Wie sähe ein Buyout bei Companisto aus?

An dieser Stelle wurde bereits in dem ein oder anderen Posting das Herausdrängen von Crowdinvestoren aus einem über Seedmatch finanzierten Startup behandelt. Die Abwicklung so eines Herausdrängens ist bei einer dreistelligen Anzahl von Investoren sicherlich keine triviale Angelegenheit. Dies hatte Steffen Reitz damals in einem Blitz-Interview zur Folgefinanzierung bei Smarchive mit Crowdstreet bestätigt. Auch in Bezug auf ein weiteres Startup, bei dem gerade angeblich versucht werden soll, die Crowd herauszudrängen, scheint es im internen Bereich von Seedmatch zu sehr kontroversen Diskussionen gekommen zu sein. Es haben sich Crowdinvestoren an mich gewandt, um meine Meinung zu hören. Niemand hat dabei verraten, um welches Startup es geht. (Es ist offenbar ein eCommercer…)

Nach den Kommentaren hier und auf anderen Blogs scheint es bei den relevanten Fällen drei Möglichkeiten zu geben/gegeben zu haben, wie ein Investor reagieren kann. So sollen zwei Handlungsalternativen angeboten werden. Bei der Verweigerung beider soll es angeblich zur Androhung der Kündigung von Stillen Beteiligungen wegen eines Verhaltens zum Schaden der Gesellschaft gekommen sein. Ohne nachvollziehen zu können, ob das alles so zutrifft, so ist das Szenario auf jeden Fall möglich und man kann das Fazit ziehen, dass das Herausdrängen der Crowd aus einem Startup alles andere als ein triviales und widerstandfreies Unterfangen ist.

Ginge das Ganze bei Companisto einfacher?

Companisto ist zum Start der Plattform mit dem Anspruch angetreten, VC kompatibel zu sein. Weil die Anteile der Companisten wie in einem Fond in einer einzigen Beteiligung gepoolt werden, dürfte das Herausdrängen der Crowd aus einer Firma zumindest technisch einfacher sein, da ja nur eine einzige Beteiligung abgefunden oder gewandelt werden muss. Bei Companisto würde der Fall so ablaufen, dass der Investor ein Angebot zum Kauf der Beteiligung unterbreitet. Im Gesellschaftervertrag ist geregelt, dass das Angebot bei einer Zustimmungsquote von 75 Prozent angenommen wird. In diesem Fall geht der gesamt Pool an den Investor. Bei Nichterreichen bleibt alles wie gehabt. Verhandlungen mit vielen Einzelinvestoren sind also nicht vonnöten.

Das ist also die technische Seite. Ob man allerdings als Investor deshalb leichter zum Ziel kommt, sei einmal dahin gestellt. Ich könnte mir vorstellen, dass angesichts der im Durchschnitt niedrigeren Investitionssummen der einzelnen Companisten die Neigung zum Pokern sehr viel höher sein könnte als bei den Seedmatch-Investoren. Ob meine Vermutung so zutrifft, wird man abwarten müssen bis der unterstellte Fall das erste Mal eintritt.

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