„Wemakeit.ch ist die grösste Schweizer Crowdfunding-Drehscheibe für Kultur und Kreativwirtschaft.“ – Interview mit Rea Eggli

Klaus-Martin Meyer: Rea, Du bist bei wemakeit – der ersten Crowdfunding-Plattform der Schweiz – für das Thema Medien zuständig. Würdest Du Dich und Eure Plattform bitte kurz vorstellen?

Rea Eggli: Wemakeit.ch ist die grösste Schweizer Crowdfunding-Drehscheibe für Kultur und Kreativwirtschaft. Den Künstlern und Designern bietet sie die Möglichkeit, Projekte oder Produkte in einer kurzen Zeitspanne zu finanzieren und gleichzeitig einem Publikum zu präsentieren. Interessierte haben schon vor der Produktion Einblick ins Schaffen der Projektinitianten und können mithelfen, die kreativen Ideen zu verwirklichen. Durch kleine Beiträge stellen sie die Umsetzung oder Teilfinanzierung der einzelnen Produkte oder Veranstaltungen sicher und erhalten dafür Gegenleistungen, die oft limitiert oder exklusiv sind. wemakeit.ch wurde im Februar 2012 von Rea Eggli, Johannes Gees und Jürg Lehni gegründet.

Klaus-Martin Meyer: Wie weit ist das Thema Crowdfunding an sich bei der Kreativszene in der Schweiz bis dato angekommen?

Rea Eggli: Sehr gut, sogar über unseren Erwartungen.

Klaus-Martin Meyer: Ihr habt bereits eine ganze Reihe an Fundings realisiert. Was sind aus Deiner Sicht die zentralen Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Crowdfundings?

Rea Eggli: Ja, es konnten bereits 116 Projekte erfolgreich abschließen, was sehr erfreulich ist. Eine Crowdfunding Kampagne ist dann erfolgreich, wenn a) die Projektidee stimmt b) die Dankeschöns spannend sind und c) die Projektinitianten ihre Community motivieren mitzumachen.

Klaus-Martin Meyer: wemakeit kann einige prominente Gründungspartner vorweisen. Wie wichtig ist diese Art der Unterstützung?

Rea Eggli: Ohne die Gründungsfinanzierung der drei Partner Pro Helvetia, Migros Kulturprozent und Ernst Göhner Stiftung, welche sehr wichtig sind in der Schweizer Kulturlandschaft, wären wir nicht online gegangen. Durch ihre Unterstützung konnten wir von Anfang an professionell arbeiten, uns Zeit für die Projektberatung nehmen und die Technologie selber entwickeln.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss interessiert mich noch wie sich aus Deiner Sicht das Crowdfunding in der Schweiz in den kommenden Jahren entwickeln wird (auch vor dem Hintergrund einer „drohenden“ Internationalisierung von kickstarter?

Rea Eggli: Crowdfunding ist auch immer sehr regional, denn man spricht ja die eigene und die befreundeten Communities an. Und bei uns kann man Projekte multilingual aufschalten wenn man möchte. Wir führen ja die Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch. Deshalb fürchten wir uns nicht so sehr vor dem großen Bruder.

Die Gründer von wemakeit.ch: Jürg Lehni, Johannes Gees und Rea Eggli

Photo: Jozo Palkovits

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