„Ein Crowdinvestment hingegen ist gerade bei einem Consumer-Produkt wie 5 CUPS sehr spannend.“ – Interview mit Patrick Ulmer und Ingo Schröder (5 CUPS and some sugar GmbH)

5CUPS and some sugar

Klaus-Martin Meyer: Herr Ulmer, Herr Schröder, Sie sind Geschäftsführer der Firma 5 CUPS and some sugar GmbH. Könnten Sie sich und Ihre Firma bitte kurz vorstellen.

Patrick Ulmer: Bei 5 CUPS and some sugar bekommt man seinen persönlichen Lieblingstee. In unserem Onlineshop kann man aus mehr als 50 hochwertigen Zutaten eigene Teekreationen erstellen, sich seine Verpackung aussuchen und seiner Teemischung einen eigenen Namen geben, der dann den Anhänger der Verpackung ziert.

Klaus-Martin Meyer: Ist Ihr Geschäftsmodell zu innovativ, dass es gar keinen Sinn machen würde, bei einer Bank für einen Kredit vorzusprechen? Kam da nur ein Crowdfunding in Frage?

Ingo Schröder: Banken sind für Startups selten interessante Gesprächspartner. Sie bieten in der Regel kaum akzeptable Konditionen an, verlangen aber gleichzeitig vollständige Bürgschaften von den Gründern, die sich oft schon bei der Anschubfinanzierung ihrer Geschäftsidee verausgabt haben. Ein Crowdinvestment hingegen ist gerade bei einem Consumer-Produkt wie 5 CUPS sehr spannend. Die PR, die wir erhalten, hilft uns enorm und jeder Companist, den wir für unsere Geschäftsidee begeistern können, ist auch gleichzeitig ein Botschafter für uns, der vieles dafür tut, dass wir gemeinsam erfolgreich sind.

Klaus-Martin Meyer: Warum haben Sie sich für Companisto entschieden, wo ja ein so großes Funding bisher noch nicht realisiert wurde?

Patrick Ulmer: Wir haben im Vorfeld sehr viel Gutes über Companisto gehört. Die Konditionen sind für alle Beteiligten fair. Zudem passte es auch auf persönlicher Ebene – Companisto ist genau wie wir ein relativ junges Berliner Startup mit viel Potenzial und sehr engagierten Leuten, mit unternehmerischem Biss. Wir haben offen miteinander gesprochen, was nicht bei allen Crowdinvestment-Plattformen zur Geschäftspraxis gehört. Wir sind froh, einen Partner gefunden zu haben, der auf unsere Wünsche und Bedürfnisse reagiert und der mit uns zusammenarbeitet und neben den eigenen auch unsere Interessen im Blick hat. Ich bin sicher, das werden auch unsere Investoren schätzen.

Klaus-Martin Meyer: Können Sie etwas zu Ihren Umsatzpotentialen sagen und dazu, was die Akquise eines neuen Kunden kostet und was anschließend an Folgebestellungen zu erwarten ist?

Patrick Ulmer: Die Umsatzpotenziale sind beachtlich, zumal der Teemarkt mit 2,7 Mrd EUR p.a. nicht gerade klein ist und in den nächsten Jahren einen Schub bekommen wird. Der Umsatz des Online-Teehandels beläuft sich auf ca. 110 Mio. € in Deutschland und wächst kräftig um 20 % jährlich. An diesem Wachstum wollen wir nicht nur teilhaben, sondern es mit Innovationen mitgestalten. Wir halten ein Umsatzpotenzial für 2015 von 8 Mio. € für möglich; ein Marktanteil von 5 %. Wir brauchen bis zum Break-Even jedoch deutlich weniger Umsatz. Natürlich versuchen wir, unser Potenzial voll auszuschöpfen.
Die Kosten eines neuen Kunden lassen sich noch nicht genau benennen, da wir neben klar messbaren Maßnahmen wie Online-Marketing auch viel Traffic – und damit Kunden – über PR und Social Media bekommen. Wir bauen unsere Markenbekanntheit über Reichweite auf. Da die Teesaison im Herbst beginnt, konzentriert sich ein Großteil unserer Marketingmaßnahmen auf diesen Zeitraum mit noch unbekannten Skalierungseffekten. Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Herbst die kritische Masse erreicht haben und dann auch durch Empfehlungen wachsen; was bei neuen, innovativen sowie hochqualitativen Produkten wie unseren Tees gut funktioniert. Unsere Wiederbestellerquote liegt deutlich über 20 %. Einige Ideen zu Verbesserung dieses Wertes werden wir ausprobieren, wobei uns natürlich auch bewusst ist, dass diese Zahl nach sieben Monaten am Markt noch nicht sehr aussagekräftig ist.

Klaus-Martin Meyer: Wie lange wird das Geld aus dem Funding reichen? Was ist an zukünftigen Kapitalmaßnahmen geplant?

Ingo Schröder: Wir haben 2013 einen Kapitalbedarf von insgesamt 350k €. Wir werden noch in diesem Jahr ein bis zwei weitere Investoren – voraussichtlich Business Angels – mit ins Boot holen. 2014 haben wir einen weiteren Kapitalbedarf von 200k €. Ob wir diesen Bedarf durch eine Kapitalerhöhung decken oder über weiteres Fremdkapital, ist momentan noch offen. Natürlich kann diese Planung jederzeit (nach unten) angepasst werden, um die Liquidität sicherzustellen. Beispielsweise wird nur soviel Geld in Marketing investiert, wie hierfür zur Verfügung gestellt werden kann. Steht weniger Geld zur Verfügung, werden auch weniger Ausgaben getätigt; der Kapitalbedarf und die Verluste in der Wachstumsphase sind dann entsprechend kleiner.
In jedem Fall soll sich die Verwässerung unserer Anteile (und damit auch die der Companisten) in Grenzen halten. Vielleicht brechen wir damit ein wenig mit der These, dass mehr Kapital ein schnelleres Wachstum bedeutet. Wir wollen nicht nur schnell, sondern müssen vor allem nachhaltig wachsen und dabei die Produktqualität auf dem jetzigen Niveau halten können. Wenn uns das gelingt, sind wir in jedem Fall noch für die eine oder andere Überraschung gut…

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