„Wir haben vor einigen Tagen unser zweites Kickstarter-Projekt JUICIES+ gelauncht.“ – Im Gespräch mit Hannes Reichelt (Co-Founder von JUICIES)

Juicies

Klaus-Martin Meyer: Hannes, im Stile von gruenderszene.de frage ich kurz und bündig: Wer bist Du, was machst Du?

Hannes Reichelt: Ich bin Hannes Reichelt und ich bin der Co-Founder von JUICIES. Mein alter Schulfreund Laurens Laudowicz hatte vor ca. zwei Jahren sein erstes Kickstarter-Projekt gelauncht. Ich bin daraufhin sofort mit eingestiegen, weil ich von seinem Projekt und der Idee begeistert war.
Mit JUICIES haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, stylische und hochwertige Ladekabel für Smartphones und Tablets herzustellen. Wir haben vor einigen Tagen unser zweites Kickstarter-Projekt JUICIES+ gelauncht. Bis jetzt ist es sehr erfolgreich und wir haben unser Finanzierungsziel bereits innerhalb von etwas mehr als 24 Stunden erreicht.

Klaus-Martin Meyer: Ihr macht mit JUICIES+ Euer zweites Kickstarter-Projekt. Was waren die Learnings aus dem ersten Projekt, was macht Ihr diesmal anders?

Hannes Reichelt: Bei unserem ersten Projekt standen wir vor großen Schwierigkeiten. Wir hatten die Komplexität eines solchen Projektes wirklich unterschätzt. Besonders die Qualitätssicherung und die Lizensierung durch Apple haben uns hierbei große Kopfschmerzen bereitet. Wir mussten zudem zusätzlich zu unserem Kickstarter-Funding noch alternative Lösungen für die Finanzierung finden, sprich: ein Bankdarlehen aufnehmen, um die Produktion sicherzustellen.

Wir sind aber natürlich sehr froh und auch stolz, dass wir es trotz aller Herausforderungen und Widrigkeiten dann doch noch geschafft haben, unser Projekt erfolgreich zu Ende zu bringen. Im Nachhinein sieht alles natürlich wieder einfach aus. Wir haben aber sehr viel aus unserem ersten Projekt gelernt.

Was wir als besonders wichtig empfunden haben, ist, einerseits frühzeitig versteckte Kosten einzuplanen und andererseits Wartezeiten aufgrund von Lizensierungsprozessen oder Lieferengpässen. Zum anderen ist eine klare Kommunikation mit den Unterstützern auf Kickstarter wichtig. Das ist manchmal nicht ganz einfach, weil man es nicht Jedem rechtmachen kann. Im Großen und Ganzen haben wir jedoch sehr von der Kickstarter-Community und deren Feedback profitiert. Wir freuen uns, dass wir unsere Erfahrungen nun in unser neues Projekt einfließen lassen können.

Klaus-Martin Meyer: Was ist überhaupt der Grund, dass Ihr das Projekt via Crowdfunding finanziert und warum gerade über Kickstarter?

Hannes Reichelt: Wir lieben Crowdfunding! Durch Crowdfunding bekommen auch kleine Unternehmen und Startups die Chance, ihre Geschäftsideen umzusetzen. Zusätzlich kann man durch eine Crowdfunding-Kampagne erst sehen, ob überhaupt eine echte Nachfrage für das jeweilige Produkt oder die Dienstleistung besteht. Ein weiterer Grund war für uns die Community. Wir haben Kontakte zu sehr vielen Unterstützern, unseren “Backern” geknüpft, die uns wiederum sehr geholfen haben.

Für Kickstarter haben wir uns entschieden, weil Laurens seit Jahren in den USA lebt und weil Kickstarter weltweit immer noch die größte Crowdfunding-Plattform darstellt. Allerdings sind auch andere Plattformen wie Indiegogo oder auch die deutschen Crowdfunding-Seiten wie z.B. Seedmatch sehr gut, auch wenn deren Geschäftsmodell etwas anders ist. Wir haben uns nach langem Überlegen jedoch auch deswegen wieder für Kickstarter entschieden, weil für uns damals alles auf Kickstarter begann.

Klaus-Martin Meyer: Was sind aus Deiner Sicht die zentralen Erfolgsfaktoren, wenn man Geld über Kickstarter einsammeln will?

Hannes Reichelt: Ich denke, das ist bei jedem Produkt oder jeder Dienstleistung verschieden. Was ich als sehr wichtig empfinde, ist, dass die Idee herausragen muss. Produkte wie LIFX oder Pressy sind einfach genial und wie geschaffen für Kickstarter. Ich freue mich wirklich immer wieder, Innovationen mit einem solchen Erfolg zu sehen. Es muss jedoch nicht immer eine komplette Neuerfindung sein, auch z.B. eine kleine Veränderung oder die Optimierung von Produkten kann zum Erfolg führen. Die Idee sollte einfach das Interesse der Nutzer wecken, denn dann werden auch große Blogs und bekannte Magazine auf das Projekt aufmerksam und berichten darüber.

Zum anderen kommt es darauf an, das Produkt und die Menschen dahinter gut vorzustellen. Ich persönlich mag gerne kurze Videos, die die Produktidee und das Team in einer authentischen Atmosphäre darstellen. Neulich habe ich aber auch einige erfolgreiche Kickstarter-Projekte entdeckt, die sich wie in einem amerikanischen QVC-Werbeclip präsentieren. Oft stecken da dann größere Unternehmen und PR-Firmen dahinter. Das gefällt mir persönlich nicht so gut, ist aber teilweise wiederum sehr erfolgreich.

Klaus-Martin Meyer: Ein Funding zu realisieren ist das eine. Welche Herausforderungen kommen anschließend: Logistik, Produktion etc. Was ist am kniffeligsten?

Hannes Reichelt: Nach dem Funding fängt die Arbeit ja erst richtig an. In unserem Fall ist die Fertigstellung der Produktion schon kniffelig, allerdings haben wir inzwischen viel Erfahrung im Bereich Consumer Electronics. Sehr wichtig ist natürlich auch die Kommunikation mit den Backern; in dieser Hinsicht gibt es auch nach der Funding-Phase eigentlich immer etwas zu tun.

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