„Durch das Seedmatch Funding wurden einige interessante Verlage und potentielle Kooperationspartner auf uns aufmerksam“ – Im Interview mit John Grøtting (John Grøtting)

caramelized - "iTunes" für Rezepte

Klaus-Martin Meyer: John, Du bist einer der Gründer der Caramelized GmbH. Könntest Du dich und deine Firma bitte kurz vorstellen?

John Grøtting: Als Creative Director habe ich lange Jahre digitale Anwendungen für große Unternehmen, wie z.B. Audi entwickelt. Kochen war immer schon mein Hobby neben dem Job. Ich ärgerte mich allerdings darüber, dass ich Online nicht die hohe Qualität an Rezepten fand, wie in meinem Bücherregal. So entstand die Idee für Caramelized. Ich möchte den gesamten Kochprozess, von der Inspiration, der Planung und dem Einkauf bis zum eigentlichen Kochvorgang erleichtern und gleichzeitig die besten Rezepte der Welt auf Tablet Computern verfügbar machen.

Caramelized ist das „iTunes“ für Rezepte. Erstmals können auf unserer Plattform einzelne Rezepte von professionellen Kochbuchautoren einzeln für 89ct. gekauft werden. Diese Rezepte gibt es bisher zumeist nur als gedruckte Bücher. Gleichzeitig erweitern wir sie um hilfreiche digitale Zusatzfunktionen, zum Beispiel die automatische Anpassung der Zutatenmengen an die Anzahl der Gäste und digitale „Eieruhren“. Mit Tim Mälzer haben wir einen ersten prominenten Unterstützer gefunden, dessen Kochbücher wir jetzt „karamellisieren“. Mit seinem und einigen weiteren Verlagen haben wir bereits Kooperationsverträge abgeschlossen. Unser Markstart hätte also nicht besser verlaufen können.

Klaus-Martin Meyer: Zur weiteren Finanzierung habt Ihr Euch für ein Crowdfunding entschieden, warum dies und warum via Seedmatch?

John Grøtting: Ich habe tatsächlich zuerst mit mehreren Banken gesprochen. Das Verständnis für digitale Geschäftsmodelle ist dort leider nicht besonders ausgeprägt. Sie würden eher eine Currywurstbude finanzieren, sagte mir sogar einer der Banker. Daher wollten sie das Risiko nicht eingehen.
Beim Crowdfunding haben wir es ausschließlich mit Menschen zu tun, die sich in digitalen Welten bewegen und auch selbst gerne Kochen. Sie verstehen den konkreten Nutzen unseres Produktes sofort. Seedmatch war für uns erste Wahl, da sie die besten Kriterien bei der Auswahl geeigneter Startups anwenden. Sie haben einen sehr professionellen Due Diligence Prozess.

Klaus-Martin Meyer: Euer Funding startete ja parallel mit dem von Foodie Square. War das für Euch ein Vorteil, ein Nachteil oder war das eigentlich egal, dass da zwei Food-afine Fundings gleichzeitig an den Start gingen?

John Grøtting: Ob uns das eher genützt oder geschadet hat, kann ich nicht beurteilen. Ich sehe Foodie Square auch nicht als Wettbewerber. Sie arbeiten browserbasiert, wir App-basiert.

Klaus-Martin Meyer: Kann man den Marketing-Effekt des Fundings und der Crowd auch konkret in Downloads der App quantifizieren? Habt Ihr aus diesem Kreise neue, treue Kunden gefunden, die Euch auch weiterempfehlen und entspricht
dieser Effekt den Erwartungen?

John Grøtting: An den Marketingeffekt glauben wir, vor allem den Weiterempfehlungseffekt der Crowd. Konkret messbar sind für uns die wertvollen neuen Businesskontakte. Durch das Seedmatch Funding wurden einige interessante Verlage und potentielle Kooperationspartner auf uns aufmerksam mit denen wir jetzt im Gespräch sind.

Klaus-Martin Meyer: Abschließend eine Frage zur Bewertung. Die zugrunde gelegte Bewertung für ein Startup war mit 2.000.000 durchaus ambitioniert. Kannst Du etwas näher erläutern, wie der Wert zustande gekommen ist.

John Grøtting: Der Unternehmenswert setzt sich im Wesentlichen aus zwei Bestandteilen zusammen. Zum einen aus der von uns entwickelten Software als technische Plattform und zum anderen aus dem Wert der Lizenzen, also den bestehenden und avisierten Verträgen mit Verlagen, wie zum Beispiel Random House.

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