„Ich kann das Geld für die Delphin-Therapie unmöglich alleine aufbringen, und bin daher auf jede Unterstützung angewiesen.“ – Interview mit Nike über die Crowdfunding-Plattform Gynny

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Klaus-Martin Meyer: Hallo Nike, danke dass Du dir Zeit nimmst für unser Interview. Crowdstreet beschäftigt sich mit Crowdfunding und stellt Projekte und auch Plattformen vor. Bitte erzähl uns kurz den Inhalt und Zweck deines Projekts.

Nike: Hallo Klaus-Martin, also in meinem Projekt auf Gynny geht es um meinen kleinen Sohn Jerry, der im Mai fünf Jahre wird und 2008 nicht überraschend mit dem Down-Syndrom zur Welt kam. Inzwischen zählen wir noch weitere Diagnosen wie den Frühkindlichen Autismus und einen hypoxischen Hirnschaden denn er 2009 erlitt, und danach sieben Wochen lang im Koma lag. Ich möchte ihm im Oktober diesen Jahres eine Delphin-Therapie ermöglichen, und möchte einfach die Chance nutzen ihm eine Tür in unsere Welt zu öffnen und im Idealfall findet er einen Weg in die Kommunikation – womit ich noch nicht mal die Sprache meine. Denn selbst die unterstützende Kommunikation wäre für uns ein riesiger Erfolg.

Jerry

Jerry

Jerry läuft noch nicht frei, und brauch auch ansonsten im Alltag bei allem 100%ige Unterstützung. Erst heute habe ich erfahren , dass wir den Kampf für die Pflegestufe 3 gewonnen haben. Leider bekommt man bezüglich dieser Therapie keine Unterstützung der Krankenkassen. Demnach ist man für die Finanzierung selbst verantwortlich, oder auf Spendengeldern angewiesen. Zweites trifft auf uns zu. Ich kann das Geld für die Delphin-Therapie unmöglich alleine aufbringen, und bin daher auf jede Unterstützung angewiesen.

Klaus-Martin Meyer: Ein solches Projekt wurde bisher über Spenden finanziert, dafür gibt es auch Spendenplattformen, was hat Dich bewogen, www.gynny.de für dein Projekt auszuwählen?

Nike: Wir nutzen gynny parallel zu unseren Spendenaktionen. Denn man muss es auch realistisch sehen, dass wir innerhalb von noch nicht mal einen Jahr 10.000-12.000 Euro alleine über gynny gewinnen ist denk ich kaum möglich. Allerdings ist es eine super Unterstützung. Da wir schon von einigen angesprochen wurden sind, dass sie uns so gerne unterstützen würden, ihnen aber das dafür einfach das Geld fehlt. Und bei Gynny kann man seine gewohnten online Einkäufe machen , und auch noch was gutes tun. Als ich diese Möglichkeit auf unserem Blog (www.jeremyswelt.blogspot.com) und auf unserer Facebookseite vorstellte, fanden wir ziemlich schnell die ersten Anhänger.

Klaus-Martin Meyer: Wie bist du auf gynny aufmerksam geworden?

Nike: Eine gute Freundin hat sie mir gezeigt. Wie sie gynny gefunden hat, kann ich jetzt leider nicht beantworten 🙂

Klaus-Martin Meyer: War es kompliziert dein Projekt dort einzustellen/einzurichten?

Nike: Nein ganz im Gegenteil. Hatte viel mehr mit der Entscheidung zu kämpfen, welches Bild ich denn dafür nehme. Es ist absolut einfach, und geht Ruckzuck. Ich glaub, ich hab keine fünf Minuten gebraucht um es zu erstellen.

Klaus-Martin Meyer: Gynny ist noch eine junge Plattform, dein Projekt hat die meisten Unterstützer, nämlich über 100. Wie generierst du Unterstützer für dein Projekt bzw. was würdest du anderen Projektinitiatoren raten, die auf gynny ihr Projekt launchen wollen?

Nike: Man muss die Menschen natürlich drauf aufmerksam machen. Ein Projekt erstellen, und dann einfach darauf warten das sich schon Unterstützer finden werde, ist nicht unbedingt der cleverste Weg – eben weil Gynny noch nicht so bekannt ist. Wie ich schon erwähnt habe, hab ich einen Aufruf auf unserem Blog gemacht, der Homepage und auf der Facebookseite. Und die Menschen bei Facebook z.B. aufgefordert es zu teilen,teilen,teilen. Und wie man sieht .. es hat wunderbar geklappt :). Selbst heute mach ich es noch so, das ich immer wieder den aktuellen Kontostand poste, mich bei den Menschen auf der Seite persönlich bedanke. Denn so, sporne ich ersten die Menschen an uns weiter zu unterstützen, und auch die „Neuen“ die unsere Seite geliked haben, werden darauf aufmerksam und treten im Idealfall unserem Projekt bei.

Klaus-Martin Meyer: Wie funktioniert die Abrechnung der Beträge, die deine Unterstützer durch Shopping zusammentragen?

Nike: Man schreibt sich als Projekt-Unterstützer ein, und muss über die Seite von Gynny die Shops besuchen. Dort wird man dann weitergeleitet zu dem gewünschten Shop. Jeder Shop schreibt uns dann Prozente gut, wenn der Einkauf abgeschlossen ist. In der Regel dauert es 2-3 Tage bis der Betrag auf unserem Konto gutgeschrieben wird.

Klaus-Martin Meyer: Weiß du welches die beliebtesten Shops deiner Unterstützer sind und was sie dort am meisten einkaufen?

Nike: Ich habe mal eine kleine Umfrage gemacht, und der beliebteste scheint Amazon zu sein :). Allerdings kann ich nicht beantworten was sie dort meistens kaufen, weil es doch immer unterschiedliche Sachen sind, ob es nun Windeln sind, Spielzeug für die Kleinen, oder was Elektronisches.

Klaus-Martin Meyer: Glaubst du das Geschäftsmodell von gynny kann sich im Crowdfunding-Markt etablieren? Wo sind die Stärken des Konzepts?

Nike: Ja, ich denke dass das Geschäftsmodell in der Tat Erfolg haben kann. Vor allem in unserer Zeit, immer mehr Einkäufe wären online gemacht. Und Shoppen und auch noch was gutes tun, dass ist doch einfach nur genial. Vor allem, dass man sein eigenes Projekt auch noch selbst unterstützen kann ;).

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