Interview mit Wolfgang Gumpelmaier zum Crowdfunding für ununi.tv auf startnext

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Klaus-Martin Meyer: Wolfgang, Du engagierst Dich für für ununi.tv. Was hat es damit auf sich?

Wolfgang Gumpelmaier: Ich habe ununi.TV 2011 gemeinsam mit Anja C. Wagner, Fabian Topfstedt und Bertram Gugel gegründet, damals noch als kleines Hobby-Projekt. Unsere Vision war es, eine Infrastruktur zu schaffen, innerhalb derer man sich auf Basis von Live-Online-Videos weiterbilden und mit Experten austauschen kann. Nun wollen Anja und ich das Projekt gemeinsam mit Robert F. Seibel und einer motivierten Unterstützer-Community weiter voranbringen und daraus ein gemeinnütziges Netzwerk-Unternehmen machen. Wir positionieren uns als Crowd university for modern life und möchten allen wissbegierigen Menschen, vor allem Selbstständigen und Kreativen eine informelle Lernumgebung bieten, in der sie sich mit weiterentwickeln, Erfahrungen austauschen und sich vernetzen können. In weiterer Folge wird es aber auch einen EduShop geben, über den man sein Wissen anbieten und verkaufen kann.

Klaus-Martin Meyer: ununi.tv richtet sich an eine Crowd von bildungshungrigen Menschen. Ist da das Crowdfunding ein logischer Schritt zur weiteren Entwicklung – auch aus Glaubwürdigkeitsgründen?

Wolfgang Gumpelmaier: Klar. Wir sind ja ein Community-Projekt und achten sehr darauf, was unsere Unterstützer und Freunde sagen. Bereits im Vorfeld haben wir z.B. gefragt, ob und wie es Sinn machen würde, ununi.TV weiterzuentwickeln und ob sie uns dabei helfen würden. Die Antwort war eindeutig: Macht weiter, bitte! Weil sich aber unser Konzept schwer über klassische Finanzierungswege realisieren lässt, haben wir uns dann für Crowdfunding entschieden, auch um einen Proof of Concept zu haben, also um zu sehen, ob es genug Menschen gibt, die so ein selbstbestimmtes Lern- und Bildungsangebot wollen.

Klaus-Martin Meyer: Ein Crowdfunding will gut vorbereitet sein. Welche Hausaufgaben habt ihr vorher gemacht, damit das Fundingziel erreicht wird?

Wolfgang Gumpelmaier: Der erste Schritt war die Einbeziehung unserer Supporter, die wir alle in eine geschlossene Google plus-Community eingeladen haben und die seitdem ein ganz wesentlicher Bestandteil von ununi.TV sind. Wir diskutieren fast alles in dieser Community und haben die ersten 10.000,- auf startnext vor allem aufgrund der Mithilfe vieler Freunde geschafft. Daneben habe ich mich vor allem um Pressearbeit und Blogger-Relations gekümmert, wie es so schön heißt. Bereits vor dem Crowdfunding haben wir eine Liste mit bekannten/befreundeten Journalisten erstellen und solchen, die bereits über ähnliche Projekte geschrieben haben. Manche haben sich sofort gemeldet, bei anderen liegt unsere Mail wohl noch immer im Postfach. Auch einen groben Blogging-Plan haben wir uns überlegt, zum Teil auch Dinge vorgeschrieben. Allerdings ist gerade dieses Projekt sehr stark „in progress“ und jeden Tag ergeben sich neue Ideen und Möglichkeiten. Abgesehen davon, versuchen wir unsere Plattform mit Leben zu füllen, Inhalte zu erzeugen. Auch hier gilt wieder: ohne Community würde es nicht funktionieren.

Klaus-Martin Meyer: Ihr wickelt das Funding über startnext ab. Es wird zuweilen behauptet, dass die Plattform bei einem guten Pitch zweitrangig ist. Wie siehst Du diesen Punkt?

Wolfgang Gumpelmaier: Sehe ich genauso. Wie oben schon erwähnt, kommt es vor allem darauf an, sich zu überlegen, wen man während des Crowdfundings anspricht und wie man das macht. Die Plattform ist hier nicht vorrangig. Viel wichtiger ist es, guten Content zu erzeugen. Diesen gibt es bei uns in Form der Sessions, die aber noch lange nicht die gesamte Breite unseres zukünftigen Angebots wider spiegeln. Ich machen beispielsweise jeden Montag einen Crowdfunding-Talk und interviewe in 15-Minuten via Live-Online-Video erfolgreiche oder spannende CrowdfunderInnen. Später werde ich aber sicherlich meine Dienste in Sachen Crowdfunding über den EduShop anbieten.

Klaus-Martin Meyer: Ihr habt ein ausgefeiltes Angebot an Perks. Was war hier die Strategie?

Wolfgang Gumpelmaier: Ganz einfach: wir wollen echte Nutzer von ununi.TV. Daher haben wir kaum ideelle bzw. „billige“ Prämien. Es geht uns tatsächlich darum, erste Nutzer und Kunden zu gewinnen. Wir haben allerdings schnell bemerkt, dass für viele die 12 Monats-Mitgliedschaft um 66,- schon eine große Hürde darstellt und haben deshalb ein Schnupper-Abo eingeführt. Und wie man sieht, gibt es Menschen, die wirklich an der Sache interessiert sind – nämlich einer modernen Alternative zum bestehenden Bildungssystem.

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