Blitz-Interview zur Einstellung des Geschäftsbetriebes von Gründerplus mit Susanne Böttcher

Gründerplus

Klaus-Martin Meyer: Frau Böttcher, das Crowdfunding-Projekt Gründerplus ist offenbar beendet worden. Was ist passiert, woran hat es gelegen?

Susanne Böttcher: Es ist richtig, dass die Plattform nicht weiter in Betrieb ist. Das Projekt Crowdinvesting hat unsere Erwartungen leider nicht wie erhofft erfüllt. Die Gründe dafür sind vielseitig.

Zum einen sehen wir eine zunehmende Bedrohung des Geschäftsmodells durch äußere Einflüsse, wie u.a. die BaFin und andere gesetzliche Rahmenbedingungen, die das Geschäftsmodell innerhalb kürzester grundsätzlich zum Erliegen bringen können. Zum anderen entstanden in der Vergangenheit vermehrt Zweifel an der Nachhaltigkeit insbesondere in Hinblick auf die investorenseitigen Anliegen, die unserer Ansicht nach im Crowdinvesting-Modell nicht stark genug berücksichtigt werden. Für uns wurde damit mehr und mehr klar, dass wir den Fokus der Marke anders setzen müssen. Eine kurzfristige Lösung und damit verbunden ein neues oder zumindest adaptiertes Geschäftsmodell war und ist nicht von heute auf morgen umzusetzen, sodass wir die Plattform offline gesetzt haben.

Klaus-Martin Meyer: Aus Zuschriften von Crowdinvestoren habe ich erfahren, dass die Kommunikation in der letzten Zeit gewissermaßen etwas stockte, während es seinerzeit beim Funding alles recht positiv lief. Warum hat sich die Kommunikationsstrategie zwischenzeitlich geändert. Kann man mit Mißerfolgen nicht genauso offen umgehen, wie mit den Informationen, die man im Rahmen eines Fundings gewährt?

Susanne Böttcher: Misserfolge zu kommunizieren ist natürlich eine unangenehme, wenn auch notwendige Maßnahme. Das Feedback unserer Investoren war jedoch zu jedem Zeitpunkt ein wichtiger Faktor. Wir haben versucht, den Anregungen und Ideen unserer Investoren bestmöglich nachzugehen. Wenn wir dem nicht in jedem Fall im erhofften Maße nachgekommen sind, tut uns das aufrichtig leid.

Klaus-Martin Meyer: Wenn ich richtig informiert bin, wurden den Investoren die Rückzahlung der Einlagen angeboten. Warum dieser Schritt?

Susanne Böttcher: Wir haben uns dazu entschieden, den Investoren Ihre Einlage inkl. der zugesagten Mindestverzinsung von 3% zurückzuerstatten, obwohl wir rein rechtlich dazu nicht verpflichtet sind. Das ist richtig. Der Schritt ist eine Entscheidung, mit der wir deutlich machen wollen, dass das Projekt Crowdinvesting kein „just-for-fun“Projekt war. Umso größer ist auch die Enttäuschung unsererseits. Wir sehen uns hier unseren Investoren gegenüber in der Pflicht.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss die Frage: Gibt es einen Plan B? Die Frage stellt sich mir, da ihr Blog ja recht regelmäßig gepflegt wird.

Susanne Böttcher: Unser Infoportal wird auch weiterhin Bestand haben. Die Gründerszene ist ein spannender Bereich, dessen Entwicklung wir gerne unter die Lupe nehmen. Auch wenn das Crowdinvesting nicht fortgeführt wird, so gibt es diverse Möglichkeiten, Gründer, Investoren und andere Marktinteressierte nachhaltig zu verbinden. Auch wenn es keinen konkreten Plan B gibt, an Ideen mangelt es uns nicht. 😉

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