„Wir haben eine Plattform gesucht, die Privatanleger mit erfolgreichen mittelständischen Unternehmen zusammenführt.“ – Interview mit Guido Hillebrands zum Crowdfunding von innoveas über Lightfin

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Klaus-Martin Meyer: Herr Hillebrands, Sie sind Vorstandsvorsitzender der innoveas AG. Könnten Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen?

Guido Hillebrands: Wir sind ein in Karlsruhe verankertes Unternehmen und investieren Kompetenz und Kapital, um Ergebnisse aus der öffentlichen Spitzenforschung in Produkte und Wachstumsunternehmen zu veredeln. Während meines Studiums hier in Karlsruhe habe ich vor mittlerweile 30 Jahren mit Peter Heydebreck den Partner kennengelernt, mit dem gemeinsam ich über die Jahre das Unternehmen aufgebaut habe, aus dem die innoveas 2007 hervorging.

Klaus-Martin Meyer: Über Lightfin.de bieten Sie dieser Tage ein Crowdfunding an. Warum fiel die Entscheidung zugunsten einer jungen, bisher noch nicht in Erscheinung getretenen Plattform?

Guido Hillebrands: Wir haben eine Plattform gesucht, die Privatanleger mit erfolgreichen mittelständischen Unternehmen zusammenführt. Lightfin bietet das, gepaart mit höchster Kompetenz und Seriosität. Hinter der Plattform steht die Kanzlei Schanz & Coll., eine der führenden Kanzleien in Deutschland bei rechtlich-finanzstrategischen Fragen, wie dem Kauf und Verkauf von Unternehmen, Börsengängen sowie Eigen-Oder Fremdkapital-Finanzierung. Herr Dr. Schanz hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, mit seinem professionellen juristischen Know-How das Crowdfunding in Deutschland noch sicherer und auch mittelständischen und etablierten Firmen zugänglich zu machen.

Klaus-Martin Meyer: Die Beteiligung erfolgt in Form eines partiarischen Darlehens. Warum bieten Sie nicht gleich Aktien an, wo Sie schon eine für Anleger so günstige Rechtsform haben?

Guido Hillebrands: Viele Privatanleger bevorzugen eine festgelegte sichere Verzinsung. Diesen Anlegern bieten wir attraktive Zinsen und zugleich die Möglichkeit, in begrenztem Maße am Wertzuwachs der innoveas teilzuhaben. Für Personen, die sich aktiv an der Entwicklung der innoveas beteiligen möchten, bieten wir unabhängig vom Crowdfunding die Möglichkeit zu einem Gespräch über eine Eigenkapitalbeteiligung.

Klaus-Martin Meyer: Eine Beteiligungsgesellschaft ist für einen Anleger auch immer ein wenig wie eine Wundertüte. Wird es in Zukunft auch Möglichkeiten geben, sich über Crowdfundings direkt in Ihre Beteiligungen zu investieren?

Guido Hillebrands: Diese Wundertüte erlaubt uns die Zusage eines festen Zinssatzes. Das Restrisiko jeder einzelnen Beteiligung wird durch das gesamte Portfolio balanciert. Für eine einzelne Beteiligung ist eine verbindliche Zinsaussage schwieriger. Einige unserer Portfoliounternehmen – z.B. die Tridelity AG – sind derzeit dabei, den nordamerikanischen Markt zu erschließen. Dies verspricht schnelles Wachstum, erfordert aber eine weitere Finanzierungsrunde. Wir überlegen derzeit deshalb, für ausgewählte Portfoliounternehmen über das Crowd-Instrument die Möglichkeit einer Eigenkapitalbeteiligung anzubieten.

Klaus-Martin Meyer: Equity based Crowdfunding wird häufig mit Startup-Finanzierung assoziert. Ist eine Beteiligung bei Ihnen zu vergleichen mit einem Invest in ein Startup mit langjähriger Erfahrung?

Guido Hillebrands: Njein.
Als Start-Up wird ein neues oder sehr junges Unternehmen definiert, das mit einer neuartigen Idee Markterfolg erzielen und wachsen möchte. Insofern ist innoveas natürlich kein Start-Up, denn wir sind bereits fest am Markt etabliert und zählen zum Mittelstand. Jedoch ist unsere Idee neuartig. Es gibt auf dem deutschen Markt kein anderes Unternehmen, das mit einer vergleichbaren Idee und vergleichbarem Marktpotential agiert.

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2 Responses to „Wir haben eine Plattform gesucht, die Privatanleger mit erfolgreichen mittelständischen Unternehmen zusammenführt.“ – Interview mit Guido Hillebrands zum Crowdfunding von innoveas über Lightfin

  1. Die Antwort auf die Frage, warum sie statt Aktien auf ein Nachrangdarlehen setzen, ist der Klopfer des Tages. „Konservative Privatanleger, die eine festgelegte *sichere* Verzinsung bevorzugen“ und „partiarisches Nachrangdarlehen“ schliessen sich gegenseitig absolut aus.
    Herr Hillebrands hätte gern auch ehrlich antworten dürfen, nämlich „erstens wollten wir die Kosten für die ansonsten notwendige Prospekterstellung umgehen und zweitens haben wir keinerlei Lust auf hunderte Kleininvestoren, die uns ins Geschäft reinreden wollen“.
    Das hätte erheblich seriöser gewirkt als dieses Wischiwaschi-Herumgeeiere.

    • Danke für das Feedback! Die Entscheidung für das Nachrangdarlehn haben wir tatsächlich auf Grundlage einer Befragung in unserem Umfeld aus Mitarbeitern, Freunden und Geschäftspartnern getroffen. Daraus sind die jetzigen Konditionen entstanden. Wir können uns auch Aktien gut vorstellen und planen dies für eine nächste Runde. Bislang haben wir einige Cornerstone-Investoren mit höheren Beträgen, aber wir sehen Streubesitz nicht kritisch. Die jetzige Runde hilft uns, in eine Runde mit Aktienbesitz hineinzuwachsen. Deshalb haben wir übrigens auch schon in dieser Runde einen sehr umfangreichen Prospekt erstellt, den Sie auch gerne auf Lightfin.de herunterladen können.