zum Ziel gemacht, den ersten Münchner Vodka herauszubringen, dessen Branding sich komplett um die Kultfigur Monaco Franze dreht – deshalb auch der Name Monaco Vodka.
Unser aktuelles Gründerteam besteht aus vier Personen mit Gesellschafteranteilen, mich eingeschlossen. Konstantin Graf v. Keyserlingk, Betriebswirt und Geschäftsführer, Maximilian Kloker, Kreativdirektor, Frank Schuster, Getränketechnologe und Master Distiller, sowie John Hofmann, Barmanager. Zusätzlich arbeiten wir im Bereich Vertrieb und PR eng mit Freelancern zusammen. Wichtig ist für uns auch unsere Kooperation mit dem Münchner Stadtlabel franzmünchinger, welches unter anderem die Markenrecht an dem Monaco Franze beibringt.

Klaus-Martin Meyer: Bei der Finanzierung haben Sie sich für ein Crowdfunding entschieden. Was war der Grund für diese Entscheidung?

Konstantin v. Keyserlingk: Der Grundgedanke der Munich Distillers ist den Münchnern ein neues Genußerlebnis zu bieten. Aus diesem Grund arbeiten wir auch in einer gläsernen Manufaktur, wo die Kunden von der Aufbereitung der Rohstoffe über den Destiliervorgang bis hin zum Flaschenbefüllen alle Prozesse sehen können. Anschließend können die Destillate auch degustiert werden, bzw. im Barbetrieb als Cocktails konsumiert werden. Dieser Grundgedanke der hohen Transparenz setzt sich eben auch in unser Finanzierung fort. Somit kann jeder der das möchte auch am wirtschaftlichen Erfolg der Munich Distillers mitprofitieren. Dementsprechend verstehen wir uns als Gegenmodell zur tradierten Vorstellung eines anonymen Industriebetriebes und leben diese Offenheit jeden Tag.

Klaus-Martin Meyer: Wie kam es zur Entscheidung zugunsten von Mashup-Finance? Ihr Funding war ja gewissermaßen der Versuchsballon für die Crowdfunding-Plattform.

Konstantin v. Keyserlingk: Wir haben uns verschiedene Schwarmfinanzierungsplattformen angesehen bevor wir uns für Mashup Finance gewendet haben. Der Großteil vergleichbarer Plattformen arbeiten mittels einer Gesellschafterbeteiligung. Der Nachteil darin ist, das man bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt u.U. größere Teile des eigenen Unternehmens weggibt und sich damit für spätere strategische Investoren uninteressant macht und das Modell der Arbeitnehmergesellschafter schlechter ausführbar macht. Zusätzlich begeisterte uns an Mashup Finance auch die regionale Ausrichtung sowie das Interesse an “Offline-“Geschäftsmodellen.

Klaus-Martin Meyer: Bei Ihrem Funding haben Sie bestimmte Anreize, die an die Höhe des Investments geknüpft waren, gegeben. Für wie wichtig halten Sie diesen Punkt im Nachhinein?

Konstantin v. Keyserlingk: Die Belohnung oder “Incentives”, welche wir ausgelobt hatten, spielten mit Sicherheit eine große Rolle. Kleininvestoren in der Größenordnung von 100 bis 5.000 Euro betrachten ihr Investment nicht in erster Linie aus Renditeperspektive, sondern sehen sich als Teil von einem Projekt für welches sie sich persönlich interessieren und begeistern können. Zusätzliche Anreize wir die namentliche Nennung als Förderer der ersten Stunde, die ersten abgefüllten Flaschen in den Händen zu halten oder nicht zuletzt den eigenen Namen im Destillationskessel eingraviert zu sehen, sind für die Kleininvestoren häufig von übergeordneter Bedeutung. Nichtsdestotrotz ist ein solides Konzept und verantwortungsvolles wirtschaftliches Handeln das Fundament, auf dessen Basis auch alle weitere Zusammenarbeit mit den Interessenten gefußt hat.

Klaus-Martin Meyer: 51 Investoren waren bei Ihrem Funding mit von der Partie. Wie aktiv sind die Mitglieder ihrer „Finaz-Community“ als Kunden oder freiwillige Vertriebsunterstüzter?

Konstantin v. Keyserlingk: Diese Frage lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschließend beantworten. Richtig ist, dass unsere Investoren Fans und Supporter von der ersten Minute an waren. Das begann mit den heutzutage wichtigen “Facebook-Likes”, über aufmunternde oder lobende Emails, welche eine schöne Form der Bestätigung sind, und endete bei tatkräftiger Beratung zu Fragen oder Unterstützung bei dem Kontakt zu Medien. Wir gehen davon aus, dass sobald unsere Bar sowie die Serienproduktion des Monacos am Start sind wir noch viel weitere Unterstützung unserer Investoren erhalten werden, in welcher Form auch immer.

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