„Crowdfunding ist einerseits ein Marketing Tool aber ganz klar auch ein Instrument, um Teile der Finanzierung eines solchen Films mit Hilfe der Fans zu stemmen.“ – Interview mit David Groenewold (Produzent des Films „Adolf, der FILM!“)

Klaus-Martin Meyer: Herr Groenewold, Sie sind der Produzent von „Adolf, der FILM!„. Würden Sie sich und das Filmprojekt bitte kurz vorstellen?

David Groenewold: Ich bin seit vielen Jahren Produzent, aber vor allem jemand, der sich intensiv mit dem Thema Filmfinanzierung beschäftigt hat. Aufgrund dieser Tätigkeit habe ich mit fast allen Produzenten in Deutschland schon mal gearbeitet und durfte viele tolle Filmprojekte begleiten. Gelegentlich produziere ich selbst, vor allem dann, wenn mich ein Stoff sehr fasziniert. Meine langjährige Beziehung zu Walter und Elvira Moers und meine Leidenschaft für seine Comics und seine Bücher haben mich dazu gebracht, „ADOLF die alte Nazsiau“ ins Kino bringen zu wollen. ADOLF ist eine Kunstfigur, die mit der historischen Figur Hitler gar nichts zu tun hat, sondern vor allem den Humor darin findet, sich über Nazis lustig zu machen, indem man sich fragt: Wie reagiert so ein ADOLF wenn er mit den modernen Dingen unserer Zeit konfrontiert wird? Diese Absurdität zugespitzt auf den Punkt zu bringen, das ist unser Ziel.

Klaus-Martin Meyer: Der Film soll mit Hilfe eines Crowdfundings finanziert werden. Wie kam es zu dieser Idee?

David Groenewold: Crowdfunding ist einerseits ein Marketing Tool aber ganz klar auch ein Instrument, um Teile der Finanzierung eines solchen Films mit Hilfe der Fans zu stemmen. Denn es ist erst einmal diese Begeisterung, die ein Projekt auch zum Leben erweckt. Filmemachen in Deutschland bedeutet oft, dass es einem Projekt an den letzten zehn Prozent des Budgets fehlt. Wir wollen diese zuerst einsammeln um dann mit diesem Teilstück der Finanzierung den Förderern und den Verleihpartnern auch Rückenwind für ihre dann hoffentlich positiven Entscheidungen zu geben.

Klaus-Martin Meyer: Die bisherigen Aufsehen erregenden Filmfundings wurden von der Presse zum Teil auch recht kritisch beurteilt (insbesondere im Hinblick auf den Investmentaspekt). Ist das auch ein Grund, warum ihr Funding die Möglichkeit Renditen zu erzielen ausblendet?

David Groenewold: Vorweg gesagt: Filminvestitionen sind ein komplexes Geschäft, das von Chancen aber auch Risiken geprägt ist. Ich selbst habe oft genug daneben gelegen, um das beurteilen zu können. Andererseits sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen für solche Investitionen sehr klar und gut durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen geregelt und es wird hier auch in einem sehr positiven Aufsatz des zuständigen Leiters bei der Bafin erläutert, was geht und was man nicht darf. Daran muss man sich halten. Wünschenswert wäre jedoch, wenn die Bafin eine Art von Bagatellgrenze einführt von maximal 1.000 Euro pro Investor, um bei kulturellen Projekten wie Filmen eine Investition über Crowdfunding möglich zu machen. Die „Stromberg“ – Macher haben durchschnittlich 300 Euro pro Person von 3000 Leuten eingesammelt. Ich glaube, das ist ein vertretbares Risiko für die Investoren.

Klaus-Martin Meyer: Sie führen das Funding für den Film auf einer eigenen Webseite durch und haben sich nicht einer Plattform bedient. Warum sind Sie diesen Weg gegangen?

David Groenewold: Einfach, weil wir das mal ausprobieren wollten. Wir sind mit mehreren Portalen im Gespräch, ob wir dort nicht auch noch ADOLF einstellen. Das entscheiden wir im Januar.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss würde mich noch eine Einschätzung interessieren, wie Sie den Marketing-Effekt durch das Funding für den Film einschätzen?

David Groenewold: Ziemlich gut. Wir freuen uns, dass es uns gelingt, unsere Fans direkt zu erreichen. Das ist das, was wir an Social Media am meisten lieben – die direkte Interaktion mit den Fans.

Filmtrailer:

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