„Das Thema kommt außerordentlich positiv an, weil viele unserer Kunden keine traditionellen Wege mit einer ank mehr gehen wollen.“ – Interview mit Matthias Kröner (CEO der Fidor Bank AG) über Crowdfunding

Matthias Kroener

Matthias Kroener


Klaus-Martin Meyer: Herr Kröner, Sie sind CEO bei der Fidor Bank AG. Könnten Sie Ihre Bank bitte kurz vorstellen?

Matthias Kröner: Die Fidor Bank AG ist eine in Deutschland lizenzierte internet-basierte Direktbank die sich der Idee des „social bankings“ verschrieben hat. Für Privatkunden bietet die Fidor Bank mit dem FidorPay-Konto ein hochmodernes „Cash Management“-Tool an, über das Kunden einfach im Internet einkaufen, attraktive Spar- oder Kredit-Angebote nachfragen oder in Fremdwährungen oder Edelmetalle investieren können – einfach per Mausklick und innerhalb einer Konto-Oberfläche. Die optional erhältliche Fidor Prepaid MasterCard rundet das Angebot ab. Das Angebot an die Geschäftskunden umfasst ausgewählte Finanzierungsprodukte sowie ein speziell für den e-Commerce geschaffenes FidorPay Corporate Account.

Klaus-Martin Meyer: Die Fidor Bank pflegt eine besondere Nähe zur deutschen Crowdfunding-Szene. Wie kam es dazu und was hat es damit auf sich?

Matthias Kröner: Crowd-Finance im übergeordneten Sinne ist eine Parade-Disziplin des „social bankings“ und eines Form der „collaborative action“ wie Clay Shirky sie in seinem Buch „Here comes everybody“ beschreibt. Während andere Banken sich über die Annäherung an social media machen, integrieren wir die DNA dieser Entwicklung in das Finanzprodukt selbst.

Klaus-Martin Meyer: Sie bieten das Crowdfunding über vier namentlich genannte Plattformen auch direkt Ihren Kunden an. Wie kommt das Thema bei der Kundschaft an?

Matthias Kröner: Natürlich bieten wir das direkt unseren Kunden und ich wüßte auch gar nicht, wem sonst ich das anbieten könnte?
Das Thema kommt außerordentlich positiv an, weil viele unserer Kunden keine traditionellen Wege mit einer Bank mehr gehen wollen.
Man sucht nach Alternativen und man erkennt, dass unsere Plattform nicht nur eine Alternative bietet sondern mehrere.

Klaus-Martin Meyer: Wie schätzen Sie als Banker das Potential des Crowdfunding-Prinzips für Kultur und Wirtschaft in Deutschland insgesamt ein?

Matthias Kröner: Ich denke, dass es zunehmend wichtig wird, da der Staat, die Länder und die Kommunen sich auf Dauer von einer möglichen Unterstützung zurückziehen werden müssen.
Die Folgekosten der Euro-Krise werden die jeweiligen Haushalte ordentlich belasten. Erfahrungsgemäß wird in der Kultur als erstes gespart.

Klaus-Martin Meyer: Kann Ihre Bank in Zukunft auch behilflich sein, wenn es darum geht, dass ein via Crowdfunding finanziertes Startup eines Tages einmal an die Börse gehen will oder eine größere Anschlussfinanzierung braucht?

Matthias Kröner: Nein, da sehe ich die Möglichkeiten unserer Plattform deutlich überschritten, denn wir sind keine Investment-Bank.
Allerdings gibt es auch alternative Plattformen zu einem traditionellen Börsengang. Auch hier tut sich mittlerweile einiges.
Insofern kann die Frage nur auf dem gegenwärtigen Status des Marktes beantwortet werden.

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