Proof of Concept ist erbracht – Crowdfunding-Beteiligungen sind Risikokapital: betandsleep stellt Geschäftsbetrieb ein

betandsleep

Ich hoffe, die Überschrift kommt nicht zu provokativ rüber, denn so ist diese nicht gemeint. Dennoch bin ich geneigt zu sagen – und das ganz ehrlich ohne jegliche Schadenfreude, die auch völlig fehl am Platze wäre: Die deutsche Crowdfunding-Szene hat ihre Erste Niederlage zu erleiden, denn betandsleep gibt auf. Da ich nicht engagiert war, bin ich vielleicht etwas nüchtern, gleichwohl weiß ich, wie man sich in einer solchen Situation als Crowdinvestor fühlt, denn ich habe bereits mit meiner Crowdcube-Beteiligung Babble & Balm im UK Schiffbruch erlitten (das war auch gleich meine erste Crowd-Beteiligung).

Was für das Startup, die enthusiastischen Gründer und ihre Crowdinvestoren und sicherlich auch für Seedmatch naturgemäß deprimierend ist, sollte dennoch keineswegs durchweg negativ interpretiert werden. Denn Geld, auch wenn es über ein Crowdfunding investiert ist, ist und bleibt Venture Capital. Das sollte man sich immer wieder vor Augen führen. Und genau dies, wird durch das betandsleep-Beispiel eindrucksvoll unterstrichen. Zwar gaben in einer Umfrage 96,7% von über 300 befragten Seedmatch-Investoren an, sich darüber bewusst zu sein, “dass eine Investition in ein Startup hochriskant ist und in einem Totalverlust meiner Investition enden kann.”. Dennoch bin ich überzeugt, dass viele Crowdinvestoren einem Phänomen ähnlich dem “Winner’s curse” unterliegen und das Risiko der eigenen Investments deutlich unterschätzen.

Mehr zu den Gründen des Scheiterns von betandsleep kann im Seedmatch-Blog nachgelesen werden.

Die 186 Investoren sollten sich nicht zu sehr grämen, denn für Investoren ist doch -wenn wir alle ehrlich sind – ein Verlust viel leichter zu verschmerzen, als ein entgangener Gewinn, wenn man bei einer großen Sache nicht dabei gewesen war.

Fazit: Das Leben geht weiter, sowohl für die Startup-Welt als auch für die Crowdfunding-Szene. Der Fall betandsleep sollte aber zum Anlass genommen werden, die eigenen Investment-Entscheidungen noch gründlicher zu prüfen.

Es würde mich interessieren, wie Ihr die Sache beurteilt?

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