Was bedeutet Investoren-Pooling? – Gastbeitrag von Joschka Rugo (Companisto)

Gastbeitrag

Immer wieder kommt die Frage auf, was es mit Pooling auf sich hat. Wieso wird es gemacht und wem nützt es?

Pooling bedeutet, dass die Gesamtheit der Investoren so behandelt wird, als handele es sich um einen einzigen Investor.
Bei einem erfolgreichen Crowdinvesting beteiligen sich regelmäßig mehrere Hundert Mikroinvestoren an einem Startup. Bei so vielen Investoren kann natürlich nicht jeder einzelne Investor Einfluss auf den Geschäftsbetrieb des Startups haben. Startups wären sonst handlungsunfähig und VCs würden nicht investieren. Daher beteiligen alle großen Crowdinvesting-Plattformen die Investoren nur wirtschaftlich. Das bedeutet, dass Investoren zwar nicht über Mitbestimmungsrechte verfügen, aber wie vollwertige Gesellschafter von Einnahmen und Exit-Erlösen des Startups profitieren.

-> Aus Sicht der Startups ist ein Pooling daher wichtig, um viele Mikroinvestoren an ihrem Unternehmen beteiligen zu können, ohne die eigene Handlungsfähigkeit und Flexibilität zu verlieren.

Wenn ein Verkauf des Startup-Unternehmens stattfindet, oder ein Großinvestor die Beteiligungen der Companisten aufkaufen möchte, ist Pooling eine essentielle Voraussetzung. VCs haben kein Interesse daran, sich mit Hunderten einzelnen Investoren auseinander zu setzen, um individuell Vertragsänderungen auszuhandeln. Zum einen gibt es kaum Investment-Cases für die sich dieser Aufwand aus VC-Sicht lohnen würde und zum anderen bestünde – selbst wenn man den Aufwand betreibt – die große Wahrscheinlichkeit, dass man sich mit einzelnen Mikroinvestoren doch nicht einigt. Durch das Pooling werden alle Mikroinvestoren zusammen wie ein einziger Gesellschafter behandelt. Die Crowdinvesting-Plattform kann dann als der zentrale Ansprechpartner für eventuell notwendige Vertragsänderungen auftreten. Das Pooling bietet also einen vertraglichen Mechanismus für einheitliche Vertragsänderungen.

-> Aus Sicht von VCs und für Anschlussfinanzierungen ist das Pooling deshalb essentiell wichtig, denn es schafft die notwendige Transparenz und Sicherheit für einfache und schnelle Vertragsänderungen, Anschlussfinanzierungen, oder Übernahmen.

Für die Mikroinvestoren ist das Pooling ebenfalls ein Vorteil. Wie gesagt, kann ihr Startup viele Mikroinvestoren beteiligen, ohne seine Flexibilität zu verlieren. Dazu sind Vertragsänderungen unkompliziert möglich. So sind diese Startups gleichzeitig auch für VCs interessant, da ein Einstieg in das Unternehmen, oder ein Unternehmensverkauf (sogenannter Exit) problemlos zu realisieren ist. Das bedeutet zuletzt auch günstigste Bedingungen für eine positive Entwicklung der Investments der Investoren; diese Szenarien bieten die höchsten Renditen. Für diesen Investment-Verlauf bietet das Pooling (und bei Companisto auch die klaren, sehr detaillierten Verträge) optimale Voraussetzungen.
Über Companisto
Companisto ist Deutschlands erste Crowdinvesting-Plattform für jedermann. Crowdinvesting bedeutet, dass sich viele Personen an einem Startup beteiligen und das Startup so eine Finanzierung erhält. Eine Beteiligung ist schon mit kleinen Beträgen möglich, weil Companisto keine Mindestinvestitionssumme vorschreibt.
Die Mikroinvestoren – Companisten genannt – sind nicht nur am Gewinn, sondern auch am Unternehmenswert und an Erlösen aus einem möglichen Verkauf des Startups (Exit genannt) beteiligt. Insgesamt wurden von den Companisten mehr als 1.600.000,00 Euro in Startups investiert. Auf Companisto.de sind mehr als 6.300 Companisten registriert.
Die Companisto GmbH mit Sitz in Berlin wurde von den Rechtsanwälten David Rhotert und Tamo Zwinge gegründet und ging im Juni 2012 an den Start.

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