„Ich finde es super, ein Teil einer kreativen Idee zu sein und meinen bescheidenden Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung zu leisten.“ – Interview mit dem Crowdinvestor Florian Poth

Investoren-Interview

 

Klaus-Martin Meyer: Florian, Du bist Student und seit ein paar Monaten als Crowdinvestor unterwegs. Könntest Du dich bitte kurz vorstellen und erzählen wie es dazu kam?

Florian Poth: Hallo Klaus-Martin, gerne doch. Ich studiere momentan berufsbegleitend, um neben dem Beruf noch meinen Master zu machen. Vor ein paar Monaten sprachen wir in einer Vorlesung über Finanzierungsformen für Unternehmen. Dabei wurde auch das noch relativ junge Crowdinvesting angesprochen, was mich sehr neugierig gemacht hat. Am selben Abend noch habe ich begonnen, mir die verschiedenen Plattformen und die darauf vorgestellten Projekte anzusehen. Seitdem komme ich nicht mehr davon los.

Klaus-Martin Meyer: Was ist für Dich die primäre Motivation, Unternehmensanteile im Rahmen von Crowdfundings zu zeichnen?

Florian Poth: Ich finde es super, ein Teil einer kreativen Idee zu sein und meinen bescheidenen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung zu leisten. Zudem macht mir das Lesen von Businessplänen und das Analysieren von Geschäftsmodellen jede Menge Spaß. Die Hoffnung auf „die nächste große Nummer“ schwingt insgeheim natürlich immer ein bisschen mit, ist aber nicht das primäre Motiv.

Klaus-Martin Meyer: Du hast bereits Erfahrungen bei verschiedenen Plattformen gesammelt. Welche Plattform sagt Dir am meisten zu und warum?

Florian Poth: Am meisten überzeugt hat mich bisher Seedmatch. Die Präsentationen der Unternehmen finde ich richtig gut. Das fängt bei der Ausgestaltung der Business Pläne an und hört bei den Diskussionen im Fragenbereich auf. Ich bin immer wieder erstaunt, wie intensiv sich einige Investoren mit den Daten auseinander setzen. Das hilft auch bei der eigenen Entscheidungsfindung.
Von der Idee her fasziniert mich bettervest am meisten, die sich vorgenommen haben, Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz zu finanzieren. Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle in unserer Gesellschaft und das beste Kilowatt ist aus meiner Sicht jenes, das erst gar nicht produziert werden muss. Wie gut die Umsetzung dieser Idee ist, wird die Beta-Phase zeigen.

Klaus-Martin Meyer: Bist Du die unterschiedlichen Beteiligungen auch unter dem Portfolio-Gedanken eingegangen oder ist das größer werdende Portfolio eher ein automatischer Nebeneffekt, weil Du dich für die verschiedenen Geschäftsmodelle begeisterst?

Florian Poth: Am Anfang habe ich bewusst über das Thema Diversifikation nachgedacht und mich mit den Beträgen, die ich in ein Unternehmen investiert habe, zurückgehalten, um noch Luft für andere Investments zu haben. Es hat sich dann aber sehr schnell gezeigt, dass es so viele tolle Ideen gibt, die es wert sind unterstützt zu werden, dass das Portfolio ganz von alleine wächst.

Klaus-Martin Meyer: In Kürze wird es bei Bergfürst möglich sein, auch Aktien bei Crowdfundings zu zeichnen. Wird diese Form der Beteiligung aus Deiner Sicht dem Thema neuen Schwung verleihen?

Florian Poth: Sollte Bergfürst erfolgreich sein, hebt es das Crowdinvesting zumindest auf ein ganz neues Level in Bezug auf die Finanzierungssummen. Auf jeden Fall würde es für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen und das wird sich bestimmt auch positiv auf den restlichen Markt auswirken.
Wenn ich das richtig verstanden habe, plant Bergfürst zudem die Hauptversammlungen aller Unternehmen, die über die Plattform erfolgreich Aktien emittiert haben, zur selben Zeit am selben Ort abzuhalten. Dies würde sicherlich ganz neue Möglichkeiten für die Investoren bieten, sich untereinander zu vernetzen.

Klaus-Martin Meyer: Dein Studienschwerpunkt ist Finance & Accounting. Könntest Du dir vorstellen später auch einmal bei einer Crowdfunding-Plattform zu arbeiten oder bleibt das Thema eher ein Hobby?

Florian Poth: Die internen Abläufe bei den Plattformen und der persönliche Kontakt zu den Gründern würden mich schon sehr reizen. Trotzdem sehe ich mich auch langfristig auf der Investorenseite und fühle mich dabei auch sehr wohl. Vielleicht schaffe ich es ja aber irgendwann vom „mini Business Angel“ zu einem richtigen Business Angel.

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One Response to „Ich finde es super, ein Teil einer kreativen Idee zu sein und meinen bescheidenden Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung zu leisten.“ – Interview mit dem Crowdinvestor Florian Poth

  1. Manuel sagt:

    Hi,

    mich hat das Thema Crowdinvesting & damit auch die ganze Start-up Welt seit den letzten Zügen meines Studiums in seinen Bann gezogen, habe dann sogar meine Bachelorarbeit darüber geschrieben und mich beschäftigt das Thema Crowdinvesting fast täglich.
    Leider gibt es im beschaulichen Mittelfranken nicht so viele Start-ups wie in den Metropolen Berlin oder Hamburg sonst würde ich gerne auch für ein Start-up.
    Falls hier zufällig jemand vorbei schaut und einen BWL Absolventen mit SP Finance & General Management sucht, der kann sich sehr gerne bei mir melden 🙂
    Grüße
    Manu

    P.S. Was meint Ihr zum 1. Start-up auf Bergfürst ,URBANARA?