„Bergfürst ist die Zwischenstufe zwischen klassischen Seed und Series-A Finanzierungen“ – Im Gespräch mit Ben Esser (Urbanara)

Urbanara

Klaus-Martin Meyer: Ben, Du bist Gründer von Urbanara. Könnest Du dich und die Firma bitte kurz vorstellen?

Ben Esser: Urbanara ist eine Online-Plattform für Wohntextilien und Accessoires, die ich gemeinsam mit Martin von Wenckstern und Claire Davidson gegründet habe. Wir verbinden Endkunden direkt mit Herstellern und machen so wunderschöne und hochqualitative Produkte für mehr Menschen erschwinglich. Urbanara ist für mich die perfekte Kombination aus meinem bisherigen Know-how im E-Commerce-Business, meiner Leidenschaft für Stil und Qualität sowie der Freude am Unternehmerdasein.

Klaus-Martin Meyer: Ihr habt bereits eine Reihe internationaler VCs und Angels an Board. Warum habt Ihr Euch nun für die Durchführung eines Crowdfundings entschieden und wie stehen die Alt-Investoren dazu?

Ben Esser: Crowdinvesting ist für uns eine ideale Ergänzung zur herkömmlichen Venture Capital Finanzierung. Urbanara ist eine transparente Marke und wird das ab sofort auch in finanzieller Hinsicht sein. Unsere Kernstrategie ist es, über die Qualität unserer Produkte Kunden zu Fans unserer Marke zu machen – und da passt Crowdinvesting perfekt. Jeder Kunde kann so Teil der Marke werden – und dabei nicht nur profitieren, sondern auch selbst die Standards von Urbanara mit beeinflussen. Die Begeisterung unserer Kunden ist unser wichtigstes Kapital. Sind sie auch unsere Anteilseigner, führt dies zu einer noch stärkeren Bindung.

Klaus-Martin Meyer: Euer Crowdfunding wird – wenn es in der gewünschten Höhe zustande kommt – gleich das größte bisher realisierte in Europa sein. Da gehört sicher Mut zu zumal das Funding die Premiere von Bergfürst sein wird. Wie siehst Du diesen Punkt?

Ben Esser: Bergfürst ist die Zwischenstufe zwischen klassischen Seed und Series-A Finanzierungen, die für junge Startups passend sind, und einem Börsengang an der Deutschen Börse, die erst bei Emissionsvolumina von 50 Mio. Euro Sinn macht. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies eine neue Anlageklasse mit enorm großem Potential ist. Investoren beschäftigen sich intensiv mit dem Unternehmen und treffen dann eine sehr bewusste und sicherlich auch emotionale Investitionsentscheidung. Bergfürst bietet dabei als einzige Plattform einen wirklichen Marktplatz, der auch das vorzeitige Realisieren von Gewinnen ermöglicht.

Klaus-Martin Meyer: Erwartest Du aus dem Premierensachverhalt noch einmal einen zusätzlichen Marketingschub verglichen mit späteren Fundings bei Bergfürst oder aber verglichen mit den Fundings auf anderen Plattformen?

Ben Esser: Wie gesagt, wir haben uns bewusst für Crowdinvesting statt Crowdfunding entschieden, da wir zu jung für die Deutsche Börse, aber zu erfolgreich für das klassiche Crowdfunding sind. Dass wir mit dieser Form des Investments auch unsere Kunden über die Kaufplattform hinaus binden können, ist sicherlich ein guter Marketingeffekt. Vor allem erwarten wir uns (noch mehr) Empfehlungsmarketing über diesen Weg. Aber ja, als erster IPO-Kandidat haben wir sicherlich die erhöhte Aufmerksamkeit. Darüber freuen wir uns 🙂

Klaus-Martin Meyer: In Eurem Impressum firmiert Ihr noch als GmbH. Wie beurteilst Du den Aufwand einer Aktienemission über Bergfürst aus heutiger Sicht?

Ben Esser: Die Aktienemission läuft über die Urbanara AG und nicht über die Urbanara Gmbh. Somit poolen wir alle Bergfürst-Investoren und geben ihnen in der eigentlichen Holding Gesellschaft eine starke Stimme. Natürlich ist der Aufwand eines öffentlichen Angebotes und der damit verbundenen Anforderungen (z.B. Wertpapierverkaufsprospekt) nicht zu unterschätzen. Gegenüber einem richtigen IPO an einer großen Deutschen Börse ist es jedoch nicht zu vergleichen, da wir einfach noch kleiner sind.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss die Frage nach der Mittelverwendung. Was passiert mit dem frischen Kapital?

Ben Esser: Die mit dem Crowdinvesting aufgenommenen Mittel dienen dazu, unser globales Herstellernetzwerk auszubauen, das Produktangebot zu optimieren, die Qualität stetig zu verbessern und dabei die Preise konstant zu halten. Zudem soll das Management-Team verstärkt und das Marketing und die IT weiter ausgebaut werden.

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