Erfolgsträchtige Startups sind der Schlüssel zur Dynamik

Kürzlich habe ich mir hier Gedanken gemacht, wie die Crowdfunding-Szene wieder an Dynamik gewinnen könne.
In den letzten Tagen und vor allem heute ist deutlich geworden, dass der ganz wesentliche Treiber der gewünschten Dynamik vor allem coole – und noch wichtiger – erfolgsträchtige Startups sind.
Carzapp hat doch erstaunlich schnell bei Seedmatch das Fundinglimit von 250.000 Euro erreicht. Tame wird sicher nicht mehr die verbleibenden 51 Tage brauchen, im die avisierten 150.00 Euro zu erreichen. Da lege ich mich mal fest. Und heute ist Refined Investment nur in nur ein paar Stunden über die 250.000 Euro gerockt (Stand 15:20 Uhr) als ginge ein heißes Messer durch die Butter. Das ist umso erstaunlicher, als wir bisher bei Folgefundings die Beobachtung machen konnten, dass es in der zweiten Runde doch eher gemächlich zugeht.
Da sich die drei erwähnten Fundings allesamt in einem Wettbewerbsumfeld von mehreren Fundings auf ihren Plattformen hervortun bzw. hervorgetan haben, ist das naheliegende zu konstatieren, nämlich dass die wahrgenommene Qualität eines Investments ganz wesentlich für das Engagement der Crowd ist. Die Plattformen tun also gut daran, eben solche Trüffel zu identifizieren.

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9 Responses to Erfolgsträchtige Startups sind der Schlüssel zur Dynamik

  1. Carsten sagt:

    *Carzapp
    *150.000 Euro
    *das Naheliegende

    Zum Schluss noch zum Thema selbst: in Schrott will niemand investieren, und bei dem von dir genannten Wettbewerbsumfeld an aktuellen Fundings sind zumindest einige eher fragwürdige Geschäftsmodelle vertreten. Der rasante Erfolg von Refined Investment erstaunt mich da, weil es genauer betrachtet auch wieder nur eine weitere Forex-Klitsche unter Tausenden anderen ist. Das reizvollste daran scheint mir zu sein, dass dort die Gewinnschwelle schon erreicht wurde bzw. auch mittelfristig in Reichweite zu bleiben scheint.

  2. Manuel sagt:

    Bei den aktuellen Seedmatch Start-ups frage ich mich da auch, ob es nur um Provisionen geht,oder ob man sich hier auch ernsthaft mit dem Markt beschäftigt hat.
    Bsp.: Roomsurfer (zum Glück hat die Crowd das bisher auch verstanden und kaum investiert)
    Ich sehe hier durch Couchsurfing und Air BnB viel zu große Konkurrenz. Außerdem ist das Alleinstellungsmerkmal Leute mit gleichen Interessen zu finden auch bei Couchsurfing möglich…
    Natürlich sind erfolgsträchtige Start-ups der Schlüssel zur Dynamik. Die Frage ist wie viele solche Start-ups gibt es tatsächlich? Je größer Crowdinvesting wird, desto höher ist auch die Anzahl der Start-ups die wohl nicht erfolgsträchtig sind. Ich hoffe die Plattformen setzten hier nicht nur auf Quantität sondern Qualität.

  3. klausmartin sagt:

    Ich wäre jetzt grundsätzlich in bezug auf das Konzept nicht so negativ. Übernachtungen sind ein gigantischer Markt. Natürlich ist AirBNB ein starker Player, genauso wie Wimdu und 9flats auf dem deutschen Markt. Warum sollte sich hier nicht ein weiterer mit einem abgewandelten Konzept etablieren können. Hier hängt es natürlich stark vom Biss des Teams ab. Das Konzept ist immerhin weltweit skalierbar. Dennoch gibt Dir die Crowd aktuell offenbar recht, denn das Funding läuft ja sehr zäh.

  4. Jan sagt:

    Roomsurfer schätzte ich genauso ein wie Manuel. Der Markt ist sicherlich interessant, aber als kleines Startup wird man nicht gegen die extrem finanzierten Startups ankommen. Und wenn man sich Wimdu anschaut, läuft das ja auch bei denen nicht so einfach, wie ursprünglich vorgestellt. Aber allg. glaube ich, dass Roomsurfer interessant ist, aber für Crowdfunding einfach eine Nummer zu groß. Da muss die 10 Mio Finanzierung her um es global ausrollen zu können.

    Bei Refined Investment ist zu beachten, dass es ein iPad Mini als Dank plus 500 Euro Startkapital gab. Also heftige geldwerte Anreize.

  5. klausmartin sagt:

    Ich glaube nicht, dass man zwingend derartige Finanzierungen braucht. Hier geht es ja um ein Nische innerhalb des Marktes. Was bei Wimdu und 9flats nicht klappt, ist ja eher der Exit. Das heißt aber nicht, dass hier nicht funktionierende Unternehmen etabliert werden könnten. Das es auch durchaus eine Nummer kleiner geht, zeigen aus meiner Sicht Seiten in diesem Bereich wie http://www.monteurzimmer.de. Fazit: Es muss ja nicht immer die ganz große Bonanza werden.

  6. Jan sagt:

    völlige Zustimmung mit der Nische bzw, dass es nicht immer das Große sein muss. Bezogen auf Roomsurfer ist aber die Umsatzplanung absolut nicht realistisch oder die Nische ist eine extrem profitable… Wimdu hat nicht nur Käuferprobleme, Wimdu macht 100 Mio. AUSSENumsatz bei einer „leicht“ höheren Finanzierung, innen bleibt da so gut wie nichts hängen

  7. Carsten sagt:

    Da wir grad an anderer Stelle hier auch so schön in ähnlichen Gefilden unterwegs sind: was meines Erachtens für die Dynamik sehr wertvoll und wichtig ist, sind wirklich gute Ideen, bei denen man sich auch in einem frühen Stadium schon eine gute Skalierbarkeit vorstellen kann. Da gab es in den letzten 18 Monaten auf praktisch allen Plattformen, die inzwischen über einen nennenswerten Track Record verfügen, tatsächlich auch so einige darunter.
    Und nun kommt das Problem, womit wir wieder den Post vom Herrn Promny auch im Spiel haben: ist die Idee an sich so ein Kracher, kann sich das Startup eigentlich den umständlichen Weg über Crowd Investing schenken und sich das Kapital anderweitig besorgen. Tut es das trotzdem ganz bewusst nicht, weil es sich von der Crowd einen initialen Multiplikationseffekt verspricht, kommt das Hängen und Würgen anscheinend spätestens bei den Folgefinanzierungen (es sei denn man setzt weiter auf die Crowd, wie dies ja einige der erfolgreichen Pitches ja auch schon demonstriert haben).

    Was gerade dann passiert, wenn sich ein Folgeinvestor sehr viel vom Startup bzw. dessen Erfolgsaussichten verspricht, diskutieren wir ja gerade an der genannten anderen Stelle hier. Die Folge: gerade die Pitches, die für die Dynamik des CI so wichtig sind, könnten gleichzeitig auch dafür verantwortlich werden, wenn das Thema CI zumindest zeitweilig einen dicken Dämpfer versetzt bekommt. Im Falle smarchive etwa (ich komme in etwa aus derselben Branche) habe ich mich ursprünglich mal etwas geärgert, dass ich zu spät auf Seedmatch aufmerksam wurde. Nachdem ich nun von der aus Crowdersicht ja anscheinend nicht so ganz optimal verlaufenen Verdrängung der Crowd aus dem Unternehmen gelesen habe und denselben Dreck bei einem anderen Seedmatch-gefundeten Startup mitmache, bin ich erstens nun doch froh, nicht dabei gewesen zu sein (denn sonst würde ich mich noch viel mehr ärgern, aus einer so guten Geschäftsidee mit so rabiaten Methoden verdrängt worden zu sein), und zweitens mache ich nun ganz sicher um genau dieses Startup einen Bogen. Und so werden das wohl auch viele andere handhaben, vermute ich.

    Noch ein erwähnenswerter Aspekt: bisher haben wir von Folgefinanzierungen, die zu einer Verdrängung der Crowdinvestoren geführt haben, nur im Kontext von Startups Kenntnis erlangt, die a) bei Seedmatch gefundet wurden, b) der alten Vertragsstruktur der Stillen Gesellschaften unterworfen waren und c) wegen der damit verbundenen Unverwässerbarkeit der Anteile und der Auszahlungsbedingungen aus VC-Sicht offenbar eine zu starke Belastung sind.

    Ich sehe einige Wahrscheinlichkeit, dass dieses „Problem“ daher auf diese speziellen Konstellationen beschränkt bleibt, denn Companisto poolt eh seit jeher (und kommt für mich deshalb erst gar nicht in Frage), Innovestment verwässert seit jeher, die neuen partiarischen Darlehen verwässern ebenfalls, c-crowd.ch ist so gut wie tot, investiere.ch setzt auf Aktien, fundedbyme.com setzt auf Aktien, Bergfürst wird auf Aktien setzen, und der Rest ist derzeit als irrelevant zu betrachten.
    Falls sich die Verdrängungen im Kontext der wirklich spannenden Pitches von Seedmatch aber in nächster Zeit häufen sollten, kann dies dem derzeitigen Marktführer (und somit auch deren Fundings) mindestens zeitweise sehr schaden. Kommt dann noch dazu, dass die Fundings grad nicht so die Kracher sind, kann es sogar richtig ungemütlich werden.

    In jedem Fall sehe ich da seitens Jens-Uwe Sauer und Co. im gesamten aktuell hier diskutierten Themenkomplex grossen (Auf)Klärungsbedarf.

  8. Aus Sicht von Seedmatch kann ich sagen, dass wir alles daransetzen werden, dass das Vorgehen bei der VC-Anschlussfinanzierung von Smarchive keine Schule macht! Im Gegenteil, wir sind der Meinung, dass die Crowd die in einer sehr frühen Phase risikoreich investiert, auch in den späteren Finanzierungsrunden unbedingt die Chance bekommen sollte, wieder zu investieren.

    Heute hat Seedmatch mit seiner Investorencrowd den Power ein Startup auch über mehrere Finanzierungsrunden zu begleiten, wie wir mit LeaseRad und Refined Investment bereits unter Beweis stellen konnten. Die 2nd-Crowd-Rounds von Front Row Society und Honestly sind noch in vollem Gang…

    Zu Smarchive: Einerseits war T-Venture sicherlich das Beste, was dem Startup mit seinem entwicklungsintensiven Produkt zu diesem Zeitpunkt passieren konnte. Andererseits hat der spezielle VC auch sehr spezielle Vorstellungen, wie die Beteiligungsverträge der Crowd weiterzuführen sind. Entscheidend aber ist: Unterm Strich wurde – wenngleich mit einem erhöhten Aufwand – eine Lösung gefunden, die für alle Beteiligten passte!

    Und obendrein war es eine Bestätigung dafür, dass Crowdfunding keine Spielwiese für „bei VC’s abgeblitze Startups“ (wie Thomas Promny sich unlängst ausdrückte) sein muss. Im Gegenteil, die Crowd hat mit Smarchive in ein Startup investiert, welches seinerzeit nicht ausreichend Business Angel fand und welches aber nach der Aufmerksamkeit aus dem Crowdfunding und der fokussierten Weiterentwicklung seiner Produkte einen erfolgreichen VC für sich gewinnen konnte, und damit einen richtigen Riecher bewiesen.

  9. Harry sagt:

    „… ist die Idee an sich so ein Kracher, kann sich das Startup eigentlich den umständlichen Weg über Crowd Investing schenken und sich das Kapital anderweitig besorgen.“

    – Weil die VC Finanzierung ja auch ein überaus einfacher Weg der Kapitalbeschaffung ist: Tür auf, rein, Pitch, Tür auf, mit Geld raus. Da nimmt sich Crowdfunding und VC nicht viel.