„Mithilfe des Crowdfundings auf Innovestment möchten wir den WeGreen-Marktplatz weiter ausbauen.“ – Interview mit Moritz Marker

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Klaus-Martin Meyer: Moritz, Du verantwortest bei wegreen die Bereiche Strategie, Finance und Controlling. Könntest Du dich und Euer Startup bitte kurz vorstellen?

Moritz Marker: WeGreen ist der größte Marktplatz für nachhaltige Produkte im Internet. Auf unserer Plattform können sich die Nutzer über die Nachhaltigkeit von über fünf Millionen Produkten informieren und bequem in unseren Partnershops einkaufen.

Viele Konsumenten fühlen sich beim Kauf von nachhaltigen Produkten überfordert: Es gibt allein in Deutschland über 400 Nachhaltigkeitssiegel und tausende Meinungen, welche Produkte der Verbraucher kaufen sollte oder besser nicht. Unsere Antwort darauf ist die WeGreen Nachhaltigkeitsampel. Sie zeigt einfach und verständlich wie nachhaltig ein Produkt tatsächlich ist.

Mit unserem Angebot treffen wir einen Nerv in der Gesellschaft: Über 30.000 Menschen informieren sich bereits jeden Monat über die Nachhaltigkeit von Produkten und deren Herstellern. Die Nachhaltigkeitsampel ist außerdem in den mobilen Barcodescanner barcoo und die alternative Suchmaschine Ecosia integriert.
Unter nachhaltigem Konsum verstehen wir übrigens ein Konsum, der weder den Menschen noch unserer Umwelt unnötig Schaden zufügt.

Mein Mitgründer Maurice Stanszus hatte im Jahr 2010 die Idee zur WeGreen Nachhaltigkeitsampel. Zusammen arbeiten wir seit über einem Jahr an der Umsetzung und konnten im Juni die erste Version des Marktplatzes veröffentlichen. Unser Team besteht mittlerweile aus acht Mitarbeitern.

Klaus-Martin Meyer: Wenn ich es richtig verstanden habe, sind bei Euch bereits Business Angels investiert. Warum nun ein Crowdfunding?

Ja, das stimmt. Derzeit werden wir von sechs Business Angels unterstützt, darunter Stefan Menden, der Gründer des Hotelbuchungsportals justbook und des Karrierenetzwerkes squeeker.

Mithilfe des Crowdfundings auf Innovestment möchten wir den WeGreen-Marktplatz weiter ausbauen. Wir planen die Einführung zahlreicher neuer Funktionen, damit sich unsere Nutzer besser und schneller über die Nachhaltigkeit von Produkten informieren können. Außerdem möchten wir jedem Nutzer auf sie zugeschnittene Produkte empfehlen und ihm nachhaltigere Alternativen zu seiner Produktauswahl vorschlagen.

Ein weiterer Teil der eingeworbenen Mittel soll für den Ausbau unserer Marketingaktivitäten eingesetzt werden. Dazu zählen u.a. das Gewinnen weiterer Reichweitenpartner und aktives Suchmaschinenmarketing.

Klaus-Martin Meyer: Für wegreen ist die Adressierung des Massenmarktes wichtig. Warum habt Ihr Euch für die CF-Crowdfunding Plattform innovestment entschieden, wo die Anzahl der Crowdinvestoren ja meist vergleichsweise überschaubar ist, verglichen mit den anderen beiden wichtigen Marktplätzen?

Moritz Marker: Selbstverständlich möchten wir unseren Dienst einer breiten Masse zugänglich machen. Die Nachfrage ist da: Zwischen 40% und 70% der Konsumenten sind bereit mehr Geld für weniger umweltbelastende und fair gehandelte Produkte auszugeben.

Wir haben uns aus mehreren Gründen für die Plattform Innovestment entschieden:
WeGreen bewegt sich mit seinem Angebot in einem Spannungsfeld zwischen skalierbarem Business Case und einem gutgemeinten Hilfsprojekt. Wir möchten zeigen, dass man mit nachhaltigem Konsum nicht nur etwas Gutes tun kann, sondern sich auch erfolgreich am Markt etablieren und langfristig Geld verdienen kann. Daher haben wir uns für die Crowdinvesting-Plattform Innovestment entschieden: Hier können wir unser Geschäftsmodell einem ausgesuchten und kompetenten Investorenkreis präsentieren. Wir denken, dass die Investitionen über Innovestment eher aus Überzeugung für das Geschäftsmodell, das Gründerteam und der Produktstrategie entstehen als aus reinem Goodwill oder einer Vermarktungsstrategie, die maßgeblich auf Schwarmintelligenz oder Werbegeschenken basiert.

Hinzu kommt, dass wir uns von Beginn an bei Innovestment wohlgefühlt haben. Alle maßgeblichen Entscheidungsprozesse (Unternehmensbewertung, Auktionslaufzeit, Investorenansprache) wurden gemeinsam diskutiert und in enger Abstimmung mit uns durchgeführt. Die Vertragskonditionen sind fair und transparent, sowohl für das Start-up als auch potentielle Investoren. Dieses Gesamtpaket hat uns überzeugt!

Klaus-Martin Meyer: Für dieses und das kommende Jahr wird ein deutlich negatives aggregiertes EBIT erwartet. Wann werden die nächsten Folgefinanzierungen notwendig sein?

Moritz Marker: Wir möchten den Zugang zu WeGreen nicht nur einer breiten Masse in Deutschland ermöglichen, sondern unseren Marktplatz für nachhaltige Produkte auch in vielen weiteren Ländern anbieten. Daher planen wir ab dem Sommer 2014 die Expansion in weitere europäische Länder und die USA.

Obwohl das Geschäftsmodell von WeGreen leicht skalierbar ist und keine signifikanten Investitionskosten für eine Internationalisierung anfallen, benötigen wir im Sommer 2014 eine weitere Finanzierungsrunde im mittleren sechsstelligen Bereich. Diese Mittel werden dann größtenteils für die Ausdehnung der Marketingaktivitäten in weitere Länder und den Aufbau zusätzlichen Personals eingesetzt.

Klaus-Martin Meyer: Welche konkrete Unterstützung sollen Euch die Crowdinvestoren nach Möglichkeit über das Finanzielle hinaus geben?

Moritz Marker: Natürlich erhoffen wir uns neben dem finanziellen Anreiz auch Zugang zu Expertenwissen und neuen Kontakten. Der potentielle Investorenkreis, der sich über Innovestment an Start-Ups beteiligt, scheint dafür die ideale Voraussetzung zu bieten. Wenn Sie also Interesse haben, ein Start-Up mit gesellschaftlicher Relevanz nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern auch mit Ihrer Expertise, kommen Sie gerne auf mich zu.

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