Interview mit Dominic Schröder (Crowdsourcing-Verband) zum Thema Crowdfunding

Klaus-Martin Meyer: Dominic, United Equity ist Mitglied des Deutschen Crowdsourcing-Verbands. Ist der Markt schon so weit, dass es einen Verband braucht?

Dominic Schröder: Auf jeden Fall. Wir merken immer wieder, dass Crowdfunding und Crowdinvesting als sehr junge Marktsegmente bei den Nutzern (und hier sprechen wir sowohl von Anlegern als auch von denjenigen, die Geld einsammeln) viele offene Fragen aufwerfen. Von ganz einfachen, eher anwendungsgetrieben Themen bis hin zu rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen. Insofern ist es unser Anliegen, entsprechende Informationen zu sammeln und bereitzustellen und diese Entwicklung möglichst früh mit zu begleiten und auch mit zu gestalten.

Klaus-Martin Meyer: Kannst Du uns eine ungefähre Einschätzung geben, welche Auswirkungen z.B. auf den Arbeitsmarkt die bisherigen Fundings in diesem Jahr bereits haben?

Dominic Schröder: Das durch Crowdfunding und Crowdinvesting zur Verfügung gestellte Kapital ist vor allen Dingen Wachstumskapital. Die Empfänger benutzen es unserer Erfahrung nach für vielfältige Zwecke, aber eben auch um dringend benötigtes Personal beschäftigen zu können. Hier sehen wir bereits in dieser frühen Phase direkte, reale Erfolge.

Klaus-Martin Meyer: Für einen funktionierenden Crowdfunding-Kapitalmarkt brauchen wir in Zukunft sicher noch zwei entscheidende Dinge: Erfolgreiche Exits und einen Sekundärmarkt für Firmenanteile. Wie lange werden wir auf beides warten müssen?

Dominic Schröder: Der Markt ist in Deutschland noch sehr jung und in einer starken Wachstumsphase. Die Zahl erfolgreicher Exits wird noch im Laufe diesen Jahres und besonders nächstes Jahr rapide steigen. Eine so potenzialstarke Marktsituation erschwert aber präzise Voraussagen. Ein Sekundärmarkt ist gerade mit Blick auf die bislang sehr regelmäßigen Laufzeiten der Finanzierungen und der erforderlichen Suche einer Anschlussfinanzierung von entscheidender Bedeutung. Unsere Vision ist es in Zukunft einen umfassenden, liquiden Marktplatz für Beteiligungen anbieten zu können. Vermutlich werden wir uns hier noch einige Zeit gedulden müssen doch spätestens wenn der Auslauf der ersten Beteiligungen in greifbare Nähe rückt (Durchschnittswert: fünf Jahre), also in etwa drei Jahren, wird der Markt noch einmal neu definiert.

Klaus-Martin Meyer: Abschließen würde mich interessieren, wo in den kommenden Jahren die Schwerpunkte der Verbandarbeit liegen werden.

Dominic Schröder: Der Deutsche Crowdsourcing Verband (DCV) e.V. bzw. der Arbeitskreis Crowdfunding/Crowdinvesting setzt auch weiterhin auf die Vernetzung der Branche, auf entsprechende Veranstaltungen und Publikationen und wird das Thema Crowdfunding und Crowdinvesting in Deutschland unterstützen und fördern. Außerdem arbeiten wir auch zukünftig eng mit dem European Crowdfunding Network zusammen, das die Entwicklung auf der Europäischen Ebene begleitet. Eines ist sicher: Es ist uns bleibt genug zu tun.

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