„Was Jazz wirtschaftlich interessant macht ist: Jazz ist eine musikalische Leidenschaft, wie Klassik.“ – Interview mit Wilhelmina Steyling zum Innovestment-Funding für Jazz Ventures GmbH

Jazz-Planet

Klaus-Martin Meyer: Frau Styling, Sie sind Geschäftsführerin der Firma Jazz Ventures GmbH. Könnten Sie sich und die Firma bitte kurz vorstellen?

Wilhelmina Steyling: Jazz Ventures gibt es seit Oktober 2012. Das Unternehmen betreibt hauptsächlich JazzPlanet, eine deutschsprachige, online-only Plattform für Jazz, Blues und verwandte Musikströmungen, mit 24 Stunden Radio (zukünftig auch visual), redaktionellen Inhalten, Community-Beteiligung (geplant). Weitere Dienstleistungen, wie eine E-Commerce-Plattform, sind ebenfalls in Planung.

Zu mir: Unternehmen ist meine Leidenschaft. Habe angefangen als Journalistin, danach gearbeitet als Börsenmaklerin (Wall Street) und Investmentbänkerin in London. Seit Mitte der 70-er Jahren bin ich aktiv im Bereich Jazz. Unternehmerin bin ich seit 1991: Gründerin von EuroJazzRadio (1991-NL), JazzRadio 101,9(1995-Berlin), JazzPlanet(2012-Berlin).

Klaus-Martin Meyer: Kann Jazz auch heute noch so etwas wie eine Wachstumsstory begründen?

Wilhelmina Steyling: Jazz wird es immer geben – die Musik geht über 100 Jahre zurück. Was Jazz wirtschaftlich interessant macht ist: Jazz ist eine musikalische Leidenschaft, wie Klassik. Die Zielgruppe entscheidet sich durch eine bestimmte Lebenshaltung, und es ist eine qualitativ sehr hochwertige Zielgruppe, die sonst schwierig zu erreichen ist.

Klaus-Martin Meyer: Aktuell wollen Sie per Crowdfunding Kapital akquirieren. Warum dieser Schritt und können die Jazz-Fans auch motiviert werden, sich am Funding zu beteiligen? Warum Crowdfunding?

Wilhelmina Steyling: (1) Unser Kapitalbedürfnis ist zu klein für die Venture Capital-Fonds, wo meistens 250.000 Euro das Minimum ist. (2) Es ist eine sympathische Art Geld zu sammeln, in der Hoffnung dass Investoren auch Fans/Nutzer sind oder werden. Leute die interessiert sind an Crowd-Investing und auch noch Jazzfans werden, sich sicherlich überlegen teil zu nehmen.

Klaus-Martin Meyer: Am deutschen Markt existiert ein großes Angebot an Crowdfunding-Plattformen. Wie kommen Plattform und Startup da zusammen?

Wilhelmina Steyling: Diese Frage sollten Sie nicht mir stellen, sondern Christin Friedrich (Innovestment) – sie ist da die Expertin. Crowd-Investing-Plattformen gibt es nach meinem Wissen ganz wenige, denn Crowdfunding ist ja im Grunde etwas anderes: da geht es um hauptsächlich kreative Projekte, wo man eine CD, ein Buch, Eintrittskarte oder T-Shirt bekommt, und keine Anteile, wie bei Innovestment.

Klaus-Martin Meyer: Zum Abschluss noch die Frage nach der Mittelverwendung. Wie sollen die Mittel eingesetzt werden?

Wilhelmina Steyling: Die Mittel sollen eingesetzt werden um die Webseite auszubauen – ein neues Portal zuzufügen und die Seite interaktiv zu machen; die notwendigen Investitionen zu tätigen um „visual radio“ zu machen, und drittens um mehr Nutzer und Kunden zu werben.

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