„Ich glaube, ganz wesentlich für den Erfolg, der mich übrigens auch sehr überrascht hat, ist es, eine gute Geschichte zu erzählen“ – Im Gespräch mit Andreas Bogk (Bogk-Bier Privatbrauerei)

Klaus-Martin Meyer: Andreas, Du hast das bisher vielleicht Aufsehen erregendste Inkubato-Projekt initiiert. Könntest Du dich und das Projekt bitte kurz vorstellen?

Andreas Bogk: Mein Name ist Andreas Bogk, ich bin 37 Jahre alt und den größten Teil meines Lebens in Berlin verbracht. Eigentlich komme ich aus der IT-Ecke, habe aber vor einiger Zeit angefangen, mich mit dem Brauen von Bier zu beschäftigen, als Hobby zum Ausgleich. Dabei habe ich festgestellt, dass das traditionelle lokale Bier, die Berliner Weiße, nahezu nicht mehr erhältlich ist, unter dem einzig verbliebenen großen Markennamen erhält man ein Produkt, dass nur noch entfernt Ähnlichkeit mit dem Original hat. Und so reifte der Entschluß, mein Hobby auf etwas solidere Beine zu stellen, und mit Hilfe von Crowdfunding eine regelmäßige Produktion aufzubauen.

Klaus-Martin Meyer: Nach welchen Kriterien hast Du die Crowdfunding-Plattform ausgesucht? Es gibt ja durchaus noch andere.

Andreas Bogk: Wichtig war mir, eine Plattform zu finden, die im deutschen Markt vertreten ist, und die als Prämie auch alkoholische Getränke zuläßt. Da fielen einige der anderen Plattformen durch. Dazu kam, dass mir die Betreiber von inkubato auch persönlich bekannt waren – bei Geld geht es ja auch immer um Vertrauen, und da hilft es, wenn man weiß, mit wem man es zu tun hat.

Klaus-Martin Meyer: Was waren aus Deiner persönlichen Sicht die zentralen Erfolgsfaktoren für das Projekt?

Andreas Bogk: Ich glaube, ganz wesentlich für den Erfolg, der mich übrigens auch sehr überrascht hat, ist es, eine gute Geschichte zu erzählen, also potenziellen Investoren zu vermitteln, warum man das tut, was man tut. Man muss ein wenig den Nerv der Zeit treffen, über ein Bedürfnis reden, dass Leute auch selbst verspüren, und eine realistische Lösung dafür anbieten. Wichtig ist auch, diese Geschichte selbst aktiv zu erzählen, nur eine Seite auf einer Crowd-Funding-Plattform reicht nicht aus. Ich habe da sicherlich sehr davon profitiert, im Vorfeld Podcasts zum Thema gemacht zu haben, die beim Publikum auch gut angekommen sind.

Klaus-Martin Meyer: Du hast Dir ein ausgefeiltes Prämiensystem ausgedacht. Inwieweit hat das geholften?

Andreas Bogk: Es ist wichtig, ein gewisses Spektrum zu bieten, dass die Investitionsmöglichkeiten der Teilnehmer auch abdeckt. Der eine hat 5 EUR übrig, der andere 500, und man muß allen eine Mitmachmöglichkeit bieten. Letzten Endes hätten es aber auch weniger verschiedene Prämien sein können, am meisten nachgefragt war „einfach eine Kiste Bier“.

Klaus-Martin Meyer: Zu guter Letzt würde mich Deine Einschätzung interessieren, ob die Publicity des Projektes auch in Zukunft bei Marketing noch helfen wird.

Andreas Bogk: Natürlich wird es das in gewissem Rahmen tun. Allerdings steht in Zukunft ganz vorne, auch ein wohlschmeckendes Produkt regelmäßig liefern zu können. Nichts ist besseres Marketing, als ein gutes Produkt zu haben.

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