“Crowdfunding-Plattformen sind hier keine Option, da es hier meistens um stille Beteiligungen geht, und still sein wollen wir nun wirklich nicht.” – Stephan Grell zum selbst-organisierten Crowdfunding der Yingiz GmbH & Cok KGaA

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Klaus-Martin Meyer: Stephan, Du bist Vorstand der Yingiz GmbH & Cok KGaA. Könntest Du dich und deine Firma bitte kurz vorstellen?

Stephan Grell: Dahinter steckt ein modernes Projekt des alten Genossenschaftsgedankens: Viele Verbraucher mit einem ähnlichen Konsumverhalten tun sich zusammen, um beim Einkaufen zu sparen. Wir sind auch deshalb eine Genossenschaft, weil wir unseren Mitgliedern das Angebot machen, sich über Aktien am Unternehmen zu beteiligen.

Wir sind ein großes Sammel-Sparschwein. yingiz bietet seinen Mitgliedern dauerhaft „Geld-zurück-Provisionen“ bei mehr als 2.000 Online-Partnern an. Wir wollen das Modell auch im stationären Handel praktizieren. Dazu führen wir Verhandlungen mit vielen Händlern über Provisionszahlungen beim Einkauf unserer Mitglieder. Auch mit Produktherstellern soll nach diesem Prinzip kooperiert werden. Dann spielt es keine Rolle mehr, wo unsere Mitglieder letztlich das Produkt kaufen, um den Preisrabatt zu erhalten. Von den Provisionen bekommt der Käufer den Großteil zur Auszahlung gutgeschrieben, einen kleineren Teil erhält yingiz für den Betrieb des Portals.

Klaus-Martin Meyer: Zur Finanzierung Eures Wachstums habt Ihr gerade ein Kapitalerhöhung mit Hilfe eines selbst-organisierten Crowdfundings durchgeführt. Warum über die eigene Webseite und nicht über eine Crowdfunding-Plattform?

Stephan Grell: Wir sind ja kein Startup mehr und haben bereits eine etablierte Unternehmenstruktur und bieten unseren Mitgliedern und Unterstützern “echte” Aktien an.
Hierbei ist es enorm wichtig die formalen Reglungen einzuhalten. Crowdfunding-Plattformen sind hier keine Option, da es hier meistens um stille Beteiligungen geht, und still sein wollen wir nun wirklich nicht.

Klaus-Martin Meyer: Wenn ich die Pressemitteilung vom Montag richtig verstehe, war dies bereits die zweite Finanzierungsrunde. Welche Erfahrungen lagen also bereits vor in Bezug auf das Thema Crowdfunding?

Stephan Grell: Im Prinzip haben wir auch bei der ersten Runde sehr positive Erfahrungen gemacht, lediglich die formalen Anforderungen in unserer Republik zeichnen für die Verzögerung verantwortlich. Leider können wir keine regelmäßige Beteiligungsoption für unsere Mitglieder darstellen, auch wenn sich mehr Mitglieder gerne beteiligen würden. Die Grenze liegt bei max. 100.000€ jährlich. Dies wird sich erst ändern, wenn wir im Rahmen der Listung im Freiverkehr der deutschen Börse über ein Bafin testiertes Prospekt verfügen. Was leider sehr aufwendig und teuer ist.

Klaus-Martin Meyer: Aufgrund Eures Geschäfsmodells (User müssen nichts bezahlen, sondern bekommen sogar Geld) können die neuen Akionäre ja sicher sehr effiziente Werbung für Euch machen. Kann man diesen Nebeneffekt etwas näher beleuchten?

Stephan Grell: Ja, die Zugehörigkeit durch Eigentum war und ist sicherlich eine Motivation für unsere Mitglieder über unser Projekt zu sprechen. Im Idealfall führt das zu weiteren Mitgliedern, die dann unsere gemeinsame Kaufkraft den Partnern gegenüber erhöhen und somit bessere Konditionen für alle Mitglieder ermöglichen.

Klaus-Martin Meyer: Wie sieht es aus, wenn Aktionäre ihre Aktien eines Tages verkaufen möchten. Seit Ihr da behilflich bei der Vermittlung. Wird ggf. ein Zweitmarkt organisiert?

Stephan Grell: Ja, wir planen in absehbarer Zeit eine Listung im Freiverkehr der deutschen Börse. Ziel ist es von Anfang an die Aktien unserer Mitglieder handelbar zu machen.

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