„Crowdinvesting bietet mehr als nur Geld für Anteile.“ – Interview mit Fabian Westerheide (Wunsch-Brautkleid.de)

Klaus-Martin Meyer: Fabian, Du bist Gründer von Wunsch-Brautkleid.de. Könntest Du sich und das Start-up bitte kurz vorstellen?

Fabian Westerheide: Ich bin Gründer und CEO von Wunsch-Brautkleid. Vor gut einem Jahr hatten Michael und ich das Bestreben, eine Plattform zu entwickeln, auf der Frauen traumhafte Brautkleider für ihre Hochzeit entdecken können. Inzwischen sind wir der größte Markplatz für neue, gebrauchte und maßgeschneiderte Hochzeitskleider im deutschen Netz geworden. Wir bieten Frauen tausende Brautkleider von über 120 Designern aus aller Welt an. Zudem kann die Frau selbst entscheiden, ob sie das Brautkleid online kaufen möchte, es vor Ort anprobiert, oder es sich gleich maßschneidern lässt.

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Klaus-Martin Meyer: Mich interessierte zunächst die Frage, wie Ihr es geschafft habt, Lukasz Gadowski als Business Angel zu „angeln“?

Fabian Westerheide: Lukasz Gadowski war mein Chef, als ich vor einigen Jahren aus den USA nach Berlin gekommen bin, um für Team Europe zu arbeiten. Er ist ein Mentor für mich und ich konnte viel von ihm lernen. Demnach war er auch früh in unser Projekt eingebunden und stand uns immer wieder mit nützlichen Hinweisen zur Seite. Als wir dann im Frühjahr 2013 offen für ein Investment waren, haben wir Lukasz gefragt und er hat uns auch zugleich Unterstützung zugesagt.

Klaus-Martin Meyer: Wie verlief im Gegenzug dazu das Pitchen bei Companisto (auch in zeitlicher Hinsicht)?

Fabian Westerheide: Ganz anders. Angels zu gewinnen ist eine Frage des Netzwerkes. Hier sollte man die Personen schon lange kennen, denn diese investieren in das Team und seltener in das Geschäftsmodell. Wer einen Business Angel mit Mehrwert an Bord haben will, der braucht Monate bis Jahre dafür. Bei Companisto ging es von Anfang an um das Konzept. Hier wurde hinterfragt, wie groß der Markt ist, wie man Geld verdient und was noch geplant ist. Für Companisto ging es mehr um das Geschäftsmodell und Verdienstmöglichkeiten der Companisten. Die Analyse war rationaler und weniger vom Bauchgefühl getrieben.

Zeitlich war es mit Companisto schneller. Zwischen einem Intro, dem ersten Treffen und Term Sheet lag ungefähr eine Woche. Kaum ein Angel oder VC ist so schnell in seinen Entscheidungen. Companisto hat sich hier vorbildlich verhalten und gezeigt, dass Investmentangebote schnell den Gründern ermöglicht werden können.

Klaus-Martin Meyer: Warum habt Ihr Euch überhaupt für ein Crowdinvesting und für Companisto entschieden, wollen Angels/VCs zu viele Anteile?

Fabian Westerheide: Crowdinvesting bietet mehr als nur Geld für Anteile. Wir haben ein Produkt, welches jede Familie in Deutschland betrifft. Mit dem Thema Hochzeit kommen wir privat alle konstant in Berührung. Ob die Familie, Freunde oder wir selbst eines Tages heiraten – oder bereits geheiratet haben. Mit Crowdinvesting wollen wir die breite Mehrheit der Menschen erreichen. Sie für uns begeistern und involvieren. Wir wünschen uns, dass jeder Companist ein Botschafter von Wunsch-Brautkleid wird, das Produkt nach außen trägt und uns zugleich hilft dieses konstant zu verbessern.

Angels geben uns Geld und Know-how. Durch unsere exzellenten Berater (Daniel Offermann, Markus Fuhrmann und Kolja Hebenstreit), sowie renommierte Investoren (auch Burkhard Bonello und Christian Gaiser) erhalten wir bereits sehr viel Unterstützung für unser Startup. Weitere Angels hätten uns nicht den gleichen Mehrwert liefern können.

Klaus-Martin Meyer: Sieht man sich die Kommentare auf Companisto an, so sind die meisten Kommentatoren männlich. Kann man mit so einer Crowd seine Marketing-(Neben-)Ziele überhaupt erreichen?

Fabian Westerheide: Zu einer Ehe gehören immer zwei. Und in den meisten Fällen sind es Mann und Frau.

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