„In Deutschland gibt es allein 91.000 Sportvereine mit 27,8 Millionen Vereinsmitgliedern.“ – Interview mit Marthe-Victoria Lorenz zur neuen Crowdfunding-Plattform fairplaid

Logo fairplaid

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Klaus-Martin Meyer: Frau Lorenz, Sie sind Geschäftsführerin der Firma fairplaid GmbH. Könnten Ihre Firma bitte kurz vorstellen?

ML: fairplaid ist eine Wortschöpfung aus „fairplay“ und „aid“ und zeigt glaube ich ganz gut, für was wir stehen: nämlich für Fairness, Spiel bzw. Sport und Hilfe. Kurzum: Wir haben uns im November letzten Jahres gegründet, um dem Sport in Deutschland mit Crowdfunding eine zusätzliche Säule der Sportförderung zu bieten.

Klaus-Martin Meyer: In Deutschland gibt es eine wahre Gründerzeitstimmung in bezug auf Crowdfunding-Plattformen. Warum brauchen wir fairplaid?

ML: Der Sparkurs in Deutschland macht auch vor dem Sport nicht Halt. Insbesondere der Breitensport in Deutschland ist weitgehend unterfinanziert und benötigt dringend neue und innovative Möglichkeiten der Finanzierung, um seine gesellschaftliche Aufgabe weiter wahrnehmen zu können. Wir bieten dem Sport mit fairplaid, einer Crowdfunding-Plattform speziell für den Sport, diese Chance. Und ganz wichtig: wir kopieren nicht einfach eine bestehende Plattform.
Wir erweitern das Prinzip des Crowdfunding soviel ich weiß als erste Plattform – und wenn Sie so wollen sportgerecht – und bieten Unterstützern exklusive Belohnungen in Form von Gutscheinen und Rabatten an.

Klaus-Martin Meyer: Wie überzeugen Sie Sportvereine Ihre Projekte auf fairplaid zu platzieren?

ML: Auf den ersten Blick ist das Thema Crowdfunding gerade bei breitensportorientierten Vereinen weitgehend unbekannt. Schaut man genauer hin, sieht man, dass die Vereine offline schon eine gewisse Art von Crowdfunding betreiben – vermutlich ohne dies zu wissen. Und im Sport ist die Unterstützung durch einen Dritten (durch Sponsoren) vollkommen normal. Da gibt es wenige Berührungsängste. Trotzdem wissen wir, dass Sportvereine und Sportler ehrenamtlich unterwegs sind und Unterstützung benötigen. Wir bieten deshalb den
Vereinen umfangreichen Service in Sachen Beratung und setzen bewusst wenig Online-Kenntnisse voraus. Und wir kooperieren natürlich gezielt mit dem organisierten Sport, d.h. Sportverbände oder deren Untergliederungen und stellen fairplaid dort vor.

Klaus-Martin Meyer: Ich vermute, dass das größte Marktpotential darin liegt, Projekte, die es auch ohne den Crowdfunding-Boom gibt und immer gegeben hat, auf fairplaid zu ziehen, um diese dann einfacher für alle Beteiligten abzuwickeln?

ML: Ich würde es so formulieren: Zu den klassischen Finanzierungssäulen der Sportvereine und Sportler- Mitgliedsbeiträge, Zuschüsse, Spenden und Sponsorengelder – bietet fairplaid.org eine weitere innovative und zeitgemäße Finanzierungsform. Für den Verein eine große Chance ein Projekt ohne Risiko vorfinanzieren zu lassen. Natürlich sind viele Projekte, wie Sie richtig sehen, „klassischer Natur“ und werden im operativen Spielbetrieb einfach am häufigsten benötigt – vom neuen Trikotsatz, Ballsatz bis hin zur Fahrt zum Trainingslager, dem Aufstieg in die nächsthöhere Liga oder einer neuen Halle.
Ich sehe aber noch einen weiteren Effekt, der weitestgehend unterschätzt wird. Die Darstellung von Projekten ist auch eine neue Form der PR des Vereins. Er kann einer breiten Öffentlichkeit zeigen, was er drauf hat und was er leistet, unabhängig davon, ob das Projekt später erfolgreich ist oder nicht.

Klaus-Martin Meyer: Für groß schätzen Sie den von Ihnen adressierten Markt ein und wo wollen Sie in einem Jahr stehen?

ML: In Deutschland gibt es allein 91.000 Sportvereine mit 27,8 Millionen Vereinsmitgliedern. Von Hobbysportlern, welche nicht in einem Verein organisiert sind ganz zu schweigen. Ein riesige gesellschaftliche Bewegung. Unser Ziel ist es wie gesagt, fairplaid als eine weitere Säule der Sportförderung zu etablieren. Wenn das bereits in einem Jahr der Fall ist, entspricht dies genau unseren Vorstellungen.

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