„Unsere Vision ist es mittels equity based Crowdfunding die Gründerkultur im Rhein-Main-Gebiet und bundesweit aktiv und unmittelbar zu fördern.“ – Interview mit Torsten Schreiber (bestBC GmbH)

Torsten Schreiber

Torsten Schreiber

Klaus-Martin Meyer: Torsten, Du bist Gründer und CNO der bestBC GmbH. Würdest Du dich und Dein Startup bitte kurz vorstellen?

Torsten Schreiber: Ahoi Klaus-Martin, mein Name ist Torsten Schreiber, ich bin seit mehreren Jahren in der Piratenpartei aktiv und komme beruflich aus dem Social Commerce/ E-Commerce. Gemeinsam haben wir im Mai diesen Jahres die Crowdinvesting – Plattform bestBC ins Leben gerufen. Unsere Vision ist es mittels equity based Crowdfunding die Gründerkultur im Rhein-Main-Gebiet und bundesweit aktiv und unmittelbar zu fördern.

Klaus-Martin Meyer: Wenn ich das Konzept richtig verstehe, ist der Ansatz von bestBC etwas ganzheitlicher als der anderer Plattformen. Den Projektteams werden z.B. Mentoren zur Seite gestellt
und vorab wird ein Projektrating erstellt, dass hilft, den Investoren Orientierung zu geben.

Torsten Schreiber: Punktlandung. Ganzheitlich ist ein schönes Wort. Es geht uns darum Projektteams nicht „durchzufunden“, sondern sie wie ein Taxi abzuholen und zum Exit zu begleiten. Das Rating von Experten (nicht von Investoren) soll Transparenz schaffen –etwas was ich aus der Piratenpartei mitbringe- , die Mentoren sind wertvolle Begleiter sowohl um die Teams „auf den Teppich“ zu holen, als auch Ihnen die richtigen Türen zu öffnen. Expertenrat = Investorenorientierung, Mentoren = Projektteam-Orientierung

Klaus-Martin Meyer: Ihr seit gleich drei Projektteams gestartet. Kannst Du etwas zu den verschiedenen Companys sagen?

Torsten Schreiber: Ja, wir wollten hiermit auch unsere Vision und unser Geschäftsmodell präsentieren, mit Shams Coffee aus Köln wollen wir daher ein Franchisesystem aus der Old Economy vorstellen, um denjenigen Crowdinvestoren etwas anzubieten, die etwas „Handfestes“ haben möchten. Shams bietet hier ein profitables und spitzes Geschäftsmodell, zudem ist Kaffee schwer im Trend.

Mit wellnessbooking aus Heidelberg haben wir ein echtes „Onlineportal“ am Start, welches den bisherigen Crowdinvesting-Projekten anderer Plattformen sehr nahe kommt und ein sehr starkes Projekt ist mit einem Proof-of-Concept. Wellnessbooking konnte gerade während der Crowdfunding-Phase einen strategischen Investor an Bord holen. Für die Crowd bleibt das Beteiligungsangebot gleich, obwohl die Bewertung sozusagen „just-in-crowd“ gestiegen ist. Wellness ist ein großer Trend, der in Deutschland noch ganz am Anfang steht und wellnessbooking für Strategen daher erste Wahl.

Sellnews schließlich ist für uns das geilste Startup unserer Rhein-Main-Region. Hier geht es um „Alles oder Nichts“. Sellnews ist wenn es skaliert ein Mega-Startup mit Unternehmswertaussichten, die so groß sind, dass man sie nicht nennen sollte um nicht unseriös zu wirken. Allerdings lebt es von der Crowd. Sellnews möchte nicht nur Geld aufnehmen, sondern vorallem Nutzer gewinnen um zum „Foto und Video-EBAY“ zu werden. Hier geht es auch darum wirklich Nutzer zu generieren. Sellnews hat mit dem Thema „Bürgerjournalismus“ natürlich auch einen absoluten Community-Gedanken in sich der zur „Bewegung“ werden kann. Dafür ist das Konzept erklärungsbedürftig, denn vielen Leuten ist es nicht bewußt, daß Bilder und Videos einen sehr hohen Wert haben können, so wie das Bild des Flugzeugs im HudsonRiver, daß mehrere Millionen eingebracht hat.

Klaus-Martin Meyer: Der Start mit gleich drei Fundings ist recht ambitioniert, denkt man an den zähen Start, den die meisten anderen Crowdfunding-Plattformen hingelegt haben. Was sind die wichtigsten Ansatzpunkte, wie Ihr einen funktionstüchtigen Marktplatz etablieren wollt?

Torsten Schreiber: Wie dargestellt geht es uns hier auch um eine Art „Statement“ zur jungen Branche. Wir wollen zeigen, daß Startups nicht immer nur „online“ sein müssen, sondern uns ganz bewußt auch an Old Economy richten. Deshalb haben wir uns mit unserem Expertenrat auch sehr breit aufgestellt was die Bewerbungen angeht. Auch eine „Bäckerei“ soll künftig bei bestBC die Möglichkeit zum Funding bekommen. Auf unserem Kickoff haben wir ein Lebensmittel-Startup präsentiert. Darum geht es uns. Unsere neuen Nutzer und Investoren sollen eine „Auswahl“ haben von Beginn an. Wir haben jetzt bereits festgestellt, daß die meisten Investoren die sich bei uns anmelden direkt diversifizieren und in zwei Startups investieren.

Klaus-Martin Meyer: Es sind ja bekanntlich sehr viele Crowdfunding-Plattformen in den letzten Monaten gestartet, weitere Plattformen werden starten. Ihr seit allerdings in meiner Wahrnehmung der einzige mit Sitz in der Finanzmetropole Frankfurt. In wieweit wird Euch dieser vermeintliche Standortvorteil nutzen?

Torsten Schreiber: Wieso vermeintlich? Wir positionieren uns ganz klar im Rhein-Main-Gebiet, der 3.größten Metropolregion mit einem jährlichen Wachstum von fast 10%. Unsere Szene ist leider sehr kleinteilig. Die Plattform und unsere Aktivitäten in der Szene zeigen erste Wirkung und wir vereinen die Region gerade, dadurch daß wir mit Events und Kooperationen die Startups untereinander stark vernetzen. Wir glauben, daß regionale Bindung künftig ein großer USP von Crowdfunding sein wird. Stichwort „lokalpatriotismus“.

Ich denke die meisten Plattformgründer hat dieser gleichzeitige Start überrascht und auch unter Druck gesetzt. Wir wollen hier vor allem Fairplay anbieten und stehen mit vielen der anderen Gründer in engem Kontakt und sprechen über Kooperationen oder auch regionale Aspekte, so haben wir z.B. mit österreichischen Plattformen konkrete Pläne, sowohl Projekte auch als Investoren zu sharen. Ganz im Sinne einer „Crowd“.

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