„So klein sind die Beträge nicht.“ – Interview mit Marc Dornsbach vom Crowddonation-Service elefunds.de

Klaus-Martin Meyer: Marc, Du bist bei der elefunds GmbH für PR und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Würdest Du dich und Deine Firma bitte kurz vorstellen?

Marc Dornsbach: Moin Klaus, wir sind ein junges Berliner StartUp mit insgesamt zehn Mitarbeitern. Ende 2011 haben wir im Rahmen des FUNpreneur-Gründerwettbewerbes der Freien Universität Berlin einen Service entwickelt, mit dem Kunden in Onlineshops für einen guten Zweck spenden können und damit den einfachsten Spendenservice der digitalen Welt kreiert.

Klaus-Martin Meyer: Wie groß schätzt Ihr das Potential für Euren Ansatz ein. Welche Volumina kann die Crowd für die Charitys zusammenbringen?

Marc Dornsbach: Bisher haben wir im Rahmen unserer Testphase bereits über 1000 Euro eingesammelt. Wir gehen davon aus, dass mit der Implementierung von reichweitenstarken Partnern weit mehr als dieser Betrag zusammenkommen kann. Vielleicht sogar Millionen, wenn wir einmal über Shops wie Zalando und Co. nachdenken.

Klaus-Martin Meyer: Meist ist der Anfang für Ansätze wie die Euren schwer. Ihr müßt ein Henne-Ei-Problem lösen. Ohne Online-Shops keine Spenden. Wie überzeugt Ihr die Shopbetreiber?

Marc Dornsbach: In der Tat ist das Henne-Ei-Problem nicht zu unterschätzen. Ganz zu Anfang haben wir daher einfach einen eigenen Shop gebaut, der nach wie vor aktiv ist und nun jeden Tag mehrere Verkäufe realisieren kann. Mit unserem Shop sowie den ersten mutigen externen Testshops konnten wir zeigen, dass eine weitere Klick-Option im Verkaufsprozess die Quote der realisierten Einkäufe nicht senkt und die Kunden gerne und häufig aufrunden. Zusätzlich zu dieser Erkenntnis konnten wir einen »Facebook Share« entwickeln, der es dem Kunden ermöglicht, nach seiner Spende Freunde und Bekannte über sein Engagement zu informieren und dabei die gemeinnützige Organisation und den Onlineshop zu nennen. Wenn wir uns vor Augen führen, wie viel tagtäglich bei Facebook gepostet wird, haben wir hier eine tolle Umsetzung des Konzepts »Tue Gutes und rede darüber« gefunden, das sich dementsprechend hoher Beliebtheit erfreut.

Klaus-Martin Meyer: Wie sieht es mit dem administrativen Aufwand aus Kleinstbeträge als Spenden abzuwickeln? Zudem sind bei Kreditkartenzahlungen ja auch
Gebühren involviert. Bleibt dann überhaupt noch etwas übrig, was bei den Charities ankommen kann?

Marc Dornsbach: Das ist eine wichtige Frage, die wir auf unterschiedlichen Ebenen beantwortet haben.

1. So klein sind die Beträge nicht. Natürlich spenden die wenigstens Kunden 100 Euro, glücklicherweise aber im Schnitt deutlich mehr als ein paar Cent. Das war für uns eine ganz wichtige Erkenntnis.

2. Die Gebühren, die bei der eigentlichen Transaktion anfallen, tragen die Shops selbst, da sich der finanzielle Mehraufwand für den Einzug der Spende im Promillebereich bewegt und die Aufschlüsselung der Kosten noch mehr Arbeit machen würde.

3. Wir haben den Prozess bereits so sehr verschlankt, automatisiert und digitalisiert, dass die Abwicklung der Spenden nur einen sehr geringen Aufwand nötig macht. Natürlich versuchen wir hier in Zukunft weitere Kosten wie z. B. Überweisungsgebühren etc. weiter zu minimieren und/oder mit Geldinstituten eine kostenlose Nutzung vereinbaren zu können.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss würde mich ein Ausblick interessieren, wo Ihr Euch in einem Jahr seht?

Marc Dornsbach: Wir planen im nächsten Jahr den Service in ganz Deutschland flächendeckend auszurollen und auch in unseren Nachbarländern zu etablieren. Zudem basteln wir bereits an weiteren Innovationen, wollen uns aber weiterhin und zu aller erst auf das Spendenmodul und die Implementierung in möglichst vielen und großen Shops konzentrieren. Denn wenn das Aufrunden im Onlineshop zur Selbstverständlichkeit wird, können schnell Hunderttausende zusammenkommen, die den Flüchtlingen in Syrien, dem Regenwald auf Borneo oder aber der Suppenküche der örtlichen KITA helfen werden.

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