„Econeers hat das Potential mindestens um Faktor zwei oder drei größer zu werden.“ – Im Gespräch mit Dana Melanie Schramm (Seedmatch)

Econeers

Klaus-Martin Meyer: Dana, Seedmatch startet eine Schwesterplattform für „grüne Investments“. Warum dieser Schritt?

Dana Melanie Schramm: Econeers richtet sich gegen die Starre der Politik und der großen Energiekonzerne bei der Gestaltung der Energiewende aktiv zu werden. Dabei hat uns Fukushima gezeigt, wie notwendig Investitionen in regenerative Energien sind. Mit Econeers knüpfen wir an den Geist von Seedmatch – Ideen umzusetzen – an und nehmen die Energiewende selbst in die Hand. Das Wachstum von Energie-Genossenschaften zeigt den Wunsch der Bürger, an Windrädern oder Solarparks beteiligt zu sein. Crowdfunding, als Beitrag der Vielen, passt zu grünen Projekten, die dem Geld einen Sinn geben. Gleichzeitig passt es zu den individuellen Interessen sowie dem Wunsch nach Transparenz und Unabhängigkeit beim Investment. Damit ist Crowdfunding bei Econeers die einfachste und effizienteste Art der Bürgerbeteiligung für grüne Projekte!

Klaus-Martin Meyer: Warum habt Ihr Euch für eine zwei Markenstrategie entschieden, wo es doch einen existierenden Kundenstamm gibt, der – wie man beim AoTerra-Funding gesehen hat – durchaus für grüne Themen aufgeschlossen ist?

Dana Melanie Schramm: Auf Econeers können Investments in erneuerbare Energien wie Photovoltaik, Windenergie und Wasserkraft sowie Projekte zur Energieeffizienz getätigt werden – es werden also keine Startups finanziert. Neben dem Investmentfokus unterscheidet sich bei Econeers das Investmentmodell von dem bei Seedmatch. Die Projektinitiatoren auf Econeers stellen eine feste Verzinsung in Aussicht. Nicht zuletzt, um diesen Unterschied deutlich zu machen und klar aufzuzeigen, dass die Plattformen auf unterschiedliche Schwerpunkte setzen, wurde Econeers als Schwester-Plattform aufgebaut. Das erste Projekt bei Econeers wird sich mit dem Thema Energiegewinnung aus biologischen Reststoffen beschäftigen.

Einen Vorteil hat die Nähe zu Seedmatch aber: Nutzer können beide Plattformen über denselben Account bedienen. Sie verwalten ihre Investments, egal ob in grüne Projekte oder in junge Unternehmen, zentral. Mit Econeers bieten wir den registrierten Usern von Seedmatch auch die Möglichkeit, das eigene Portfolio breiter aufzustellen.

Klaus-Martin Meyer: Bei grünen Investments gibt es bereits diverse Crowdfunding-Plattformen. Im UK haben deratige Plattformen bereits versucht, sich ihrerseits über Crowdfunding-Martplätze zu finanzieren. Gab es bei Seedmatch derartige Anfragen auch?

Dana Melanie Schramm: Natürlich bekommen wir auch Anfragen von potentiellen Crowdfunding-Plattformen. Grundlegend finden wir das Thema Crowdsourcing mit all seinen Varianten als auch das Thema Crowdfunding im Speziellen sehr spannend. Wir erleben im Markt gerade einen großen Shift zur Demokratisierung und Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Daher glauben wir, dass in diesem Bereich noch spannende Entwicklungen zu sehen sein werden. Ganz speziell hatten wir zwei Bewerbungen von deutschen Plattformen, wo die Gespräche aus verschiedenen Gründen nicht fortgesetzt wurden.

Klaus-Martin Meyer: Der Markt zur Finanzierung von Wind- und Solarparks ist sicherlich größer als der der Startup-Finanzierungen. Hat der neue Ableger das Potential Seedmatch an Volumen eines Tages zu überholen?

Dana Melanie Schramm: Econeers hat das Potential mindestens um Faktor zwei oder drei größer zu werden. Toll wäre es, wenn wir dieses Potential heben könnten. Das Wachstum von Energie-Genossenschaften zeigt den Wunsch von Bürgern, erneuerbare Energien zu unterstützen und an ihrem Gewinn beteiligt zu sein. 656 Energie-Genossenschaften gibt es in Deutschland, schon circa 136.000 Genossen setzen sich bereits für erneuerbare Energien ein. Und damit soll noch lange nicht Schluss sein!

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