„betterplace.org ist Deutschlands größte Online-Spendenplattform für soziale Projekte.“ – Interview mit Kirsten Mieves

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Klaus-Martin Meyer: Kirsten, Du bist bei betterplace.org für Storytelling und PR verantwortlich. Könntest Du Dich und Betterplace bitte kurz vorstellen?

Kirsten Mieves: Sehr gern. betterplace.org besteht seit 2007, ich selbst arbeite seit Mai 2011 hier und bin seit März 2012 für den Bereich Storytelling und PR zuständig.
betterplace.org ist Deutschlands größte Online-Spendenplattform für soziale Projekte. Wir bringen Hilfsprojekte und Spender direkt zusammen, um so gezielte, unmittelbare und nachhaltige Hilfe zu ermöglichen. Transparenz ist dabei sehr wichtig. Jedes Projekt wird auf betterplace.org offen dargelegt und in einzelne, ganz konkrete Bedarfe unterteilt, so dass man gezielt spenden kann – z. B. für ein Schulbuch in Kenia oder die Rutsche im Kindergarten nebenan. Außerdem kann jeder Spender auf betterplace.org direkt mit dem Empfänger des Geldes Kontakt aufnehmen und nachverfolgen, was mit seiner Hilfe geschieht: Jeder Projektverantwortliche gibt auf der Plattform Feedback über das Vorankommen des Projekts vor Ort. Die Hilfe ist dabei unmittelbar: betterplace.org leitet 100 % der Spenden weiter.
Und betterplace.org ist eine offene Plattform. Nicht nur große, bekannte Hilfsorganisationen können die Plattform nutzen, sondern auch potentiell zigtausende kleine Initiativen und Organisationen aus aller Welt.

Klaus-Martin Meyer: Beim Thema Crowddonation zählt Ihr ja gewissermaßen bereits zu den Dinos im Web. Habt Ihr durch den aktuellen Hype um das Thema Crowdfunding neue Wahrnehmung bekommen?

Kirsten Mieves: Wir merken generell, dass die Art der direkten Beteiligung, die das Crowdfunding auszeichnet, gut und wichtig ist – gerade auch im Bereich des „sozialen Crowdfunding“. 2007 gegründet, vermittelte betterplace.org bis heute Spenden in Höhe von fast 10 Mio € an Tausende soziale Projekte aus über 140 Ländern, unter ihnen viele kleine Graswurzelprojekte. Sie profitieren besonders von betterplace.org, da sie über die Plattform kostengünstig und unkompliziert Spenden sammeln können. Der Spender wiederum ist wie bereits beschrieben nah dran am Projekt und kann mitverfolgen, wie seine Spende eingesetzt wird.

Klaus-Martin Meyer: Mich interessieren immer stark die Erfolgsfaktoren. Was ist bei einem Projekt auf betterplace.org zu beachten, damit es zum Ziel führt?

Kirsten Mieves: Erfolgreich sind in der Regel die Projekte, die folgende Punkte beherzigen:
– Es sollte genau beschrieben werden, um was für ein Projekt es sich handelt, was sein Ziel ist, wie es wem helfen will und was für eine Organisation / Initiative dahintersteckt.
– Des Weiteren sind die genaue und konkrete Definition und Beschreibungen der Bedarfe wichtig. Warum werden z. B. 10 Schulbücher an der Kenianischen Schule benötigt, warum sind sie wichtig für die Menschen dort, was kann damit bewegt werden?
– Auch die Neuigkeiten im Projektblog sollten gepflegt und aktuell gehalten werden: Wie geht es voran mit dem Projekt, was wurde bereits verwirklicht, was fehlt vielleicht noch und wie hat das Projekt bereits das Leben der Menschen vor Ort verbessert.
– In diesem Zusammenhang ist auch folgender Punkt wichtig: gute Bilder, die veranschaulichen, was vor Ort im Projekt passiert und was bereits erreicht wurde durch die Spenden.
– Und nicht zuletzt: Unbedingt das Projekt auf betterplace.org im eigenen Netzwerk verbreiten!

Klaus-Martin Meyer: Vor kurzem habt Ihr ein Berlin-Portal gestartet. Wie wichtig ist aus Deiner Sicht der lokale Bezug beim den Projekten?

Kirsten Mieves: Unsere Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich immer mehr Menschen lokal engagieren und dazu beitragen wollen, ihr Umfeld, ihren Kiez zu verbessern. Oft ist das schwerer als man denkt, denn geografische Nähe heißt nicht unbedingt, dass man tatsächlich weiß, was es bei sich in der Nachbarschaft alles an sozialen Initiativen gibt. Dafür haben wir das Berlin-Portal gestartet, um Berlinern einen Überblick über das soziale Engagement in ihrer Stadt zu geben. Die Transparenz und Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Projekte spielen auch lokal eine große Rolle und ermöglichen es dem Spender, eine passende Initiative zu finden und zu unterstützen. Und ehrenamtliche Tätigkeiten, die zukünftig ebenfalls über betterplace.org abgebildet werden, finden natürlich fast ausschließlich auf lokaler Ebene statt.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss interessiert mich noch ein Ausblick. Wie geht es weiter mit betterplace.org?

Kirsten Mieves: Am liebsten wäre es uns natürlich, wenn es gar nicht mehr weitergehen müsste mit betterplace.org – weil es keine Not mehr gibt, die durch Spenden gelindert werden müsste.
Bis das so weit ist, konzentrieren wir uns darauf, die Plattform noch weiter auszubauen und zu verbessern. Hierzu gehört unter anderem der Ausbau der Regionalisierung, wie sie mit dem neuen Berlin-Portal begonnen hat, die Erweiterung der Spendenmöglichkeiten um die Zeitspende und die mobile Website von betterplace.org, über die man auch von unterwegs ganz einfach Gutes tun kann.

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