„Am Ende muss man rüberbringen, dass man ein Problem löst und dabei auch noch Geld verdient. Das gilt für Business Angels genau so wie Crowdinvestoren.“ – Interview mit Björn Anton (miBaby)

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Klaus-Martin Meyer: Björn, Du bist einer der beiden Gründer von miBaby. Könntest Du dich und Euer Startup bitte kurz vorstellen?

Björn Anton: Sicher, gerne. Mein Mitgründer Tim und ich haben uns an der TU München während unserer Promotion kennengelernt. Auf einem Forschungsaufenthalt an der Yale Universität sind wir darauf gekommen, dass wir beide etwas Eigenes gründen wollen und so entstand der Entschluss ein Unternehmen zu gründen. Als meine Frau dann schwanger wurde und ich mich auf einmal mit den Anschaffungen für den Nachwuchs kümmern musste, war ich sehr verwundert, dass man im Internet keine Plattform findet, auf der alle Infos zum Thema Babyshopping zusammengefasst sind. Man kann sich zwar Alles irgendwo zusammensuchen aber nirgendwo kann man sich ganzheitlich informieren. Und so entstand die Idee zu www.miBaby.de: miBaby ist ein Portal, das werdenden und jungen Eltern hilft, den Überblick im Babyprodukt-Dschungel zu bewahren. Wir haben den Anspruch an uns gestellt alle Informationen hinsichtlich Babyprodukten wie Expertenmeinungen, Testberichte und Ansichten von Müttern zusammenzufassen und gebündelt wiederzugeben. Es ist uns einerseits wichtig, die richtigen Produkte zu empfehlen und andererseits den Eltern zu ermöglichen genau diese Produkte zum günstigsten Preis zu kaufen. Das ist uns möglich, weil wir Kooperationen mit über 100 Partnershops wie Amazon, Baby Walz aber auch kleineren Shops haben. Und an dieser Vermittlung verdienen wir.

Klaus-Martin Meyer: Nach einer Finanzierungsrunde mit Business Angels (u.a. Marlon Ikels, Galleryy.net & monatsgeschenke.de) akquiriert Ihr nun über ein Crowdfunding weitere Mittel. Was war die Motivation für die Wahl dieser Finanzierungsform?

Björn Anton: Wir haben uns für Crowdfunding entschieden, weil wir denken, dass wir neben dem puren Geld, was wir darüber bekommen noch viel mehr bekommen werden. Insbesondere denken wir, dass die zusätzliche Reichweite der Crowd bei unseren ehrgeizigen Zielen im Marketing in den nächsten Jahren sehr helfen kann. Wir adressieren ein Bedürfnis im Markt, das man gut versteht und womit wir die Leute gut überzeugen können. Das Netzwerk der Crowd wird uns daher vermutlich sehr gute Dienste tun. Gleichzeitig haben wir durch unsere Angel-Runde ein Zeichen gesetzt, dass wir offen sind für Expertise und Rat erfahrener Leute. Die Crowdfinanzierung geht diesen Gedanken noch einen Schritt weiter.

Klaus-Martin Meyer: Während Business Angels nicht in jedes Startup investieren, dürfte Seedmatch auch nicht jeden Funding-Wunsch annehmen. Kannst Du etwas über die Unterschiede beim jeweiligen „Schaulaufen“ sagen?

Björn Anton: Bei der Suche nach Business Angels ist es wichtig, sich jedem Angel anzupassen und auf jeden genau einzugehen. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten stellen auch unterschiedliche Ansprüche. Bei Seedmatch kommt es darauf an, attraktiv für eine breite Masse interessierter Investoren zu sein und auf auf die Bedürfnisse einer breiten Masse adäquat einzugehen. Beides ist eine Herausforderung, die sich letztlich gar nicht so sehr unterscheidet. Am Ende muss man rüberbringen, dass man ein Problem löst und dabei auch noch Geld verdient. Das gilt für Business Angels genau so wie Crowdinvestoren.

Klaus-Martin Meyer: Inwiefern waren die neuen, höheren Fundinglimits bei Seedmatch ein Argument für die Wahl der Plattform?

Björn Anton: Die neuen Limits waren absolut ein Argument. Genau so wie das neue Vertragswerk von Seedmatch, welches wir glauben ein echter Vorteil gegenüber anderen Crowdplattformen ist. Unser Produkt ist bereits live, es ist nicht nur eine Idee. Wir wollen jetzt viel investieren, um stark zu wachsen und viele neue Kunden zu gewinnen. Außerdem möchten wir gerne leistungsstarke Mitarbeiter an das Unternehmen binden. Und die wollen natürlich ein angemessenes Gehalt. Dies alles kostet aber – da war es für uns ein ganz wesentlicher Vorteil, dass es bei Seedmatch höhere Fundinglimits gibt. So können wir unsere Zeit darin investieren, unser Unternehmen auszubauen und müssen uns nicht schon wieder in zwei Monaten mit einer neuen Finanzierung beschäftigen.

Klaus-Martin Meyer: Interessant ist auch die Frage, wie Eure Investoren zu dem Crowdfunding stehen. Es wird ja hier und da diskutiert, ob die die Crowdfunding-Verträge überhaupt VC-tauglich sind.

Björn Anton: Ja, das stimmt. Wir betreten da sicherlich Neuland und ich glaube auch, dass einige Startups, die noch mit den alten Vertragswerken finanziert wurden, sicherlich im Falle einer Anschlussfinanzierung durch einen institutionellen Anleger hier die ein oder andere Hürde nehmen musste bzw. noch müssen wird. Ich glaube aber, dass wir hier jetzt gar nicht schlecht aufgestellt sind. Letztlich geht es darum, zu zeigen, ob das Geschäftsmodell fliegt und skalierbar ist. Wenn wir das schaffen, werden wir auch eine Anschlussfinanzierung erhalten. Aktuelle Beispiele wie smarchive, die kürzlich eine 7-stellige Anschlussfinanzierung von unter anderem Check24 und T-Venture bekommen haben, zeigen, dass es möglich ist. Unser Plan ist es, es ihnen gleich zu tun.

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