Wir haben einen Crowdfunding-Hype, wenn …

Kommentar

In den letzten Tagen gab es diverse Diskussionen, um das Stichwort Crowdfunding-Hype, die selbst die sehr seo-getriebene Gründerszene nicht ignorieren wollte. In meinen bisherigen Ausführungen ist vermutlich mehr oder weniger angeklungen, dass ich die Vokabel Hype für mehr als übertrieben halte.

Einen Crowdfunding-Hype werden wir erst dann haben, wenn…

– täglich auf den drei führenden Plattformen erfolgreich finanzierte Fundings starten
– auf fünf bis sechs weiteren Plattformen zumindest regelmäßige Finanzierungen erfolgen
– der Auktionsmechanismus bei Innovestment führt jeweils zu maximalen Unternehmensbewertungen
– wenn am Kiosk neben Capital und Aktionär ein Crowdfunding-Special-Interest-Magazin liegt
– wenn Gründerszene oder deutsche-startups.de CF-Ableger ins Netz hieven
– wenn auf NTV neue CF-Pitches auf dem Laufband stehen
– wenn ausländische Startups Holding-Gesellschaften in Deutschland gründen, um diese bei Seedmatch finanzieren zu lassen.
– wenn bei Bergfürst alle Neuemissionen weg gehen wie warme Semmeln und der anschließende Handel nur eine Richtung kennt, nämlich nach Norden…

Dann haben wir einen Hype, der dann unweigerlich in einer Blase endet. Vorher haben wir allenfalls so etwas wie einen Trend in Richtung einer neuen, innovativen Finanzierungsform.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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3 Responses to Wir haben einen Crowdfunding-Hype, wenn …

  1. Du hast vollkommen recht.. Zumal es sich bei einem Hype um einen k ü n s t l i c h erzeugten Medienrummel handelt. Das gibt es nun wirklich nicht. Aber: Während bei uns in D die VC-Branche herablassend und geringschätzig auf Crowdfunding herabsieht, ist es im angelsächsischen Raum anders. Dort erwarten die VCler regelrecht einen seriösen Dealflow aus dem Crowdfunding: Family&Friends >Crowdfunding>First Round Finance (Business Angels, VC etc.).

    • Jan sagt:

      Der angelsächsische Raum lässt sich überhaupt nicht vergleichen und die Behauptung mit F&F->CF->BA->VC kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt de facto noch kein equity based Crowdfunding, also Crowdfunding mit Investmentcharakter in den USA, das wurde jetzt ja erst durch die JOBS Acts zugelassen von daher kann es auch noch keinen Dealflow geben, der durch VCs erwartet wird

  2. Es wäre ja vielleicht sogar schön, einen solchen Hype zu haben (wenn wir schon bei „Wünsch-Dir-was“ sind danna ber auch bitte ohne platzende Blase), weil dadurch wieder mit zunehmenden Gründungsaktivitäten zu rechnen ist. Aber solange es in Deutschlandf Gründungszentren gibt, die die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt haben oder nicht erknnen wollen (sollen?) (wie Kontakte zu VC-Gebern, Weitergabe an Crowdfunding-Kontakte, Aufbau entsprechender Netzwerke, etc) brauchen wir uns um einen solchen „Notstand“ wohl eher noch keine Sorgen zu machen.