Warum kommen (equity based) Crowdfundings nicht zustande?

Das Crowdfunding ist ohne Zweifel im letzten Jahr zu einer ersten Blüte gekommen. Im letzten Jahr wurden in Deutschland rund 50 erfolgreiche Fundings durchgeführt, denen etwa ein Dutzend Fundings gegenübersteht, die nicht zum Ziel führten.
Da stellt sich natürlich die Frage, warum mache Investmentvorschläge beim Publikum durchfallen.

Offensichtlich können die Gründe für einen Fehlschlag vielfältiger Natur sein. Mögliche Gründe sind:

– Die Schwarmintelligenz der Crowd hält das Geschäftsmodell/Gründerteam für nicht erfolgsträchtig
– Die Crowd der Plattform ist nicht groß genug
– Die Höhe der Mindestinvestitionssumme ist zu hoch angesetzt
– Die zugrunde gelegte Bewertung ist zu hoch

Mein Versuch hierzu unter den nicht finanzierten Startups und bei tatsächlichen und potentiellen Investoren eine Umfrage durchzuführen ist leider Mangels einer auch nur ansatzweise hinreichenden Anzahl von Teilnehmern kläglich gescheitert.

Dennoch gibt es den ein oder anderen Hinweis, was Gründe für ein Scheitern sein könnten. Ein wichtiger Indikator sind z.B. die Fundings via Innovestment. Die Plattform hat durchaus eindrucksvoll belegt, dass sie in der Lage ist, Fundings erfolgreich zu platzieren. Dies gilt auch für den Auktionsmechanismus, der für das eine oder andere Startup zielführend gegriffen hat und besseren Bewertungen führte. Da jedoch die Quote der durchgefallenen Fundings vergleichsweise hoch ist, liegt es nahe, dass im Falle von Innovestment auch die Höhe des Mindesinvestments mit 1000 Euro die Möglichkeiten der Crowd hier und da limitiert, zumal weder bei Companisto noch bei Seedmatch Fundings nicht erfolgreich waren.

Wenn die Crowd einer Plattform noch nicht groß genug ist, ist dies eine natürliche Hürde für ein Funding. Dies könnten durchaus Gründe sein, warum z.B. Jenny Cupcakes (Deutsche Mikroinvest), ShamsCoffee (BestBC) sowie PaintClicker (Gründerplus) von den Investoren nicht durchgewunken wurden. Alle drei Plattformen gehören eher zu den Spätstartern im Markt, so dass beim Aufbau einer Crowd natürlich noch Nachholbedarf herrscht.

Die zugrunde gelegte Bewertung ist für einen Investoren sicherlich immer eine relevante Größe – auch wenn man zugeben muss, dass oftmals nicht darauf geachtet zu werden scheint. Aus meiner subjektiven Sicht sind schon einige eher bizarre Geschäftsmodelle mit durchaus anspruchsvollen Bewertungen finanziert worden. Auf jeden Fall hat mich die ein oder andere Bewertung vor einem Invest schon zurückschrecken lassen.

Kommen dann möglicherweise hohe Bewertungsvorstellungen mit einem eher mittelprächtigen Geschäftsmodell und eine hohe Mindestinvestitionssumme zusammen, die auf einer der jüngeren Plattformen finanziert werden sollen, wird es natürlich schwierig.

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