Kann die Crowd irren?

Eine Idee des Crowdfundings ist sicher das “Alles-oder-nichts-Prinzip“. Ein Funding kommt nur zustande – egal ob auf den kreativen Plattformen als auch auf den Equity Based Marktplätzen -, wenn die Mindestinvestitionssumme erreicht wird.

Fällt ein Projekt oder auch eine Startup-Finanzierung beim Publikum durch, gibt es eben kein Geld. Überträgt man den Gedanken der Schwarmintelligenz in dieses Szenario, dann kann ein Funding als eine Art Prüfstein für ein Geschäftsmodell gewertet werden.

Da stellt sich die Frage: Kann die Crowd irren?

Sicherlich gilt auch bei dieser Frage vermutlich das alte Motto: Nichts ist unmöglich! Unterstellt man, dass auch die Schwarmintelligenz versagen kann, dann muss man zunächst nüchtern feststellen, dass es in diesem Fall zwei Formen des Irrtums geben sollte.

1.) Die Crowd ermöglicht ein Funding eines Unternehmens, das besser nicht hätte finanziert werden sollte.
2.) Die Crowd finanziert ein Projekt oder ein Unternehmen nicht, obwohl es sinnvoll gewesen wäre.
Wenn man sich alle bisher erfolgreich finanzierten Startups ansieht, dann fällt einem sicher das eine oder andere Unterfangen ein, dass recht bizarr anmutet und wo sicher auch Wetten laufen, dass das Ganze nicht funktionieren kann. Der Anstand gebietet es, dass an dieser Stelle keine Beispiele genannt werden.

Aber auch die Startups, die bisher nicht finanziert wurden, haben meiner Meinung nach einen zweiten Blick verdient. Das Thema Crowdfunding steht in Deutschland trotz des Booms noch am Anfang und in einer Phase der Euphorie streben viele Plattformen an den Markt. Diese Fragmentierung des Marktes kann natürlich zur Folge haben, dass die einzelne Crowd vielleicht zu kleine war, um die Schwarmintelligenz auszuspielen und in der Folge die Mindestsumme an Geld aufzubringen.

Ein Beispiel, wo ich den Verdacht habe, dass genau dies passiert sein könnte, ist aus meiner Sicht die Firma Monomer. Ohne die Details des Fundings oder das Team geschweige denn die Gründe des Scheiterns zu kennen, bin überzeugt, dass Monomer es verdient hätte, finanziert zu werden.

Die Gründe:
– Tolle konsumnahe Produkte im oberen Preissegment, die von einer Crowd hervorragend viral beworben werden können
– Es werden Trendthemen wie Mass Costumisation, 3D-Printing, Rapid Prototyping etc. angesprochen

Mir persönlich war der Mindestinvest zu hoch. Ich wäre aber sicher bis zu einer Summe von 250 Euro mitgegangen.

Ich fände es ausgesprochen interessant, sofern z.B. Seedmatch sich der Sache annehmen würde, um Monomer zu einem neuen Funding motivieren zu können (Achtung: Ich habe dort nicht angefragt, ob überhaupt noch Bedarf besteht). Ich bin sicher, dass das Funding durchlaufen würde. In vier bis fünf Jahren könnten wir dann mal überprüfen, wie die Eingangsfrage zu beantworten ist. Das wäre auf jeden Fall ein interessantes Experiment!

In diesem Zusammenhang wäre es auch interessant zu wissen, ob es z.B. Beispiele von Fundings auf den Kreativplattformen gibt, die erst durchfielen, um dann auf einer anderen Plattform finanziert zu werden? Hat da jemand Hinweise?

Logo Monomer

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