Arbeitswelt Crowdfunding-Plattform III: Interview mit Thomas Herzog (Innovestment GmbH)

innovestment

Klaus-Martin Meyer: Thomas, Du bist bei Innovestment für das Thema Business Development zuständig. Wie kommt man zu einem Arbeitsplatz in einem Startup in einer Branche, die sich selber noch im Startup-Modus bewegt?

Thomas Herzog: Zunächst, ich habe gerade die Rollen im Unternehmen gewechselt und bin nun verantwortlich für New Business Development und die Produktentwicklung. Einen Arbeitsplatz in neu entstehenden Branchen findet man meist über eine Kombination aus persönlichem Netzwerk und spezifischer Arbeitshistorie. So auch bei mir, ich kannte die ursprünglichen Gründer noch aus meiner Tätigkeit bei einer weltweit aktiven Studentenorganisation. Darüber hinaus hatte ich mit einer Arbeitsvita, die aus Frühphasen-Startups und Tätigkeiten für die Financial Industries besteht, ein passendes Kompetenzset für die Herausforderungen, die beim weiteren Wachstum der Innovestment zu bewältigen sind.

Klaus-Martin Meyer: Wie sieht Dein typischer Arbeitstag aus und was sind Deine zentralen Aufgabenstellungen bei Innovestment?

Thomas Herzog: Meine derzeitige Tätigkeit lässt sich in vier Bereiche einteilen, die Produktentwicklung, das Führen von Kooperationsgesprächen, die Präsentation der Innovestment bei Veranstaltungen und in der Presse und Weiteres. Im Rahmen der Produktentwicklung geht es viel um die qualitative und quantitative Definition von Geschäftszielen, die es über die technische und juristische Produktentwicklung zu heben gilt. Dies startet bei der Exploration und entwickelt sich über die Spezifikation bis hin zum Rollout. Mein typischer Arbeitsalltag besteht aus 1/3 Produktentwicklung, 1/3 Gesprächen mit dem Markt (Presse, Panels und Einzelgespräche) und 1/3 Weiteres (was alles sein kann).

Klaus-Martin Meyer: Euer Firmensitz ist in Düsseldorf, während Du in Berlin Deinen Dienstsitz hast. Wie wichtig ist der Standort Berlin für das Thema Crowdfunding und für Innovestment?

Thomas Herzog: Die Investoren und Unternehmen der Innovestment kommen aus ganz Deutschland und es gibt keine signifikante Häufung beider Gruppen in Berlin, die nicht über die Einwohnerzahl zu begründen ist. Dennoch ist Berlin aufgrund der Startup-Kultur und der zahlreichen Möglichkeit zum Austausch ein sehr relevanter Hub für Innovestment. Berlin ist für mich Wohnsitz, einen definierten Dienstsitz habe ich nicht. Wir sind in ganz Deutschland unterwegs, so dass es Wochen gibt, in denen ich nur in meiner Freizeit in Berlin bin.

Klaus-Martin Meyer: In absehbarer Zeit werden wir sicher die ersten Insolvenzen von Firmen erleben, die sich über die Crowd finanziert haben. Welche Herausforderungen werden sich hieraus für Deinen Job ergeben?

Thomas Herzog: Innovestment hat schon immer sehr viel Aufwand darauf verwendet das den Investoren klar ist, dass es sich um eine Hochrisikoklasse handelt und scheitern von Startup-Vorhaben Teil des Marktgeschehens ist.
Darüber hinaus spricht Innovestment mit einer Mindestbeteiligung von 1.000 Euro gezielt qualifizierte und solvente Anleger an. Viele von ihnen üben Managementpositionen aus oder haben selbst Unternehmen gegründet. Die Mehrheit von ihnen betrachtet Crowdinvesting als Beimischung zu ihrem Anlageportfolio, neben Aktien, Immobilien und weiteren Beteiligungen.
Vereinzelte Insolvenzen bei der Anlageklasse Crowdinvesting in Frühphasen-Unternehmen sollten niemand überraschen. Eine etwaige Herausforderung ergibt sich im Dialog mit der Öffentlichkeit jenseits unserer Nutzerbasis, bei der eine mögliche Enttäuschung mittels kommunikativer Maßnahmen in eine differenzierte Betrachtung des Marktes entwickelt werden muss.

Klaus-Martin Meyer: Du bist sicher noch näher dran am Thema Crowdfunding als z.B. wir Anleger. Welches Potential traust Du dem Crowdfunding in Deutschland in den kommenden zwei, drei Jahren zu?

Thomas Herzog: Ich traue CF/CI für Deutschland zu, ein fester Bestandteil der Finanzierunglandschaft zu werden. Geld von der Crowd wird ein Teil des Finanzierungsbündels von Unternehmen. Nicht mehr und nicht weniger wie es Banken, VCs, Angel, PEs, Förderprogramme und ähnliches heute schon sind.

Mehr zum Thema Innovestment: www.innovestment.de

Markiert mit .Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

Schreibe einen Kommentar