Was können die Crowdfunding-Plattformen von den Crowdlending-Marktplätzen lernen?

Kommentar

Der repräsentative deutsche Sparer legt sein Geld lieber auf das klassische Sparbuch anstatt es vergleichsweise Inflationssicher in Aktien zu investieren.
Ein analoges Verhalten scheinen die Akteure auf Crowdlending- bzw. Crowdfunding-Plattformen an den Tag zu legen. Zugegeben, die p2p-Kreditplattformen haben einen großen zeitlichen Vorsprung. Aber der Vorsprung gemessen in Euro ist noch deutlicher. Es fällt also leichter einen Kredit zu vergeben, als sich an einem Startup zu beteiligen.

Auxmoney überschreitet 60 Millionen Euro-Hürde

Während der deutsche Crowdfunding-Primus Seedmatch (Stand: heute) ein Finanzierungs-Volumen von 7.867.500 Euro vorzuweisen hat, gab Auxmoney am 21.08.2013 bekannt, dass man die 60 Millionen Euro-Hürde genommen habe. Diese wurde von 30.000 Kreditgebern aufgebracht. Aber auch auf Monatsbasis läuft es schon recht erstaunlich. Im Juli wurden allein 3 Millionen Euro vermittelt.

Sicherlich dürfte es schwer sein, die breite Masse der Anleger dergestalt zu erziehen, dass diese sich stärker in risikobehafteten Anlagen begeben. Da haben es smava & Co. leichter. Andererseits hat das Thema Crowdfunding von Seiten der Presse eine ganze Menge mehr Aufmerksamkeit erhalten als die Sache mit den p2p-Krediten. Dem gegenüber muss allerdings auch festgestellt werden, dass die Betreiber der Crowdlending-Plattformen bis dato sehr viel Venture Capital akquiriert haben, so dass insbesondere das Onlinemarketing deutlich ausgeprägter betrieben wurde.

Natürlich hat der p2p-Kreditmarkt auch einige strukturelle Vorteile. Während sich Crowdfunding-Marktplätze auf der Kaptalnachfrageseite einem etwas beschränkten Markt von Startups gegenübersehen, kann Auxmoney mit einer gigantischen Menge an Kreditsuchenden hausieren gehen. Da Auxmoney aber nach eigenen Angaben auch Kredite an Kleinunternehmen vergibt, stelle ich mir die Frage, ob die (equity based) Crowdfunding-Plattformen ihr Geschäftsmodell nicht auch auf Kredite für Startups erweitern könnten/sollten. Wenn ein Startup wie im Falle ajaa! Geld braucht, um einen Großauftrag zu finanzieren, dann könnte man statt einer Beteiligung im Grunde auch über einen Kredit nachdenken, der im Einzelfall sogar durch Ware oder ähnliches abgesichert werden könnte. Der Vorteil für die Crowdfunding-Plattformen wäre natürlich, dass man das Angebot auf dem Marktplatz deutlich erweitern könnte. Für die Kapitalanbieter stiege das Angebot. Natürlich müssten dann die gleichen regulatorischen Fragen gelöst werden, wie dies smava und auxmoney in der Vergangenheit tun mussten.

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7 Responses to Was können die Crowdfunding-Plattformen von den Crowdlending-Marktplätzen lernen?

  1. Thomas Herzog sagt:

    Die sind 2007 gegründet – das sollte man fairerweise bei der Betrachtung einbeziehen.

    Kredite an junge Startups ist wohl eher kniffelig. Keine Historie und eine ständige Belastung durch Zinsen zu einem Zeitpunkt zu dem jeder Cent für Investitionen benötigt wird.

    Sonst natürlich superspannend.

  2. klausmartin sagt:

    Zitat oben „Zugegeben, die p2p-Kreditplattformen haben einen großen zeitlichen Vorsprung. „

    • klausmartin sagt:

      Ich stelle mir das z.B. sehr auftragsbezogen vor. So dass nach vollständiger Abwicklung eines Auftrages, der Kredit sehr kurzfristig zurückgezahlt werden könnte. Beim nächsten Großauftrag würde dann der nächste Kredit neu gemacht werden.

  3. Thomas Herzog sagt:

    Huch sorry 🙂

  4. Thomas Herzog sagt:

    Crowdfactoring ^^

  5. Manuel sagt:

    Die P2P Plattformen speziell Auxmoney sind nicht nur im Onlinemarketing besser aufgestellt, sondern machen regelmäßig TV-Werbespots, die ein sehr große Reichweite haben.

    Interessant zu wissen wäre natürlich, wie hoch die Ausfallquote bei den P2P Krediten ist. Wird aber wohl leider kaum herauszufinden sein…