„Darüber hinaus ist für uns der skandinavische Markt interessant, in den wir über unsere Mikroinvestoren von dort einen Einstieg bekommen wollen.“ – Interview mit Tobias Lorenz zum Crowdfunding für Glovico

Logo glovico

Logo Glovico

Klaus-Martin Meyer: Tobias, Du bist Gründer von Glovico. Könntest Du dich und deine Firma bitte kurz vorstellen?

Tobias Lorenz: Klar, gerne! Also, ich bin 31 Jahre alt und mache seit 2,5 Jahren Glovico. Ich war vorher schon im Bildungsbereich tätig und bin studierter Linguist und Betriebswirt, so dass Glovico mir quasi auf den Leib geschneidert ist. Denn Glovico ist eine Fair Trade Sprachschule, in der Menschen aus Entwicklungsländern via Skype ihre Muttersprachen unterrichten.
Das reicht von den großen Sprachen wie Spanisch und Französisch bis zu kleineren Exoten wie Swahili oder Tagalog. All diese Sprachen werden bei uns im Einzelunterricht zu sehr günstigen Preisen (ab 8 Euro pro Stunde) angeboten. So wollen wir hier günstigen aber gleichzeitig hochwertigen Sprachunterricht anbieten und gleichzeitig zusätzliche Einkommensmöglichkeiten in den Ländern des Südens schaffen.

Klaus-Martin Meyer: Zur Finanzierung des weiteren Wachstums wird nun ein Crowdfunding angestrebt. Warum dieser innovative Weg statt einer konventionellen Form der Finanzierung?

Tobias Lorenz: Wir sprechen parallel auch mit Sozialinvestoren aus dem Bildungsbereich und wollen beides machen: traditionelles Funding als auch Crowdfunding. Fuer das Crowdfunding haben wir uns entschieden weil wir von Anfang tolle Unterstützung von unserer Community bekommen haben und diese auch beim Funding mit einbeziehen wollen. Denn jeder unserer Mikroinvestoren ist dann natürlich gleichzeitig ein Markenbotschafter.

Klaus-Martin Meyer: Ganz besonders interessant ist die Wahl der Crowdfunding-Plattform FundedByMe (Disclaimer: deren Aktionär ich bin). Haben sich die etablierten deutschen Plattformen nicht an ein Social Business getraut oder gibt es spezielle Gründe eine schwedische CF-Plattform zu wählen, die auf dem deutschen Markt noch keinen Track-Rekord aufweisen kann?

Tobias Lorenz: Bei uns eine Mischung aus zwei Beweggründen: wir haben uns die verschiedenen deutschen Plattformen angesehen und diese fokussieren auf ganz klassische Gründungen: Sozialunternehmen haben dort bislang keinen Platz. FundedByMe auf der anderen Seite kommt aus dem Crowdfunding für soziale und kreative Projekte, aber hat jetzt ganz neu eine Plattform für Crowd-Investments. Das war für uns spannend. Darüber hinaus ist für uns der skandinavische Markt interessant, in den wir über unsere Mikroinvestoren von dort einen Einstieg bekommen wollen.

Klaus-Martin Meyer: Besonders spannend finde ich die Frage, ob sich auch die Sprachlehrer aus aller Herren Länder via FundedByMe an glovico beteiligen können (und auch wollen)?

Tobias Lorenz: Ja, können sie. Einige sind auch sehr interessiert und überlegen gerade, wie sie sich investieren wollen. Mittelfristig wollen wir jedoch für die Lehrer ein eigenes Anteilsprogramm aufsetzen, quasi eine Mitarbeiterkapitalbeteiligung, in welcher sie über ihren Unterricht Anteile erwerben können. Wir wollen die Lehrer eng in das Unternehmen einbinden, weil das natürlich auch eine ganz andere Motivation zum Business Development von deren Seite schafft.

Klaus-Martin Meyer: Noch eine Frage, die mich als potentieller Investor interessiert. Interessanter als die Exit-Frage finde ich, welche Aussichten es gibt, die die glovico-Technologie zu lizensieren?

Tobias Lorenz: In Bezug auf den Exit wollen wir mittelfristig Anteile an Verlage aus dem Bildungsbereich verkaufen, wo auch jetzt schon Interesse besteht.
Lizenzierung ist bei Glovico schwierig: wir haben keine proprietäre Technologie. Unsere Stärke ist zum einen die Marke sowie unsere Alleinstellung im deutschsprachigen Raum. Darüber hinaus aber das Lehrmaterial und die zusätzlichen Features, auf deren Entwicklung im letzten halben Jahr unser Fokus lag.

Markiert mit .Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

Schreibe einen Kommentar