“Take the money and run“?

Kommentar

In einem in der Szene doch recht aufmerksam wahrgenommenen Blogposting hat Thomas Promny (als dessen Fan ich mich hier ausdrücklich orten möchte) funding-suchende Startups die in der Überschrift genannte Aufforderung “zugerufen”. Die Starups sollen demnach das Geld der Schwarmfinanzierer annehmen, solange der Crowdfunding-Hype anhält.

Seine Darstellung des Crowdfunding-Market erfolgte dabei stark aus der Sicht eines VC, eine Welt die ich nicht kenne und die ich folglich auch nicht beurteilen kann.

Zwei Anmerkungen möchte ich allerdings machen. Erstes möchte ich in Abrede stellen, dass man überhault von einem Hype sprechen kann. Wenn wenige Tausend Menschen über Plattformen wie Seedmatch oder Companisto (“Mit 5 Euro sind Sie dabei”) etwas Geld in Startups investieren, dann sind wir von einem Hype noch weit entfernt. Von einem Hype kann man allenfalls sprechen, was die Anzahl von Gründungen von Crowdfunding-Plattformen betrifft. Hier wird also allgemein eher ein Hype erwartet als dass er schon da ist.

Die zweite Anmerkung bezieht sich auf die Prognose, dass die Startups nicht damit rechnen sollen, dass in zwei, drei Jahren das Thema Crowdfunding noch funktioniert. In der Pharmazie gilt der Grundsatz, dass ein Medikament ohne Nebenwirkungen unter dem dringenden Verdacht steht, keine Hauptwirkung zu haben. Übertragen auf Anlageklassen gilt dann sicherlich, dass eine Anlageklasse, die weder Hype noch Crash erlebt hat, unter dem dringenden Verdacht steht, überhaupt eine Anlageklasse zu sein.

Warten wir also ruhig auf einen richtigen Hype und einen anschließenden Crash. So wie Aktien, Anleihen, Junk Bonds oder zuletzt strukturierte Anleihen ihre Hypes und Crashes erlebt haben, so wird sicherlich auch das Crowdfunding nach einem Crash weiter existieren, selbst wenn der Markt zwischenzeitlich mal vollkommen ausgetrocknet erscheinen wird.

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