Crowdfunding Fonds – interessant für User, tolle PR für Crowdfunding-Plattformen?!

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Das Thema Crowdfunding hat bekanntermaßen in diesem Jahr einen gehörigen Boost erfahren. Gerade in Deutschland existiert eine bemerkenswerte Auswahl an Marktplätzen, die um die Gunst von Anlegern und Startups bzw. Kapital suchenden Firmen buhlen.

Gleichzeitig werden immer wieder neue Innovationen erdacht, wie Crowdfunding-Apis und WordPress-Plugins, damit eigentlich jeder ein Funding auch auf der eigenen (hoffentlich reichweitenstarken) Seite durchführen kann.

Meine erste Crowdfunding-Erfahrung rührt aus dem Jahre 2008 als ich als eines der Mitglieder der Community MyFootballClub.co.uk mitgeholfen habe, den Fußballclub Ebbsfleet United zu kaufen. Das Modell von MyFootballClub.co.uk war allerdings noch nicht ideal, da die Community nicht am Equity beteiligt war. Vielmehr kaufte man sich per Jahresabo in die Community ein und bezahlte nur für die Mitbestimmung. Schon damals hatte ich die Idee, dass es cool sei, wenn man als tatsächlich Beteiligter eines Crowdfonds (die Vokabel existiert vermutlich 2008 noch nicht) mit einer Community über Investmententscheidungen gemeinsam und letztendlich mit Schwarmintelligenz entscheidet.

Das Thema ist spätestens seit diesem Jahr soweit, dass man ein solches Konzept umsetzen könnte. Dies könnten sicher mit den niedrigsten Opportunitätskosten die Crowdfunding-Plattformen selber tun. Die Marktplätze hätten einerseits eine Finanzcrowd und auch eine faktische Community, die Investmententscheidungen tätigen könnte. Die Rolle der Crowdinvestoren würde sich natürlich etwas ändern, weil die User dann eher einen Portfolio-Ansatz verfolgen würden und sicher auch nicht im gleichen Maße involviert wären, als wenn man direkt beteiligt ist.

Ein solcher Fond, der natürlich auch Plattform-übergreifend investieren könnte/sollte, wäre sicher in der Lage, abermals große PR für die Crowdfunding-Plattform zu generieren, die das Konzept umsetzt, andererseits könnte die Liquidität für das Crowdfunding-Segment insgesamt gesteigert werden.

Ferner wäre das Crowdfunding-Fond-Konzept sicher auch für Branchen interessant, die sich als Ganzes selber in einem Startup-Szenario befinden. Ich denke da z.B. an das Jahr 1996 als in Deutschland der Hanfanbau wieder möglich wurde und viele Unternehmen in diesem Bereich gegründet wurden. Es gab eine Szene, die sich intensiv mit der “Wunderpflanze” befasste. Da wäre ein solcher Crowdfond sehr interessant gewesen, um die junge Industrie als Ganzes nach vorne zu bringen. Ein Fond wäre ein Vehikel gewesen, um in das Thema zu investieren und einfach irgendwie “dabei zu sein”. Und in der Crowd macht das ja auch viel mehr Spaß!

Vielleicht ist das Ganze ja eine bedenkenswerte Sache, die die Companistos und Crowdcubes dieser Welt einfach mal überdenken könnten. Im Grunde macht übrigens startnext mit seinem Crowdfond ganz vor, wohin die Reise gehen sollte. Gleiches gilt für die gestern vorgestellte Idee von The Hackers Fund (wobei da sicher das Management stärker die Entscheidungen treffen dürfte als die Crowd).

Update: Spannend wäre sicher auch wenn Player wie die Fidor Bank oder die Umweltbank das vorgeschlagene Konzept aufgreifen würden, um mit Hilfe einer Crowd aus dem eigenen Kundenkreis spezielle Themenfonds aufzulegen.

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