„Wir haben uns bewusst für Crowdfunding in der zweiten Runde entschieden, weil schließlich bieten wir das Volksglücksspiel Nr. 1 der Deutschen…“ – Interview mit Matthias Höfer (Lottohelden)

lottohelden

Klaus-Martin Meyer: Matthias, Du bist Geschäftsführer bei den Lottohelden. Könntest Du dich und die Lottohelden bitte kurz vorstellen?

Matthias Höfer: Auf Lottohelden.de spielen Kunden einfach, sicher und günstig staatliche Lotterien wie Lotto 6 aus 49, EuroJackpot und GlücksSpirale im Internet.
Lottohelden agiert also, wie der Lottokiosk um die Ecke, als Spielvermittler zwischen Lottospielern und staatlichen Lottogesellschaften. Die Spieleinsätze und Zahlentipps der Kunden werden über die eigens entwickelte Plattform an alle staatlichen Lottogesellschaften transferiert. Die anschließende Gewinnermittlung und Distribution der Gewinne erfolgt ebenfalls durch uns.

Wir, die Gründer von Lottohelden, Jens Hartwig und ich haben Lottohelden Mitte 2012 gegründet. Als ehemalige Mitarbeiter von Tipp24 liegt Lotto uns seit langem im Blut und mit Marc Peters ist auch der Gründer von Tipp24 mit an Board, welcher 2005 einen erfolgreichen Börsengang mit seinem Unternehmen durchgeführt hat. Wir sind in der Szene und mit entsprechenden Partnern bestens vernetzt und wissen, wie man Lotto erfolgreich im Internet vermarktet. Dementsprechend sind auch einer der ersten privaten Spielvermittler, der nach Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags wieder aktiv auf dem deutschen Markt wurde.

Klaus-Martin Meyer: Aktuell soll die Kapitalbasis erhöht werden. Wofür werden die frischen Mittel verwendet?

Matthias Höfer: Mit dem erfolgreichen Online-Markteintritt Anfang 2013 und dem Investment der T-Venture in unsere Unternehmung wurde die finanzielle Grundlage für den Aufbau der Geschäftstätigkeit geschaffen. Die liquiden Mittel wollen wir für den weiteren Ausbau unserer Geschäftstätigkeit einsetzen – insbesondere zur Neukundengewinnung und zur Erweiterung unseres Produktportfolios, sowie für die weitere Optimierung der IT-Plattform (z.B. Mobile Applikation).

Im Detail, wollen wir in Deutschland insbesondere durch den Einsatz zielgerichteter Marketingmaßnahmen zur Neukundengewinnung wachsen. Besonderes Augenmerk wird auf den Vertriebskanal „Kooperationen“ mit Portalen und reichweitenstarken Content-Anbietern gelegt. Auch wollen wir unsere Bestandskundenmaßnahmen weiter ausbauen und so die Aktivitätsrate weiter ausbauen.
Des Weiteren planen wir neben den bereits jetzt angebotenen Lotterien, abhängig von den jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen, auch Keno, Rubbellose, Spielgemeinschaften, die Klassenlotterien NKL und SKL sowie gegebenenfalls weitere staatlich lizenzierte Glücksspiele anzubieten.
Auch hat die mobile Web-Nutzung in den letzten 12 Monaten deutlich zugelegt und wir glauben daran, ein Großteil der Nutzer Lotto über mobile Endgeräte konsumieren wird. Dementsprechend wollen wir unser Angebot konsequent für die mobile Nutzung weiterentwickeln.

Klaus-Martin Meyer: Angesichts potenter vorhandener Anteilseigner stellt sich die Frage, warum habt Ihr Euch für ein Crowdfunding entschieden?

Matthias Höfer: T-Venture, als Corporate Venture Capital Gesellschaft der Deutschen Telekom, konnten wir im Rahmen der Pre-Seed-Finanzierung als Lead-Investor gewinnen. Wir haben uns bewusst für Crowdfunding in der zweiten Runde entschieden, weil schließlich bieten wir das Volksglücksspiel Nr. 1 der Deutschen an und jeder der 16 Millionen Deutschen, die regelmäßig Lotto spielen, hat nun die Möglichkeit ein Teil unserer Erfolgsstory zu werden. Bedeutet, wir versprechen uns aufgrund der medialen Präsenz durch das Crowdfunding auch Neukunden.

Klaus-Martin Meyer: Gab es bezüglich der Crowdfunding-Plattform einen Auswahlprozeß? Nach welchen Kriterien wurde entschieden?

Matthias Höfer: Wir haben uns im Rahmen des Auswahlprozesses relativ schnell für Seedmatch entschieden, weil uns neben den bereits mehr als 8 Millionen EUR und den 46 finanzierten Projekte vor allem auch das Team persönlich überzeugt hat. Schlussendlich basiert jeder Finanzierung auch immer auf einer menschlichen Vertrauensbasis und da hat Seedmatch einfach punkten können.

Klaus-Martin Meyer: Was ist Eure Erwartungshaltung hinsichtlich der Größe der Finanzcrowd? Wieviele neue Kunden ergeben sich daraus als Nebeneffekt mit welchem Costumer-Lifetime-Value?

Matthias Höfer: Wie bereits gesagt versprechen wir uns vom Crowdfunding auch Neukunden, darum vielleicht an dieser Stelle noch ein paar Worte zum Costumer Lifetime Value.
Faktoren, die signifikanten Einfluss auf die Werte Customer Acquisition Cost (bzw. Cost per Lead – CPL) und Customer Lifetime Value haben, sind z.B. „Spielt der gewonnene Kunde regelmäßig Lotterien?“, „Wurde der gewonnene Kunde subventioniert?“ oder „Wie entwickelt sich der Jackpot der gespielten Lotterie?“. Wir setzen deshalb nicht nur auf eine Optimierung unseres Ziel-CPL zwischen 17,00 und 20,00 € (abhängig vom Kanal), sondern bewerten die einzelnen Maßnahmen auch nach der Aktivität der gewonnen Kunden in den Folge-Monaten je Maßnahme in den einzelnen Kanälen, um so das Budget bei zukünftigen Maßnahmen so effizient wie möglich einzusetzen.
Dabei sprechen wir von einer Kundengeneration, die wir in einem Monat gewonnen haben. Legt man diese Monatsgenerationen der Kunden übereinander und betrachtet die Aktivität dieser Kunden in Abhängigkeit des Jackpots der gespielten Lotterien, so lässt sich nachweisen, dass die Aktivität auch temporär inaktiver Kunden mit steigendem Jackpot wieder zunimmt.

Markiert mit .Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

2 Responses to „Wir haben uns bewusst für Crowdfunding in der zweiten Runde entschieden, weil schließlich bieten wir das Volksglücksspiel Nr. 1 der Deutschen…“ – Interview mit Matthias Höfer (Lottohelden)

  1. Pingback:Gelthus.com - Crowdinvestment, Venture Capital & Kapitalmärkte

  2. Pingback:Die Seednews: 8 Seedmatch-Neuigkeiten der letzten Septemberwoche | Seedmatch Blog