„Mit der Crowdfunding Plattform GreenVesting.com können wir sehr flexibel und unbürokratisch Interessenten auch mit kleineren Beträgen an unseren PV Anlagen partizipieren lassen.“ – Im Gespräch mit Peter Walburg

Klaus-Martin Meyer: Herr Walburg, Sie sind Geschäftsführer der Firma GreenVesting GmbH & Co. KG. Könnten Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Peter Walburg: Ja gerne Hr. Meyer, GreenVesting gibt es seit Anfang 2009, aber es bedurfte ca. 1,5 Jahre Vorbereitungszeit, in der wir uns intensiv mit Investitionen in alternativen Energien beschäftigt hatten. Die Gründer Dirk Völker, Gerard o’Connor (schied 2012 als GF aus), Klaus Bauer und ich kamen aus unterschiedlichen Geschäftsfeldern und kennen uns schon mehr als acht Jahre. Dirk Völker und ich arbeiteten seit mehr als 17 Jahren bei der Deutschen Bank Tochter DWS. Ich leitete dort die Researchabteilung für Anleihen und war u.a. für Hochzinsanleihen zuständig. Ein Teilbereich, den Dirk und ich zusammen beeinflussten, waren auch Investitionen in sog. Ethische Produkte. ESG (environmental, social and governance) sind Fonds, die nach bestimmten Kriterien investieren, also auch soziale und Umweltkomponenten in ihre Investitionsentscheidung vorrangig einfließen lassen. Dirk und ich wollten dies unabhängiger mit sog. „real assets“ anpacken, also Investitionen, die nicht nur auf dem Papier in einer Struktur verpackt sind, sondern Investitionen, die man angreifen und sehen kann. Die einfachste Art dies zu tun, war zu der Zeit die Photovolatik. Klaus Bauer, der schon mehrere PV Anlagen für uns privat gebaut hat und einer der Pioniere der PV Branche ist, konnten wir für den „Ingenieurteil“, also die Qualitätskontrolle unsere Investments gewinnen. Gerard o’Connor war als Ire und US-Amerikaner unser Sprachrohr in den englischsprachigen Kundenraum. GreenVesting ist immer mit Eigenkapital an einem Projekt beteiligt und verwirklicht das Projekt immer bevor es an Dritte veräußert wird. Und auch dann sitzt GreenVesting für weitere 20 Jahre mit dem Kunden in einem Boot, denn wir sind der „Hausmeister“ der PV Anlage sowohl technisch als auch wirtschaftlich. Unser Ertrag hängt direkt vom Ertrag der PV-Anlage ab.

Klaus-Martin Meyer: In der Solarbranche gibt es ja bereits viele Vertriebsfirmen, die Anteile an Solarparks bzw. -Anlagen vertreiben. Sind diese Wettbewerber nicht eine hohe Marktzutrittsbarriere für eine neue Crowdfunding-Plattform?

Peter Walburg: Wir sind keine Vertriebsfirma. Wir nehmen vom ersten Tag an das Risiko der Entwicklung und des Baus zusammen mit unseren Partnern wie z.B. der Firma Wagner Solar aus Cölbe bei Marburg, die ebenfalls als Solar-Pioniere wie wir Ökonomie und Ökologie zusammenbringen wollen. Wir hatten von Anfang an das Ziel drei Arten von Kundensegmenten zu bedienen. Große Fonds, Privatinvestoren und Kleinanleger. Mit der Crowdfunding Plattform GreenVesting.com können wir sehr flexibel und unbürokratisch Interessenten auch mit kleineren Beträgen an unseren PV Anlagen partizipieren lassen. Eine echte Bürgerbeteiligung halt. Da wir schon seit 2009 in diesem Markt sind hatten wir nicht mit hohen Eintrittsbarrieren zu kämpfen. Selbstverständlich kann der Konkurrent nur einen Mausklick weiter weg sein, aber genau das erhöht die Sicherheit des Kunden. Wir wissen genau, dass Transparenz über das Investment des Kunden über Erfolg und Misserfolg entscheiden wird. Wenn wir unsere Kunden nicht gut behandeln und nicht immer gut informieren, dann ist dieses „voting by feet“ äh, mouseclick schnell passiert. Aber das unterscheidet uns von Banken und deren Produkten. Wir sind transparent!

Klaus-Martin Meyer: Werden auf Ihrer Crowdfunding-Webseite ausschließlich eigenen Solarprojekte Ihrer Firma abgewickelt oder wird die Plattform auch dritten Projektinitiatoren zur Verfügung stehen?

Peter Walburg: Im Moment möchten wir nur eigene Produkte auf unsere Crowdfunding GreenVesting.com stellen, aber zu gegebener Zeit und wenn Projekte die mühevolle rechtliche, technische und strukturelle Prüfung durch GreenVesting positiv durchlaufen haben, können wir uns das vorstellen. Allerdings werden wir immer uns beteiligen und als Geschäftsführer der jeweiligen Zweckgesellschaft (welche die Anlage dann übernehmen wird) in Erscheinung treten. D.h. wir müssen die Kontrolle über das Projekt haben und sind unseren Kunden gegenüber verpflichtet.

Klaus-Martin Meyer: Sie haben sich für die Etablierung Ihrer Seite für eine Kooperation mit Startnext entschieden. Welche Gründe haben Sie dazu motiviert anstatt eine eigenen Plattform zu stricken?

Peter Walburg: Wir hatten sehr früh Kontakt mit dem Team von Startnext. Es gab sofort eine unterschwellige Sympathie und, objektiv betrachtet, haben wir uns ab dem ersten Design bis hin zu der technischen Umsetzungen immer bestens betreut gefühlt. Die Referenzkunden sprachen für sich und das Interesse einen Markt (den von regenerativen Energien) zu beackern, der bislang im Crowdfunding Bereich noch etwas unterrepräsentiert war.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss würde mich interessieren, wo Sie GreenVesting in fünf Jahren sehen. Was wird bis dahin realisiert worden sein, was ohne GreenVesting nicht passiert wäre?

Peter Walburg: Oh, die schwierigste Frage zum Schluss: Wir haben in den letzten Jahren viel erreicht, weniger in unserer G&V als im Goodwill Bereich. Wir haben sehr viel Erfahrungen gesammelt und sehr viele gute Partnerschaften geknüpft, die wir nun z.T. etwas enger schnüren werden. Leider gab es in unserem Markt auch einige, die das schnelle Geld gesucht haben und dadurch ein wenig ein schlechtes Image geschaffen haben. Auch mit diesen sind wir konfrontiert worden, aber haben außer ein „paar blauen Flecken“ keine Schäden ertragen. Ich denke in den nächsten fünf Jahren werden sich Kunden an immer noch gute, aber z.T. niedrigere Renditen gewöhnen müssen (so zwischen 4% und 8%, je nach Sonnenschein oder Wind). Aber, wissen Sie, nur Renditen, die man langfristig auch bekommt sind gute Renditen!
Wir werden zusätzlich zur PV auch in andere „grüne“ Energieträger investieren. Wir sind gerade dabei eine Arbeitsgemeinschaft ARGE mit zwei anderen komplementäre Partner zu gründen, um kommunale Windprojekte lokalen Bürgern sowohl als sichere, dezentrale (und somit effiziente) Energiequelle und aber auch langfristig sichere Geldanlage näher zu bringen. Es ist schwer neben den großen Energieversorgern zu bestehen, aber mit unseren Werten: Ehrlichkeit, Transparenz und Realismus sind wir da auf einem guten Weg!

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